Talentschmiede hält Anschluss an die Tabellenspitze
Kreis Ahrweiler. Der Schachclub Talentschmiede Ahrtal ist gut ins neue Jahr gestartet, im Nachbarschaftsduell bei den Schachfreunden aus Nickenich gelang in der Rheinlandliga ein Auswärtssieg.
„Das hat richtig Spaß gemacht“, fasste Luca Häusler das Geschehen zusammen, „tolle Organisation der Nickenicher, Liveübertragung im Internet und ein hoher Sieg, besser geht es kaum“.
Während die Heimmannschaft beinahe in Bestbesetzung antrat, musste die Talentschmiede auf zwei Spieler der zweiten Mannschaft zurückgreifen.
Obwohl beide Ahrtaler Außenseiter waren, gewannen sowohl der Vereinsvorsitzende Dr. Robert Kaufmann als auch Ben Klatt ihre Partie. Kaufmann brachte seine Mannschaft mit 1:0 in Front. Die Opfer seines jungen Gegners nahm er mutig an und hatte schnell dessen Initiative entschärft. Das Mehrmaterial verwertete er sicher. Ben stand zwischenzeitlich bedenklich, verteidigte sich jedoch zäh und nutzte die erste Chance zum Gegenangriff. Dieser führte zu einem gewonnenen Endspiel, welches sein routinierter Gegner trotz trickreicher Gegenwehr nicht mehr halten konnte. Zuvor hatte Roman Windscheif mit den schwarzen Steinen sicher ein Remis beigesteuert, während Helmut Bürger sogar den zwischenzeitlichen Ausgleich der Nickenicher zulassen musste. In einer scharfen Variante hatte er sich schnell eine Gewinnstellung aufgebaut, um diese dann durch einen Blackout zu verlieren. Zum Glück brachte Julian Köhler am zweiten Brett die Talentschmiede zeitnah wieder in Front. Den konsequenten Mattangriff konnte sein Gegner nur unter großen Materialverlusten abwehren, um dann ebenfalls in einem verlorenen Endspiel zu landen. Thorsten Kammer am vierten Brett lehnte das Remisangebot seines Gegners ab und knetete diesen so lange, bis er aus einem minimal besseren Läuferendspiel ein gewonnenes machen konnte. Ein falscher Zug und die Umwandlung eines Bauern war nicht mehr zu verhindern. Tobias Naumann am fünften Brett war nicht wirklich gut aus der Eröffnung gekommen, aber er verkomplizierte die Stellung so geschickt, dass er erst ausgleichen und dann den einzigen schweren Fehler seines Gegners nutzen konnte, um einen Bauern in eine Dame umzuwandeln und mit dieser Matt zu setzen. Luca Häusler zeigte am Spitzenbrett, wie man einen Gegner erst einschnürt, zum Angriff übergeht und dann Material gewinnt. „Im Moment ist Luca einfach eine Bank“, freute sich Trainer Thorsten Kammer, der sich allmählich mit dem Gedanken anfreunden muss, dass Luca ihn in der internen Rangliste als Nummer 1 überholt.
Mit diesem 6,5 zu 1,5 Auswärtssieg bleibt der Blick der Ahrtaler nach oben gerichtet. Als Tabellendritter hat man nur einen Mannschaftspunkt weniger als der Titelfavorit Reil-Kinheim. In der nächsten Runde trifft die Talentschmiede auf den SC Kettig, der vor zwei Jahren noch zwei Ligen über den Ahrtalern aktiv war, also keine leichte Aufgabe.
