Politik | 28.08.2020

Neu gegründete Bürgerinitiative stellt die Sinnhaftigkeit der Umgehungsstraße infrage

Ortsumgehung L126 entlastet den Ortskern in Sankt Sebastian nicht

Die Bürgerinitiative „L126 – wenn dann richtig!“ hat sich Ende 2019 gegründet. Aktuell haben sich eine Vielzahl von Bürger der Bürgerinitiative angeschlossen, weil sie sich kritisch und aus unterschiedlichen Gründen mit der Sinnhaftigkeit der Straße auseinandersetzen. Foto: Bürgerinitiative

Sankt Sebastian. Nachdem sich in einer Ortsgemeinderatsitzung in Sankt Sebastian im Dezember 2019 abzeichnete, auch die letzte ortsmittige Anbindung von Sankt Sebastian an die geplante Umgehungsstraße für die weitere Planung zu streichen, wird die Sinnhaftigkeit der Umgehungsstraße in Verbindung mit dem ortsnahen Verlauf durch die Bürgerinitiative „L126 – wenn dann richtig!“ (nachfolgend nur noch Bürgerinitiative genannt) infrage gestellt.

Nach dieser Streichung verbleiben nur noch zwei Zufahrten (sogenannte „Spange“) am Ortsanfang und -ende in St. Sebastian an die ortsnah verlaufende Umgehungsstraße. Laut einer Verkehrsuntersuchung des LBM aus 2003 entsteht 70% des gesamten Verkehrsaufkommens im Ort selbst. Eine von der Bürgerinitiative vor kurzem selbst durchgeführte Verkehrszählung kommt sogar zu einer noch höheren Verkehrsbelastung durch den im Ort entstehenden, bzw. verbleibenden Verkehr (81%). Daher wird der Ort durch eine fehlende ortsmittige Anbindung nur geringfügig vom Verkehr entlastet.

Aufgrund des ortsnahen Verlaufs der geplanten Umgehungsstraße werden die Bürger in St. Sebastian eher zusätzlich durch Lärm und Emission belastet statt entlastet. Der Bau der Umgehungsstraße wird ein massives, zusätzliches Verkehrsaufkommen zur Folge haben, im Hinblick auf die Entlastung der stark frequentierten B9 sowie einer möglichen Anbindung an die mittelfristig neu zu bauende Autobahnbrücke A48. Da eine Landesstraße nicht mautpflichtig ist, wird sich der Schwerlastverkehr höchstwahrscheinlich auf die L126 verlagern und die direkte Anbindung an das Koblenzer Industriegebiet nutzen. Leider werden dadurch die Natur und das Naherholungsgebiet, für die Einwohner St. Sebastians ein Stück Lebensqualität unnötigerweise zerstört.

Die Bürgerinitiative kommt daher zu dem Schluss, dass die Vorgehensweise seitens Orts- und Verbandsgemeinde hinsichtlich der L126 nicht ausschließlich pro Sankt Sebastian sein kann. Aufgrund vieler Gespräche mit Bürgern liegt hier, nach Meinung der Bürgerinitiative, ein Informationsdefizit und mangelnde Transparenz hinsichtlich der Verkehrsbelastung vor. Zudem wurde bis dato keine überparteiliche, proaktive Bürgerbeteiligung seitens der Kommune initiiert. Viele Bürger könnten daher völlig falsche Vorstellungen hinsichtlich des Verlaufs und des Sinns der Ortsumgehung haben. Daher möchte die Bürgerinitiative transparent und verständlich informieren.

Sollte weiterhin keine ortsmittige Anbindung der Umgehungsstraße geplant und später realisiert werden und dadurch keine nennenswerten Vorteile für Sankt Sebastian entstehen, fordert die Bürgerinitiative eine massive Rückverlegung der Trasse, z.B. zwischen Wasserwerk und Sportplatz Kaltenengers. Dadurch würden neben Sankt Sebastian auch die Anwohner von Kaltenengers profitieren.

Pressemitteilung der

Bürgerinitiative Sankt Sebastian „L126 - wenn dann richtig“

Die Bürgerinitiative „L126 – wenn dann richtig!“ hat sich Ende 2019 gegründet. Aktuell haben sich eine Vielzahl von Bürger der Bürgerinitiative angeschlossen, weil sie sich kritisch und aus unterschiedlichen Gründen mit der Sinnhaftigkeit der Straße auseinandersetzen. Foto: Bürgerinitiative

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Bertram: Das ist mittlerweile der 4. Bus der von dieser Marke vollkommen ausbrennt. Des Weiteren berichte die Rhein Zeitung darüber, dass der VREM 37. Busse der ersten Generation vorsichtshalber außer betrieb...
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Daueranzeige 2026
Image Anzeige
Imageanzeige - Dauerauftrag
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Anzeige Tag der offenen Tür am Zeiberberg
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26
Anzeige Beratertage Schlafexperte
Stellenausschreibung: Betriebshof
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
0

Allgemeine Berichte

JHV bei Aloisiusjugend

Ahrweiler. Einladung zu der gemäß § 5 der Vereinssatzung am Freitag, den 24. April 2025, 19.00 Uhr n der Weinstube „Franz Coels“, Ahrhutstraße 13, Ahrweiler stattfindenden ahreshauptversammlung er Aloisius-Jugend Ahrweiler von 1813 e.V.

Weiterlesen

Foto: Werner Dreschers
0

Adenau. Abgesehen von seiner lila-farbigen Mütze, die ihm jüngst auf offener Straße vom Kopf gerissen wurde, läuft es gut für Bischof Konrad Glöckner. Rundherum wird die Kirchenwelt von Missbrauchsfällen und deren Vertuschung erschüttert, aber in seinem beschaulichen Bistum ist alles ruhig und harmonisch. Mit dem Ruf eines „Aufklärers“ ist Glöckner designierter Leiter der katholischen Bischofskonferenz...

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
0

Seit 2021 entstehen zunehmend versiegelte Vorgärten als PKW-Abstellplätze, die vor der Flut noch Versickerungsflächen waren. Bei Starkregen wird das Niederschlagswasser dadurch direkt in die Straßenkanalisation und somit auf kurzem Weg in die Ahr geleitet. Dann muss man sich nicht wundern, dass der Fluss innerhalb kurzer Zeit bereits bei vergleichsweise geringen Regenmengen Hochwasser führt. Sollte...

Weiterlesen

Imageanzeige
Hausmeister, bis auf Widerruf
Image Anzeige
Wir helfen im Trauerfall
Wir helfen im Trauerfall
Wir helfen im Trauerfall
Titelanzeige
Titelanzeige KW 15
Wohnträume
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, Wohnen
Sachbearbeiter (m/w/d)
Staplerfahrer (m/w/d)
Blütenfest
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Anzeige Lagerverkauf
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26