Wiederaufbau in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Bad Neuenahr: Parkhaus soll im Januar wiedereröffnet werden

80 Prozent der Geschäfte in der Telegrafenstraße haben wieder offen oder öffnen bald

15.11.2022 - 08:36

Bad Neuenahr. „Der Wiederaufbau nach der Flut ist kein Sprint, sondern ein Marathon“ - dieser Satz wird seit der Flutkatastrophe häufig zitiert und stellte von Beginn an eine grobe Prognose über die zu erwartende Dauer der Reparaturmaßnahmen dar. Doch nicht überall geht es gleich schnell voran. Unterschiede in der Wiederaufbaugeschwindigkeit ergeben sich aus dem Grad der Zerstörung und den persönlichen Eigentumsverhältnissen. Gerade in Bad Neuenahr schien es nach der Flut so, als wäre der Startschuss zum erwähnten Marathon mit deutlicher Verzögerung gefallen. Zunächst wirkte es, als hinke der Stadtteil hinterher, gerade dann, wenn Ahrweiler oder die Orte an der Mittelahr als Vergleich herangezogen wurden. Der Eindruck täuschte nicht, wie auch der Bad Neuenahrer Ortsvorsteher Richard Lindner bestätigte.


Viele Hände zu schütteln


Jetzt sei die Lage aber anders und gerade in der Kurstadt gehe es voran. Und tatsächlich: Lindner kommt aus dem Händeschütteln derzeit gerade gar nicht heraus, um Unternehmern zur Wiedereröffnung zu gratulieren. Besonders toll fände er die Entwicklung in der Telegrafenstraße. „80 Prozent der Geschäfte haben hier wieder geöffnet oder öffnen bald“, sagt Lindner. „Jetzt herrscht dort endlich wieder Leben und die Straße ist ein wichtiger Treffpunkt geworden.“ Generell sei er zufrieden mit der Quote der Geschäftstreibenden, die nach der Flut dem Standort Bad Neuenahr-Ahrweiler treu geblieben wären. „Die, die abgewandert sind, sind keine zehn Prozent“, weiß Lindner. Das sei ein guter Schnitt. Zum Vergleich: Kurz nach der Flut wollten „nur“ 60 Prozent weitermachen. Aber auch seinerzeit wurde diese Quote – angesichts der massiven Zerstörung – als hoch beschrieben.


Mehr Parkmöglichkeiten


Wichtig seien für Lindner auch die Entwicklungen um die Parksituation. Dazu hat der Ortsvorsteher eine gute Nachricht: Im Januar soll das Parkhaus am ehemaligen Casino wiedereröffnet werden. Durch die kürzlich freigegebene Behelfsbrücke in der Nähe können dann Fußgänger ganz bequem die Innenstadt erreichen. Die zusätzlichen Parkmöglichkeiten sollen die Kernstadt entlasten, denn trotz aller Appelle der Stadtverwaltung herrscht hier Parkanarchie, gerade im Bereich am Platz an der Linde. Die Zustände dort beschreibt Lindner als durchweg chaotisch. „Ich habe hier die klare Bitte an die Stadt, dass die Verwaltung dem Parkchaos Einhalt gebietet.“ Der Platz ist teilweise nicht mehr gepflastert, sondern asphaltiert und wird auch entsprechend genutzt – zum Befahren oder eben auch Parken. Dennoch bleibt zum Beispiel die angrenzende Poststraße eine Fußgängerzone. Lindner möchte hier mit einem Vorurteil aufräumen. „Die Wildparker sind meist keine Handwerker, sondern Anwohner“, so der Ortsvorsteher mit Verweis auf die vielen Autos mit AW-Kennzeichen.Dabei habe man in Bad Neuenahr gerade mit dem Platz an der Linde noch vieles vor, schließlich ist das Areal ein zentraler Punkt mit viel Raum. Um noch mehr Raum zu schaffen, stellt sich Lindner vor, den jetzigen Springbrunnen zu beseitigen. Eine Alternative wäre eine Art Wasserspiel wie am Alter Markt. Da können Kinder toben und somit hätten auch Familien etwas davon. Wie der Platz genau belebt werden könnte, sollen die Einwohner klären. In einem Bürgerworkshop sollen Ideen erörtert und diskutiert werden. Richard Lindner hat bereits Vorschläge und nennt einen größeren Wochenmarkt oder Konzertveranstaltungen als Wiederbelebungsmittel für den zentralsten Platz Bad Neuenahrs.

ROB

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Kommentare
germät:
"Armes Deutschland" wäre zu einfach und zu billig als Überschrift für solche Taten. Einfach nicht mehr nachvollziehbar. Früher wurden noch die Opferstöcke aufgebrochen, heute ist da aber nichts mehr zu holen!...
juergen mueller:
Das trifft voll u. ganz zu "germät". Würde ich mir sehr gerne anschauen. Jedoch, da wir aus Alters- u. Krankheitsgründen kein Auto mehr haben wird dies nicht möglich sein. Für jeden Kunstinteressierten wird es eine Freude u. Bereicherung sein. ...
germät:
"Künstler mit langem Atem"!...
juergen mueller:
Kunst u. Kultur ist ein wichtiges Gut - sagt der OB, Herr Langner. Damit hat er recht. Aber Sagen kann man viel. Und das machen Politiker nun einmal ... viel. Der Garten HERLET ist ein KULTURGUT, was die Stadt jedoch einen Sch ... zu interessieren scheint. Man setzt seinen Fokus weiterhin auf profitorientiertes,...
juergen mueller:
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