Allgemeine Berichte | 13.08.2013

Mitteilung aus dem Rathaus

Bürgermeister Theo Hüffel zum Unwetter am 20. Juni

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

vor über einem Monat, am 20. Juni, wurden wir in unserer Gemeinde wieder von einem großen Unwetter heimgesucht. Nach der Katastrophe vom 3. Juli 2010 war das innerhalb von nur drei Jahren ein weiteres Unwetterereignis, welches uns unsere Grenzen aufgezeigt hat. Im Jahr 2010 fielen in zwei Stunden bis zu 135 Liter pro Quadratmeter. Am 20. Juni hielten die Regenfälle nicht so lange an, waren aber mit 85 Litern in einer Stunde noch intensiver. Viele Bürgerinnen und Bürger haben beim letzten Unwetter großen Schaden erlitten, einige zum zweiten Mal in kurzer Zeit. Das bedaure ich sehr.

Nach dem Unwetter im Jahr 2010 haben wir in unserer Gemeinde viele Maßnahmen in Angriff genommen, um die Situation zu verbessern. Brückenbauwerke wurden technisch verändert, Durchlässe größer dimensioniert, in Niederbachem und Oberbachem wurden Grundstücke erworben, die als Rückhalteflächen dienen, in Niederbachem wird ein Spielplatz zurückgebaut und wird ebenfalls als Rückhalteraum dienen, Bachbefestigungen wurden eingebracht, Schutzwälle erstellt, Bachverbreiterungen durchgeführt und Bäume und Strauchwerk wurden teilweise entfernt. Die Gemeinde hat einen Ingenieur eingestellt, der unter anderem diese Maßnahmen koordiniert. Unser Abwassersystem wurde durch Kanalsanierungen und den Bau von Retentionsbecken kontinuierlich weiter verbessert.

Beide Unwetter, das Unwetter 2010 und 2013, waren weitaus intensiver, als das sogenannte 100-jährige Regenereignis (circa 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter), für das unsere Bäche ausgelegt sein müssen. Die Kanäle brauchen sogar nur ein 20-jähriges Regenereignis aufzunehmen. Das heißt, ein Ereignis, bei dem die Kanäle statistisch einmal in 20 Jahren überlaufen.

Unser Kanalsystem hat am 20. Juni angesichts der Regenmenge überraschend gut funktioniert. Das heißt, dort, wo die Kanäle nur das Oberflächenwasser aufnehmen mussten, kam es zu keinen großen Rückstauungen und das Wasser konnte abfließen. Anders war es dort, wo aus den Hängen, die zu großen Teilen landwirtschaftlich genutzt werden, unkontrollierte Hangabflüsse hinzukamen. Man muss sogar resümieren, dass diese Hangabflüsse zu größeren Schäden geführt haben, als die Überflutungen unserer Bäche.

Seit dem 20. Juni sind wir dabei, die Schäden an unserer eigenen Infrastruktur (Straßen, Wege, Gebäude, Brücken, Bachbett etc.) wieder in Ordnung zu bringen. Gleichzeitig werten wir Beobachtungen, Datenaufzeichnungen, Videomaterial und Fotos aus, führen Gespräche mit betroffenen Bürgerinnen und Bürgern, führen intensive Gespräche mit der Landwirtschaft und gleichen unsere bisherigen Maßnahmenplanungen an. Um zukünftig die Situation in Verbindung des wild abfließenden Wassers zu verbessern, werden wir über größere Grabensysteme und eine Veränderung der Bepflanzung, beispielsweise Hecken in Hanglagen, ernsthaft nachdenken müssen.

Gemeinsam mit Herrn Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch habe ich eine Hochwasserpartnerschaft zwischen der Stadt Bonn und der Gemeinde Wachtberg vereinbart. Die Grundlagen der Vereinbarung werden zurzeit ausgearbeitet. Bonn und Wachtberg arbeiten schon seit dem Unwetter im Jahr 2010 intensiv zusammen. Im Rahmen der Partnerschaft stellt die Stadt Bonn das von ihr beauftragte hydrologische Gutachten über den Mehlemer Bach zur Verfügung, welches gerade fertiggestellt wurde. In diesem Gutachten werden erste Aussagen zu möglichen Hochwasserschutzbecken auf Bonner und Wachtberger Gebiet getroffen. Beim beauftragten Ingenieurbüro wurde ein Angebot angefordert, um diese Standorte näher zu untersuchen. Eine realistische Umsetzung des Baus von Hochwasserrückhaltebecken auf Bonner und Wachtberger Gebiet werden wir ernsthaft prüfen.

Im Rahmen der Hochwasserpartnerschaft beabsichtigen wir, unsere Bürgerinnen und Bürger aktiv bei der Planung zu beteiligen. Ich halte es sogar für förderlich, wenn die Mehlemer und Wachtberger Bürger dabei gemeinsam mit einbezogen werden. Die Bachanrainer können uns wertvolle Hinweise über die Probleme am Bach liefern. Eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Bonn und der Gemeinde Wachtberg ist ebenfalls angedacht. Auf einer Internetplattform sollen alle geplanten Maßnahmen rund um den Bach sowie ihre zeitliche Realisierung dargestellt werden. Außerdem bietet es sich an, auf dieser Plattform Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die Bürger selbst ihren Schutz verbessern können. Auch Handlungsanweisungen für den Ernstfall, beispielsweise wo lagern Sandsäcke, sollten Berücksichtigung finden.

Unwetterereignisse, die oft als hundertjährige oder weit darüber hinaus bezeichnet werden, können in Zukunft häufiger auftreten. Es ist unbestritten, dass sich unser Klima verändert hat. Daher müssen wir uns dieser Situation aktiv stellen. Jetzt, wo die beiden Unwetter 2010 und 2013 noch frisch in unserem Bewusstsein sind, ist der richtige Zeitpunkt dafür. Es reicht dabei nicht mehr aus, den gesetzlich vorgeschriebenen Standard einzuhalten. Unser Ziel sollte es sein, den Bürgerinnen und Bürgern den größtmöglichen Schutz zu bieten. Dabei müssen wir aber immer bedenken, die Natur ist nicht beherrschbar und einen hundertprozentigen Schutz werden wir nie bieten können.Theo Hüffel

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