Politik | 20.08.2025, 14:49 Uhr

In Rheinland-Pfalz wurden unangekündigte Hausaufgabenüberprüfungen gestrichen: Wie steht Ihr zu dem Thema?

Keine unangekündigten HÜs mehr: Landrat begrüßt Entscheidung

Symbolbild. Foto: pixabay.com
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Region. In Rheinland-Pfalz sind die Ferien beendet und der Unterricht hat wieder begonnen. Für die Schülerinnen und Schüler gibt es dabei eine wichtige Neuerung: Unangekündigte Hausaufgabenüberprüfungen sind künftig nicht mehr zulässig. Bildungsminister Sven Teuber (SPD) erklärte gegenüber dem SWR, dass unangekündigte Kontrollen nicht mehr zu einer modernen Schule passten. Ziel sei es, Potenziale zu fördern und den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, sich gezielt auf Tests vorzubereiten.

Auch Marko Boos, Landrat des Kreises Mayen-Koblenz, äußerte sich zu dieser Veränderung auf Facebook. Er begrüßte das Ende unangekündigter Tests in Rheinland-Pfalz und betonte, dass ab sofort alle Leistungsüberprüfungen angekündigt werden müssen. Kritik komme zwar von Personen, die am bisherigen Schulsystem festhalten, er selbst halte die Neuerung jedoch für längst überfällig. Zur Begründung verwies er auf eigene schulische Erfahrungen. Überraschungstests seien für ihn damals häufig demotivierend gewesen, insbesondere in Fächern, für die er kein Interesse gehabt habe – etwa Biologie und Musik. In diesen Situationen habe er in der 9. oder 10. Klasse unangekündigt Tests schreiben müssen, deren Inhalte für ihn persönlich keine Relevanz hatten.

Nach Ansicht von Boos sei es unbestritten notwendig, in Kernfächern wie Mathematik, Deutsch, Englisch und Physik eine solide Wissensbasis zu schaffen. Gerade die sogenannten Nebenfächer sollten jedoch Freiräume für Interessen, Kreativität und Freude eröffnen, anstatt zusätzlichen Druck zu erzeugen. Motivation entstehe nicht durch die Angst vor einem spontanen Test, sondern durch Neugier und Begeisterung.

Boos betonte, dass seine Haltung nicht parteipolitisch motiviert sei, sondern sich ausschließlich am Wohl von Kindern und Jugendlichen orientiere. Er ist der Überzeugung, dass die Schülerinnen und Schüler durch die neue Regelung bessere Bedingungen haben. Gleichzeitig forderte er, nicht nur die Form der Leistungsüberprüfung, sondern das gesamte Schulsystem kritisch zu hinterfragen. Nur so könne gewährleistet werden, dass junge Menschen ihre individuellen Stärken entfalten und ihre Interessen gezielt gefördert werden. BA

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