Politik | 14.07.2023, 14:59 Uhr

Leserbrief zu „BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus: Ausgangssperre für Katzen: Vogelschutz oder Tierquälerei?“ in BLICK aktuell 26/23

Warum sollten Katzen anders behandelt werden als Hunde?

Das Problem sind nicht die Katzen, sondern der Mensch:

1. Alle sogenannten „Haustiere“ des Menschen mussten ihre Gewohnheiten ändern: Pferde leben normalerweise in Herden und streifen über das Land. Jetzt leben sie, wenn sie Glück haben, in Boxen, und in Ständern, wenn sie Pech haben. Selbst auf der Weide werden sie voneinander getrennt, sodass sich ein normales Sozialverhalten oft gar nicht entwickeln kann.

Vögel werden einzeln in Käfigen gehalten, obwohl sie in der Natur nur in Scharen leben. Hunde werden so klein gezüchtet, dass sie in Handtaschen getragen werden, statt zu laufen.

Warum sollen Katzen von diesen Anpassungen ausgenommen sein?

2. Durch die Reduzierung des Lebensraums der Vögel (Schottergärten) und der erschwerten Nahrungsbeschaffung (Insektenschwund), drängen sich immer mehr Vögel auf immer weniger Raum. Darum können Katzen heute viel mehr Schaden anrichten als noch vor zehn Jahren.

3. Immer mehr Leute haben im Grunde zu wenig Zeit, sich ausreichend um ihr Haustier zu kümmern. Das beste Beispiel sind die, während der Corona Pandemie angeschafften Hunde, die jetzt in den Tierheimen sitzen. Ein Hund braucht Auslauf, mit ihm muss gespeilt werden, man geht in die Hundeschule. All das tut eine Besitzerin, weil sie sich der Bedürfnisse des Hundes nach Freiheit und Spielen bewusst ist.

Das ist dieselbe Zuwendung und Freiheit, die Katzen brauchen. Lediglich die Besitzerinnen verlagern hier alles in die Natur: Tür auf, Katze raus, Tür zu, Problem für die Besitzerinnen gelöst. Wenn man sich mit Katzen in derselben Weise beschäftigt und artgerecht mit ihnen spielt, wie es bei Hunden der Fall ist, können sie sehr gut im Haus gehalten werden. Ganz ohne unbegrenzten Freilauf. Man kann Katzen auch beibringen, die Nächte im Haus zu verbringen, was den Druck auf die Wildtiere während der Nahrunsaufnahme in der Dämmerung verringert.

4. Kot wird nicht nur durch Hunde erzeugt, wobei ihn hier die Besitzerinnen größtenteils wieder aufsammeln. Und trotzdem wird Hundesteuer erhoben. Warum zahlen Katzenbesitzerinnen keine Katzensteuer?

Dr. vet. med. Heike Rudorf,

Meckenheim

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