Allgemeine Berichte | 12.11.2013

Streuobstwiesenverein und Gemeinde Wachtberg treten als Projektpartner auf

Baumpaten auf der „Jubiläumswiese“

Erinnerung an ein denkwürdiges Ereignis trägt zum Naturschutz und Erhalt der Landschaft bei

Die ersten Baumpaten setzten ihre Obstbäume auf der „Jubiläumswiese“ in Villip (von links): Maximilian Schönborn, Vincent Thomas, Johanna Thomas, Elisabeth und Kurt Pung.VJ

Villip. Gemeinsam mit der Gemeinde Wachtberg startete der Streuobstwiesenverein Wachtberg jetzt ein neues Projekt: Auf der „Jubiläumswiese“ gegenüber dem Familienzentrum Villip kann jedermann mit dem Pflanzen eines Obstbaums an ein ganz besonderes Ereignis erinnern. Sei es die Hochzeit, die Goldhochzeit, sei es die Geburt oder die Taufe eines Kindes, sei es ein runder Geburtstag oder etwas völlig anderes, was für das Leben von besonderer Bedeutung ist. Auf der ökologischen Ausgleichsfläche im Wohn- und Gewerbepark Villip kann man zur Erinnerung an dieses Ereignis einen Obstbaum setzten und zugleich dafür die Patenschaft übernehmen. Es wurden bereits die ersten beiden Apfelbäumchen gepflanzt. Unter Anleitung des Vorsitzenden des Streuobstwiesenvereins, Michael Behrendt, schritten zwei Ehepaare zur Tat. Johanna Thomas und Maximilan Schönborn aus Mehlem pflanzten einen „Danziger Kantapfel“ für ihren kleinen Sohn Vincent Thomas, und Elisabeth und Kurt Pung aus Bad Godesberg setzten eine „Goldparmäne“ aus Freude über 45 gemeinsame Ehejahre. „Zur Goldhochzeit in fünf Jahren werden Sie wohl die ersten eigenen Äpfel von diesem Baum ernten können“, sagte Behrendt voraus. „Genau das war der Plan“, schmunzelten die Pungs. Sie hatten beim Streuobstwiesentag im Ließemer Köllenhof von der Aktion erfahren und sich spontan dazu entschlossen, mitzumachen.

Kind wächst mit dem Baum

Beim Ehepaar Thomas-Schönborn war Vater Dr. Stefan Thomas als Vorstandsmitglied des Vereins die treibende Kraft hinter der Patenschaft, Tochter und Schwiegersohn waren gleich hellauf begeistert und wollen künftig regelmäßig mit dabei sein, wenn Arbeiten auf der Streuobstwiese erledigt werden müssen. Sohn Vincent soll natürlich auch mit dabei sein beim regelmäßigen Beschneiden und Ernten, wenn er etwas größer ist, und mit dem Baum wachsen. Um die kümmert sich nämlich der Streuobstwiesenverein mit Unterstützung der künftigen Baumpaten. „Eine solche Patenschaft kostet einmalig 100 Euro“, erläutert Standesbeamtin Gabi Hüffel, die im Rathaus Berkum auch Ansprechpartnerin der Aktion ist. Der Ertrag der Obstbäume gehöre anschließend den Paten, die aber gerne die Früchte an den Verein weiterreichen können, der daraus wiederum leckeren Apfelsaft oder hochprozentigen Apfelbrand macht. Außerdem möchte der Verein so ein weiteres Refugium für alte Streuobstsorten schaffen. Auf den beiden nebeneinander liegenden Wiesen ist Platz für insgesamt 50 Bäume, die im Abstand von zehn Metern zueinander in zwei Reihen gesetzt werden sollen. Das erleichtere nämlich die Pflege, so Behrendt. Die Nachfrage scheint auf jeden Fall da zu sein, denn schon jetzt liegen drei weitere Anmeldungen vor.

Wie auf einer Trittstufe springen

25 Wiesen betreut sein Verein bereits im Drachenfelser Ländchen, die nach dem „Trittstufenkonzept“ so zueinander liegen, dass Tiere problemlos von der einen zur andern hüpfen können, wie auf einer Trittstufe im Bach. So tragen die Baumpaten, die auch eine Urkunde samt detaillierter Beschreibung der persönlich ausgewählten Obstbaumsorte erhalten, mit ihrer Aktion dazu bei, dass die vielfältige Landschaft des Drachenfelser Ländchens auch weiterhin von imposanten Streuobstwiesen geprägt sein wird. „Streuobstwiesen bieten zu jeder Jahreszeit ein wechselndes Bild - die Blütenpracht im Frühjahr, die Früchte im Sommer und Herbst, und selbst im Winter bereichern die stattlichen Obstbäume die Landschaft“, so Behrendt. Eine so strukturierte Landschaft werde von den meisten Menschen als interessant und schön empfunden und habe daher einen hohen Erholungswert. Streuobstwiesen gehörten darüber hinaus aber auch zu den artenreichsten Lebensräumen in unserer Kulturlandschaft. Die alten Obstbäume böten mit ihren Höhlen, Spalten und rissigen Rinden Wohn- und Niststätten für viele verschiedene Tierarten. Höhlenbrütende Vögel zögen hier ihre Jungen auf und fänden Nahrung im Baum und dem dazugehörigen Grünland. „Aber auch zahlreiche Insekten und Säugetiere wie die selten gewordenen Gartenschläfer und bestimmte Fledermausarten leben hier.“ In den intensiv genutzten Obstplantagen und Äckern dagegen fänden sie keine geeigneten Lebensbedingungen vor.

Vielfalt der Obstsorten erhalten

Im gewerblichen Plantagen-Obstbau werde üblicherweise nur eine kleine Auswahl der bekannten Apfel- und Birnensorten berücksichtigt. Die ursprüngliche Vielfalt der alten Obstsorten gerate so auf Dauer in Vergessenheit und drohe verloren zu gehen. „Wer kennt heute noch den Rheinischen Bohnapfel, den Winterrambour, Gellerts Butterbirne oder die Pastorenbirne?“, fragt Behrendt. Auf Streuobstwiesen würden diese alten, gebietstypischen Sorten bewahrt. Gerade die alten Sorten zeichneten sich durch köstliche Aromen und lange Lagerfähigkeit aus. Darüber hinaus seien sie widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge - und dies ohne jeglichen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Der Wachtberger Streuobstwiesen-Verein habe bisher übrigens mehr als 100 verschiedene Hochstamm-Apfel- und Birnensorten auf den Streuobstwiesen in der Gemeinde gezählt. Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es bei Standesbeamtin Gabi Hüffel unter Tel. (02 28) 9 54 41 12 oder beim Vorsitzenden des Streuobstwiesenvereins, Michael Behrendt, unter Tel. (02 28) 3 47 82 94 sowie im Internet unter www.streuobst-wachtberg.de oder www.wachtberg.de.

Die ersten Baumpaten setzten ihre Obstbäume auf der „Jubiläumswiese“ in Villip (von links): Maximilian Schönborn, Vincent Thomas, Johanna Thomas, Elisabeth und Kurt Pung.Foto: VJ

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