Allgemeine Berichte | 05.02.2024

Fachkräfte-Allianz will, dass Flüchtlinge und Betriebe schnell zusammenkommen

„Wir brauchen alle ausländischen Fach- und Arbeitskräfte“

Allianz stellte Programm für ihre Ziele vor - Deutsch lernen ist das A und O

Vertreter der Fachkräfte-Allianz beteiligten sich auf Einladung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit Henning Schröder (rechts) an einer Pressekonferenz. Foto: HEP

Koblenz. Absolut leer wären Supermarktregale, wenn alle Produkte, die aus dem Ausland kommen und an denen Migranten beteiligt sind, ausgeräumt wären. So ein Foto kursiert derzeit im Netz.

Und damit so etwas Ähnliches nicht bei uns passiert, hat sich vor etwa zehn Jahren auf Initiative der Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein die Fachkräfte-Allianz Mayen-Koblenz gebildet. Sie besteht aus Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen, Jobcenter Landkreis Mayen-Koblenz, HwK Koblenz, IHK Koblenz, vem.die arbeitgeber e.V., DGB und Kreishandwerkerschaft Mittelrhein.

Ziele der Allianz sind Fachkräftegewinnung und Sicherung für die Betriebe, die sich ebenso wie die Bürger beteiligen sollten. Und deshalb gab es jetzt im Kreishaus in Koblenz eine Pressekonferenz zum Thema Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen, fortgeführt mit einem Fachkräfteforum in der Mülheim-Kärlicher Kurfürsten-Halle am 11. April um 17 Uhr.

Frank Schmidt, Leiter Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen, verwies auf den sogenannten Job-Turbo seit Oktober: „Die Flüchtlinge sollen eine Beschäftigung aufnehmen und gleichzeitig die deutsche Sprache lernen und sich nicht erst zwei Jahre lang vorbereiten.“

Dem stimmte auch Sandra Schumacher, Geschäftsführerin des Jobcenters Landkreis Mayen-Koblenz, zu: „Die deutsche Sprache erlernen ist das A und O und wird auch von Arbeitgebern verlangt. Die Flüchtlinge möchten das auch gerne.“

Aber: In Stadt und Kreis gibt es zu wenig Plätze für Sprachkurse. Und warum bieten HwK und IHK keine an? „Die wurden bei uns nicht nachgefragt und daher haben wir die Kompetenz abgegeben“, antwortete Susanne Ditzer, IHK-Projektverantwortliche für Fachkräftesicherung und das Welcome Center.

Und Frank Schmidt fügte hinzu: „Das alles ist nicht einfach und wir haben nicht für alle Töpfe die passenden Deckel.“

Dazu gehört auch, dass es in Koblenz für Flüchtlinge und Migranten keine bezahlbaren Wohnungen gibt, im Landkreis ist das etwas entspannter. Manche werden aber auch, u.a. in der Tourismusbranche, unter dem Mindestlohn bezahlt.

„Das ist nicht unsere Aufgabe und wir können uns nicht um alles kümmern“, gab Frank Schmidt zu bedenken und fügte hinzu, dass manche Firmen selbst für Wohnungen sorgen.

Die Allianz sieht ihre Aufgabe darin, dass geflüchtete Menschen schneller am deutschen Arbeitsmarkt Fuß fassen – auch, wenn sie noch nicht über alle fachlichen oder sprachlichen Kompetenzen verfügen. Gelingen soll dies durch eine zügige Vermittlung nach dem Integrationskurs, Lücken sollen berufsbegleitend geschlossen werden.

Diese Menschen und die Betriebe müssen dann zusammenkommen zur Beseitigung des Fachkräftemangels fordert Henning Schröder, Geschäftsführer Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein.

Zurzeit sind im Landkreis Mayen-Koblenz 960 erwerbsfähige Ukrainer gemeldet, von denen im Januar 406 arbeitslos waren. Von 1577 Geflüchteten aus den Asylherkunftsländern waren 609 arbeitslos.

Um sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren hat die Fachkräfte-Allianz verschiedene Angebote im Programm, denn: „Wir brauchen alle ausländischen Arbeits- und Fachkräfte, wobei es auch um Ausbildung, Berufsanerkennung, Kita- und Schulplätze geht“, erklärten bei der Pressekonferenz unisono die insgesamt zehn Vertreter der Fachkräfte-Allianz. HEP

Vertreter der Fachkräfte-Allianz beteiligten sich auf Einladung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit Henning Schröder (rechts) an einer Pressekonferenz. Foto: HEP

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