Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt für Urlaub und Besuche im Ahrtal

Wiederaufbau des Radweges an der Mittelahr kostet 20 Millionen Euro

Wiederaufbau des Radweges an der Mittelahr kostet 20 Millionen Euro

Auf dem Ahrradweg: (von links) Stefan Schmitt, Daniela Schmitt und Christian Senk.  Foto: GS

Kreis Ahrweiler. Die rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsministerin, Daniela Schmitt, hat sich bei einem Vor-Ort-Termin kurz vor den rheinland-pfälzischen Herbstferien im Ahrtal zum Tourismus und zum Ausbau des Ahr-Radwegs informiert. Sie nutzte den Besuch im Jugendgästehaus der Kreisstadt, um Werbung für Urlaub und Besuche im Ahrtal zu machen. Gäste seien immer noch die beste Wirtschaftsförderung, so die Ministerin. Und sie hatte eine Botschaft aus der Verkehrsministerkonferenz, an der sie zuvor in Köln teilgenommen hatte, dabei: „Die Mittel für Radwege werden verstetigt. Wir wollen den Radverkehr stärken.“ Dafür gelte es Hemmnisse und Hürden aus dem Weg zu schaffe, denn: „Wenn die Planung eines Radweges länger dauert als die einer Bundesstraße, dann läuft was schief.“ Die Kommunen könnten auf die Unterstützung der Radwegeteams des Landesbetriebes Mobilität (LBM) bauen, denn noch immer würden Mittel des Bundes nicht immer abgerufen. Es gelte, zu sehen, was pragmatisch beschleunigt werden könne und auch nach Kompromissen zu suchen. Denn: Mit dem Kopf durch die Wand geht nicht.“

Mut und Zuversicht

Zurück zur Werbung fürs Ahrtal. Im von Oliver Piel geleiteten Jugendgästehaus erklärte Schmitt: „Das Ahrtal ist gerade im Herbst wunderschön. Ich kann nur alle motivieren, dem Ahrtal bei einem Spaziergang durch die Weinberge oder bei einer Fahrt auf den wiederhergestellten Ahr-Radweg-Abschnitten einen Besuch abzustatten und bei einem der Winzer, Restaurants oder übrigen Gastbetriebe einzukehren.“ Zahlreiche Gastbetriebe hätten wieder geöffnet und freuten sich über Besuch. Sie sei dankbar für Ideen, Visionen und Pläne für ein nachhaltiges Ahrtal und wies auf viele Fördermöglichkeiten für den Tourismus hin. Das Ahrtal habe einen festen Platz in der Tourismuspolitik des Landes, machte die Ministerin klar und sprach beim Thema Wiederaufbau von Aufbruch, Mut und Zuversicht.

„Wir werden das Ahrtal weiterhin eng begleiten und alles dafür tun, dass es wieder eine schöne Heimat und eine attraktive Tourismusdestination wird. Das ist die Region schon heute: Bei goldenem Herbstwetter der vergangenen Tage zeigt sich das Ahrtal ganz im Sinne unserer Marke Rheinland-Pfalz Gold von seiner schönsten Seite. Aber auch bei trüber Wetterlage laden Weinstube, die Jugendherberge sowie weitere Gastbetriebe zum gemütlichen Beisammensein ein. Zudem finden wieder Veranstaltungen statt. All das sind wunderbare Fortschritte, die wir auch im Rahmen des Tourismuskonzepts gemeinsam gegangen sind. Und genau so machen wir weiter“, betonte Schmitt.

Rund eine Million Euro seien dem Ahrtal-Tourismus mit Geschäftsführer Christian Senk seitens des Landes bewilligt worden, „um gemeinsam mit allen Partnern einen nachhaltigen Tourismus in der Region umzusetzen. Daran wird intensiv gearbeitet“.

Wirtschaftlicher Motor

Der Tourismus ist und bleibt einer der größten wirtschaftlichen Motoren im Ahrtal. Der Zuspruch der Gäste belegt, dass wir trotz aller Widrigkeiten durch die Folgen der Flut mit unseren Kernthemen Wein, Kulinarik und Wandern genau ins Schwarze treffen – und das vor allem durch eine hohe Qualität und herzliche Gastfreundschaft. Auch der Urlaub mit dem Rad ist bei uns schon wieder möglich, durchaus auch als Ausgangspunkt für tolle Routen abseits des noch in Wiederherstellung befindlichen Ahrtal-Radwegs“, gab Schmitt das Staffelholz an Stefan Schmitt als Leiter des Projektbüros Wiederaufbau Ahrtal weiter. Dieser berichtete von sehr unterschiedlichen Schadenslagen auf dem 65 Kilometer langen Ahrradweg. 60 Prozent des Weges seien beschädigt, aber „überall anders“. Von Blankenheim bis Altenahr und von Walporzheim bis Sinzig sei der Weg, wenn auch teilweise über Provisorien, wieder befahrbar. Beim dem am schwersten beschädigten, 13 Kilometer langen Stück zwischen Altenahr und der Kreisstadt hole der LBM die Bahn mit ins Boot. „Der Unternehmer, der die Bahntrasse baut, wird auch den neuen Radweg bauen“, so Schmitt, der das Investitionsvolumen für diesen Streckenabschnitt vorsichtig mit 20 Millionen Euro bezifferte. Ende 2025 soll folglich nicht nur die Bahn wieder bis Ahrbrück fahren, sondern auch der Ahrradweg wieder komplett sein.

„Der Ausblick auf den Ahrradweg mach Hoffnung“, sagte Christian Senk, der sich über jeden Bagger im Ahrtal freut. Denn: „Die einen staunen, was schon geleistet wurde, den anderen geht es nicht schnell genug.“ Fakt sei: Das Ahrtal sei trotz Corona und Flut attraktiv für Tagesgäste. Bester Beweis seien aktuell Rekordzahlen bei der Klangwelle in Bad Neuenahr. Senk dankte „für die beständige Unterstützung durch das Wirtschaftsministerium im Rahmen der Möglichkeiten“ und gab die Leitlinie des Ahrtal-Tourismus vor: „Wir versuchen permanent das Gute zu sehen.“