Politik | 22.04.2022, 14:56 Uhr

Ukrainehilfe in Cochem: Schiffstour bot Gelegenheit zum Austausch

Auf der Mosel unterwegs

Bürgermeister Lambertz beantwortete Fragen zum Alltag

Auf der „Wappen von Cochem“ erlebten die Flüchtlinge ein Stück Unbeschwertheit. Foto: VG Cochem
200

Cochem. Am Moselufer der Kreisstadt legte die „Wappen von Cochem“ ab. An Bord befanden sich diesmal jedoch keine Touristen. Rund 300 Menschen aus der Ukraine waren der Einladung von VG-Chef Wolfgang Lambertz gefolgt, um an einer kleinen Schiffsrundfahrt teilzunehmen. „Wir möchten den geflüchteten Menschen das Ankommen in unserer Region einfach leichter machen“, erklärte Lambertz. Einige Mitfahrende hatten sich bereits im Sprachkurs oder auf der Arbeit kennengelernt und die Schiffstour bot eine gute Gelegenheit, das eigene Netzwerk weiter auszubauen. Doch es gab auch jede Menge Fragen, die an den VG-Chef gerichtet wurden. Mit Hilfe von zwei Übersetzerinnen fiel das Beantworten der Fragen leichter. Dazu hatte sich neben Ivanna Eisfeld aus Cochem auch Liliâ Iskrenko bereiterklärt, eine Ukrainerin, die seit 2014 in Bruttig-Fankel zu Hause ist. Lambertz hatte bereits mit Ankunft der ersten Flüchtlinge eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe mit den Ukrainern eingerichtet, in der inzwischen ein reger Austausch stattfindet. „Daher wusste ich, dass es noch einiges zu klären und zu erklären gibt“, sagte er. Im Vorfeld hatte Lambertz deshalb einen Fragebogen erstellt, den die ukrainischen Neubürger an Bord ausfüllen konnten. Es ging um Fragen zu Impfung, Sprachkursen, Kindergarten- und Schulplätzen, Wohnung und Arbeit, eben alle elementaren Dinge des Alltags, die geklärt werden müssen. „Wir stehen hier vor einer großen Aufgabe, doch mit Freundlichkeit und Solidarität kriegen wir das hin“, gab Lambertz sich zuversichtlich. Inzwischen hatte die „Wappen von Cochem“ vor der Schleuse in Bruttig-Fankel gewendet und nahm wieder Kurs auf die Kreisstadt. Die Erwachsenen saßen in Gruppen zusammen und unterhielten sich. Die Kinder hatten sich längst miteinander angefreundet und zum Spielen an Deck verabredet. Man hörte die ersten Worte auf Deutsch. „Diese Fahrt gibt den Menschen ein wenig Alltag und Unbeschwertheit zurück“, weiß Liliâ Iskrenko. „Es tut einfach gut, sich wieder in der eigenen Muttersprache unterhalten zu können“, sagte sie. Die Menschen aus der Ukraine waren dankbar für das Angebot. Nicht selten musste Bürgermeister Lambertz für ein Foto mit den Teilnehmern herhalten. Aber das tat er in Anbetracht glücklicher und zufriedener Gesichter natürlich gerne.

Pressemitteilung

VGV Cochem

In Gesprächen erhielten die ukrainischen Gäste wichtige Informationen. Foto: VG Cochem

In Gesprächen erhielten die ukrainischen Gäste wichtige Informationen. Foto: VG Cochem

Auf der „Wappen von Cochem“ erlebten die Flüchtlinge ein Stück Unbeschwertheit. Foto: VG Cochem

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2026
Titel
Immobilienanzeige
Kreishandwerkerschaft
Herbstbunt
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Los gehts! Die Ehrenamtlichen des foodsharing-Bezirks Mayen machen sich auf, die übrigen Lebensmittel der Lukasmarktstände vor dem Wegwurf zu bewahren.
288

Mayen. Wenn die Lichter des traditionellen Lukasmarkts ausgehen und das Abschlussfeuerwerk verklungen ist, beginnt für ein ganz besonderes Team die wichtigste Schicht. Auch in diesem Jahr – und damit bereits im vierten Jahr in Folge – waren die Ehrenamtlichen von **foodsharing Mayen** am Sonntagabend im Einsatz, um übrig gebliebene Lebensmittel vor der Tonne zu bewahren.

Von foodsharing Mayen Lebensmittelrettung aus Mayen

Weiterlesen

Die neue Ahrufermauer in Mayschoß nimmt Gestalt an
803

In Mayschoß läuft der Wiederaufbau der durch die Flutkatastrophe 2021 schwer beschädigten Ahrufermauer auf Hochtouren. Zwischen dem Waagplatz und der Winzergenossenschaft entsteht eine neue, hochwasserangepasste Ufermauer auf tief gegründeten Bohrpfählen. Die Fertigstellung ist bis Sommer 2027 vorgesehen.

Von Nicolas Bäcker aus Dernau

Weiterlesen

Walking Acts und Stelzenläufer ziehen durch die Straßen.
321

Mayen. Wenn Hexen durch die Straßen ziehen, geheimnisvolle Gestalten auftauchen und Kürbisse gruselige Gesichter bekommen, ist es wieder Zeit für das „Festival der Magie“ in Mayen. Am Samstag, 31. Oktober 2026, laden die Stadt Mayen, die MY-Gemeinschaft und die Brückengemeinschaft e.V. von 10 bis 16 Uhr zu einem erlebnisreichen Tag für die ganze Familie ein.

Von Pressestelle Stadt Mayen aus Mayen

Weiterlesen