Politik | 11.12.2024

Der Countdown für die Einführung der „Gelben Tonne“ im Kreis Mayen-Koblenz läuft

Ab Januar sind die Sammelfahrzeuge von PreZero unterwegs

Mit den „Gelben Tonnen“ im Neuwieder Zentrum von PreZero: Niederlassungsleiterin Tina Muth und Unternehmenssprecher Boris Ziegler.  Fotos: GS

Kreis Mayen-Koblenz. Der Countdown läuft und in wenigen Tagen sind die „Gelben Säcke“ im Landkreis Mayen-Koblenz Geschichte. Gleichzeitig endet in der Verbandsgemeinde Weißenthurm das Pilotprojekt „Wertstofftonne“. Ab Januar leert der Umweltdienstleister PreZero dann im gesamten Kreisgebiet die „Gelben Tonnen“. Und in diese gehören ausschließlich lizenzierte Verkaufsverpackungen.

Mehr als 65000 der schwarzen Behälter mit dem gelben Deckel wurden dazu seit Oktober an die Haushalte verteilt. „Ein Umstand, der durchweg auf positive Resonanz bei den Bürgern stieß“, so Unternehmenssprecher Boris Ziegler im Gespräch mit Blick aktuell bei einem Besuch im Neuwieder Entsorgungspark. Dort hin kommt künftig auch der Inhalt der gelben Tonnen aus dem Kreis Mayen-Koblenz und wird für den Weitertransport zu einer Sortieranlage verladen. Positiver Nebeneffekt im Vergleich zum „Gelben Sack“: Die Behälter sind so stabil, dass sie nicht von futtersuchenden Tieren aufgerissen werden können und sie überzeugen auch in stürmischen Zeiten durch eine große Standfestigkeit. Außerdem entfallen die Organisation und Bevorratung der „Gelben Säcke“, in denen die Verpackungen viele Jahre lang gesammelt wurden.

Änderungen in Weißenthurm

Allerdings sollten, so Ziegler, die Verbraucher einige Tipps beachten, die den Umgang mit den neuen Gefäßen erleichtern. Das gelte vor allem im Hinblick auf das Volumen. Grundsätzlich dürfe die „Gelbe Tonne“ ausschließlich für Verkaufsverpackungen aus Aluminium, Kunststoff, Verbundstoffen oder Weißblech genutzt werden. „Das gilt ab Januar auch für die Bürger der Verbandsgemeinde Weißenthurm. Die sogenannten `stoffgleichen Nichtverpackungen´ – etwa das Küchensieb aus Kunststoff, das Sandkastenförmchen aus Plastik, die Toilettenbrille oder die Bratpfanne – gehören dann wieder in die Restmülltonne“, erläutert Ziegler die wichtigste Änderung. „Was in die Tonne darf und was nicht, darüber sollen Info-Anhänger an den Behältern die Bürger zusätzlich aufklären.“

Außerdem sei zu beachten, dass das Material nicht mit Gewalt in die Behälter gepresst werde, damit es beim Schüttvorgang aus der Tonne gleiten könne. „Je nach Materialart passt der Inhalt von circa acht Gelben Säcken in eine 240-Liter-Tonne“, sagt Tina Muth, als Niederlassungsleiterin der PreZero Service Mitte-West in Neuwied. Handele es sich dabei ausschließlich um Folien, könne es etwas mehr sein, würden ausschließlich Dosen in die Tonne gefüllt, sei es sicherlich weniger. Das Material solle lose in die Behälter gefüllt werden. Hilfreich sei es zudem, wenn die Verpackungen „entlüftet“ werden – etwa die Tetrapacks für Milch. Nicht zielführend sei es hingegen, die Verpackungen miteinander zu vermischen. „Der Joghurtbecher gehört nicht in die Eintopfdose – diese Variante stellt unsere Sortieranlagen vor unlösbare Probleme“, erklärt Muth. Sie hat am Standort Neuwied 140 Mitarbeiter und 60 Fahrzeuge im Einsatz.

Gefahr durch Falschentsorgung

Wichtig: Auf gar keinen Fall dürfen Stromspeicher in die „Gelben Tonnen“ gelangen. „Falsch entsorgte Batterien und Akkus verursachen quasi täglich Brände in Sortieranlagen oder Sammelfahrzeugen und bringen so Mitarbeiter und Einsatzkräfte potenziell in Lebensgefahr“, warnt Muth. Und Ziegler ergänzt: „Ein kleiner Akku für ein paar Cent reicht aus, um eine Sortieranlage für 80 Millionen Euro zu zerstören.“ Aber auch scheinbar harmloses „Kleinzeug“ kann laut Ziegler fatale Folgen haben. Mit Blick auf Weihnachten nennte er ein Beispiel: „Die Netze von Weihnachtsbäumen können sich in den Sortieranlagen so verheddern, das diese blockiert werden. Daher: Ab in den Restmüll.

Für die eigentliche Sammlung rät Muth dazu, die „Gelben Tonnen“ schon früh und gut sichtbar bereitzustellen – da sich im Einzelfall die Tageszeit für die Leerung verändert. Die Fahrzeuge von PreZero sind ab sechs Uhr morgens unterwegs. Für eine erste Eingewöhnungsphase sei es gestattet, weiterhin „Gelbe Säcke“ neben die neuen Behälter zu stellen. „Zum Jahreswechsel fallen besonders viele Verpackungen an, deshalb drücken wir bis Ende Februar noch ein Auge zu“, sagt Muth.

Bewährte Kombination

Bis dahin warnt sie auch dringend vor einer überstürzten Bestellung weiterer Tonnen: „Wir empfehlen den Verbrauchern, sich zunächst mit dem neuen Sammelsystem vertraut zu machen. Die Kombination aus Behältervolumen und Sammelturnus hat sich in vielen Landkreisen bewährt.“ Änderungswünsche zu den Behältern können laut Muth ausschließlich über die Mailadresse service.lkmayenkoblenz.de@prezero.com angemeldet werden. Dabei müsse die Anzahl der im Haushalt lebenden Bewohner und eine schlüssige Begründung angegeben werden. Und wenn im Eifer des ersten Gefechts tatsächlich mal eine „Gelbe Tonne“ stehen bleibt? „Kein Problem“, beruhigt Muth, „über die Rufnummer 0800/8866666 ist unsere regionale Disposition zu erreichen, die sich schnellstmöglich um eine Lösung bemühen wird.“

Das Unternehmen

PreZero ist ein Unternehmen der Schwarz Gruppe. In Deutschland hat PreZero 4800 Mitarbeiter an 122 Standorten. Hinzu kommen 30 Recyclinganlagen insgesamt, davon fünf für Leichtverpackungen, , in denen der Inhalt der „Gelben Tonnen“ so aufbereitet wird, dass er wieder in die Produktionskette einfließen kann. So findet sich dann irgendwann der leere Joghurtbecher aus dem Privathaushalt in der neuen Gießkanne aus dem Gartencenter oder im Armaturenbrett eines Autos wieder. Macht irgendwie Sinn. GS

Im Neuwieder Entsorgungspark werden die Wertstoffe zum Weitertransport in die Sortieranlagen umgeladen.

Im Neuwieder Entsorgungspark werden die Wertstoffe zum Weitertransport in die Sortieranlagen umgeladen.

Mit den „Gelben Tonnen“ im Neuwieder Zentrum von PreZero: Niederlassungsleiterin Tina Muth und Unternehmenssprecher Boris Ziegler. Fotos: GS

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