Politik | 26.08.2025

Landtagsabgeordneter im Austausch mit Geschäftsführer des Tankstellen-Interessenverband e.V.

Wefelscheid: „Sonntagswaschverbot ist aus der Zeit gefallen“

Stephan Wefelscheid mit Dr. Jochen Wilhelm. Foto: privat

Koblenz. Bereits im März hatte Stephan Wefelscheid, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der Koblenzer Stadtratsfraktion Freie Wähler, eine Anfrage an die Landesregierung zum Thema Autowaschverbot an Sonn- und Feiertagen gerichtet. In einer anschließenden Pressemitteilung kritisierte Wefelscheid scharf das Festhalten am Waschverbot: „Das Sonntagswaschverbot ist aus der Zeit gefallen, es passt nicht mehr in die Lebensrealität der Menschen, die unter der Woche eben keine Zeit zum Autowaschen haben. Und inwieweit eine automatisierte Autowaschanlage im Industriegebiet irgendjemanden an seinem Sonntag stören sollte vermag sich mir ebenfalls nicht erschließen.“

Auch Dr. Jochen Wilhelm, Geschäftsführer des Tankstellen-Interessenverband e.V., hat wenig Verständnis für das Festhalten am Sonntagswaschverbot: „Uns geht es ja nicht um die christlichen Hochfeste, sondern um die übrigen rund fünfzig Sonntage im Jahr, an denen den Tankstellenbetreibern in Rheinland-Pfalz ein wichtiges Geschäft verloren geht.

Denn Kunden in Grenznähe waschen einfach stattdessen beispielsweise in Luxemburg, und alle anderen dann eben seltener. Bei einer nicht repräsentativen Befragung an Tankstellen in unserem Verband hat sich zudem eine sehr große Mehrheit der Befragten gegen das Waschverbot ausgesprochen, die gesellschaftliche Akzeptanz für solche Gängelungen schwindet nach unserem Vernehmen immer mehr.“

Im Rahmen des Austauschs berichtete Wilhelm auch über einen sich zuspitzenden Konflikt zwischen den Tankstellenbetreibern und den Mineralölkonzernen: „Wenn man eine Tankstelle pachtet, schließt man mit dem zugehörigen Mineralölkonzern einen sogenannten Tankstellenvertrag. Doch diese Verträge beinhalten mittlerweile oftmals Vorgaben zum Einkauf des Sortiments für den Shop der Tankstelle, aus dessen Betrieb der Pächter üblicherweise seinen Gewinn erzielt. Teilweise müssen die Betreiber so den Großteil ihres Sortiments nach Vorgaben der Mineralölkonzerne einkaufen, die so die Einkaufspreise diktieren, die oft über marktüblichem Niveau liegen. Das ist auch ein Grund für die hohen Shop-Preise an den Tankstellen, denn irgendwie müssen die Betreiber sich ja trotzdem über Wasser halten.“

„Anscheinend nutzen die Mineralölkonzerne hier ihre Vormachtstellung aus, um zulasten der Betreiber und letztlich der Kunden unverhältnismäßig hohe Preise aufzubürden“, so Wefelscheid, der zu diesem Sachverhalt auch einen Brief an die zuständige EU-Kommissarin Teresa Ribera Rodríguez gerichtet hat. „Ich halte es für fraglich, ob dieses Vorgehen wettbewerbs- und kartellrechtlich vertretbar ist. Dies habe ich die zuständige EU-Kommissarin gebeten zu überprüfen.“

Pressemitteilung des

Büro von Stephan Wefelscheid

Stephan Wefelscheid mit Dr. Jochen Wilhelm. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Koblenzer Bürger: Die Forderung der FDP, die Baumschutzsatzung abzuschaffen, ist ein längst überfälliger Schritt gegen staatliche Überregulierung. Es ist widersprüchlich, Hauseigentümer auf dem eigenen Grund und Boden...
  • Oliver Spielmann: Was passiert, wenn es keine Baumschutzsatzung gibt, haben wir in aktueller Sache in Neuwied gesehen. Hier wurden an einer Schule im Rahmen einer Umgestaltung 3 einhundert Jahre alte nachweislich gesunde...
  • Boomerang : Seit 2011 eine Frau durch einen herabstürzenden Ast in d Rheinanlagen ums Leben kam will keiner mehr für die Sicherheit verantwortlich sein. Mit alten Bäumen ist es wie mit alten Menschen, die können weg und machen nur Arbeit.
  • Bernd Hilger: Und wann wird sie für den Verkehr freigegeben ?
Rund ums Haus
Dauerauftrag 2026
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
MAYA  - Mayener Ausbildungsmesse am 13. März 2026
MAYA 2026
Wahlanzeige 4 von 6
Anzeige "Rund ums Haus"
Familien-Sonntag 2026
Empfohlene Artikel

Kesselheim. Nachdem das Keselheimer WGS-Ortsbeiratsmitglied seit Jahren versucht, an die Sitzbänke Abfallbehälter von der Stadt zu bekommen, was aber immer wieder von der Stadt abgelehnt wurde, hat der neue parteilose Ortsvorsteher Andreas Münzel und das WGS-Ortsbeiratsmitglied Bernd Ihl jetzt selbst die Sache in die Hand genommen.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Betrugsversuch im Bereich der Polizei Westerburg, der wohl auch überregional so stattfindet

06.03.: Betrugsmasche nach Todesfall: Polizei mahnt Hinterbliebene zur Vorsicht

Westerburg. Die Polizei Westerburg möchte auf eine besondere Form des Betruges hinweisen, der in dieser oder ähnlicher Form vermutlich auch überregional stattfindet: Ein Geschädigter teilte mit, dass er einige Monate nach dem Tod seiner Ehefrau durch eine vermeintliche Firma kontaktiert wurde. Diese gab an, dass seine Ehefrau kurz vor ihrem Tode Verbindlichkeiten eingegangen wäre, welche nun noch offen stünden.

Weiterlesen

Speyer. Am Freitagabend eskalierte ein Streitgespräch zwischen zwei Personen am Postplatz in Speyer. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung stach ein 18-Jähriger aus Dudenhofen mit einem Messer in Richtung seines 18-jährigen Kontrahenten aus Waldsee. Dieser wurde dadurch im Bereich des Bauches verletzt.

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Essen auf Rädern
Kreishandwerkerschaft
Daueranzeige 2026
Dauerauftrag 2025
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Bad
MAYA
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, März 2026
Anzeigenauftrag #PR111825-2026-0005#
Innovatives rund um Andernach
Rund ums Haus
First Friday Anzeige Februar
Angebotsanzeige (März)
BSW -WK 4
BSW-Gesamt
Thomas Scharbach