Allgemeine Berichte | 09.05.2022

Vorsitzende des Hospiz-Verein Rhein-Ahr erhielt Auszeichnung für ihr herausragendes Engagement in der Hospizbewegung

Ulrike Dobrowolny erhält Landesverdienstmedaille

SGD-Nord-Präsident Treis: „Sie brechen das das gesellschaftliche Tabu um das Lebensende auf.“

Ulrike Dobrowolny mit Wolfgang Treis von der SGD Nord.

Ulrike Dobrowolny mit Wolfgang Treis von der SGD Nord.

Kreis Ahrweiler. Wer sie vorgeschlagen hat, weiß Ulrike Dobrowolny nicht. Aber wofür die Remagenerin nun die Landesverdienstmedaille Rheinland-Pfalz erhalten hat, erklärte Wolfgang Treis, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, stellvertretend für Ministerpräsidentin Malu Dreyer in seiner Laudatio bei einer Feierstunde in Koblenz: „Sie haben das Ehrenamt in Form der Hospiz- und Trauerarbeit zu einer zentralen Aufgabe Ihres Lebens gemacht. So engagieren Sie sich seit vielen Jahren in herausragender Weise für die Menschen im Landkreis Ahrweiler.“ Durch ihre Arbeit blieben den Sterbenden bis zuletzt Würde und Selbstbestimmung erhalten, was insbesondere in einer immer älter werdenden Gesellschaft von besonderer Bedeutung sei.

Seit 2009 ist Ulrike Dobrowolny Vorsitzende des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr, der am kommenden Freitag, 13. Mai, von 16 bis 19 Uhr sein 30-jähriges Bestehen im Ahrweiler Bürger-Zentrum feiert, wozu alle Bürger willkommen sind. Kaum war Dobrowolny Vereinsmitglied wurde sie zur Vorsitzenden gewählt. Eben weil sie etwas bewegen wollte, wie sie sagt. Außerdem ist sie Gesellschafterin der Hospiz im Ahrtal gGmbH sowie Vorstand der von ihr 2019 mit ins Leben gerufenen Hospiz-Stiftung Rhein-Ahr-Eifel.

„In Untersuchungen hat man festgestellt, dass die größte Sorge des Menschen am Lebensende ist, allein zu sein“, erklärte Dobrowolny bei der Preisverleihung. Dagegen möchte die Theologin mit ihrem Engagement für Schwerkranke und deren An- und Zugehörige sowie für Trauernde etwas tun. Motivation für ihren Einsatz sieht sie unter anderem in den Erfahrungen mit dem Krebstod der Eltern, mit der Fluchtgeschichte der ostpreußischen Mutter und deren Folgen und in den Kriegserfahrungen und -folgen: „Diese kollektive Erfahrung des Sterbens und die vielen Toten führten dazu, dass der Tod aus unserem Leben ausgeschlossen wurde.“ Für Dobrowolny gehört der Tod zum Leben. Treis: „Sie brechen das das gesellschaftliche Tabu um das Lebensende auf.“

Die Palliativmedizin und die Hospiz- und Palliativbewegung haben die Um- und Versorgung, die Behandlung und die Pflege schwerstkranker Menschen mit begrenzter Lebenserwartung durch ein multiprofessionelles Team im Blick. „Sorge“ ist daher auch das Thema des Festvortrags zum 30. Hospizgeburtstag, den Gerda Graf, Ehrenvorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands hält. Dazu sowie zu Livemusik, Imbiss und Clownerien sind alle Bürger eingeladen. Der Hospiz-Verein Rhein-Ahr hat unter Ulrike Dobrowolnys Führung das Thema Sorge auch noch weiter ausgedehnt. So wurde die Trauerarbeit immer weiter ausgebaut. Genauso das Angebot an Schulungen für Fachkräfte in Pflegeinrichtungen und Kliniken sowie für Laien.

Seit Ulrike Dobrowolny Vorsitzende ist, ist der Hospizverein auf mehr als 1300 Mitglieder angewachsen und die Zahl der ehrenamtlichen Hospizbegleiter hat sich verdreifacht. Das schrieb Treis unter anderem auch Dobrowolnys Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit: „Mit Ihrer Öffentlichkeitsarbeit machen Sie das Thema ‚Tod‘ ein Stück weit alltäglicher und tragen dazu bei, dass Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Zudem tragen Sie dazu bei, dass mehr Menschen auf die Hospiz-Stiftung aufmerksam werden und ihre wichtige Arbeit mit Spenden unterstützen.“ Unter ihrem Vorsitz wurde 2015 das Hospiz im Ahrtal eröffnet, das bereits bei der Vereinsgründung 1992 anvisiert war. Treis: „Auf dem langen Weg haben Sie sich nicht entmutigen lassen und beharrlich das große Ziel verfolgt.“ All das schafft Dobrowolny neben ihrer Berufstätigkeit als Supervisorin beim Bistum Aachen.

Der SGD-Nord-Präsident verwies auch darauf, dass der Hospiz-Verein Rhein-Ahr nach der Flutkatastrophe, die auch dessen Büro an der Bad Neuenahrer Kreuzstraße traf, reagierte: Er erweiterte sein Satzungsziel und leistete unter anderem mit einem Waschmaschinenzelt praktische Hilfe, und er richtete in Kooperation mit Land und Kreis eine Koordinierungsstelle für Trauer- und Traumabegleitung ein. Eines der jüngsten Projekte war der Aufbau der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) im Kreis Ahrweiler, deren Stützpunkt am Mittwoch, 18. Mai, offiziell eröffnet wird.

Wegen der Corona-Pandemie erhielt Ulrike Dobrowolny die Ordensinsignien bei einer Feierstunde bei der SGD Nord im kleinen Kreis. Mit dabei waren ihre Vereinsvorstandsmitstreiterinnen Monika Lessenich und Berta Bauer, ihr Mann Kay Andresen, der sich ebenfalls in der Hospizbewegung engagiert, ihre Nichte Sophie Pult und ihr Neffe Jasper Pult sowie kommunale Vertreter: für den Landkreis Ahrweiler der Erste Kreisbeigeordnete MdL Horst Gies und für die Stadt Remagen die Erste Stadtbeigeordnete Rita Höppner.

Ulrike Dobrowolny mit Wolfgang Treis von der SGD Nord.

Ulrike Dobrowolny mit Wolfgang Treis von der SGD Nord.

Ulrike Dobrowolny (Mitte) mit ihrem Mann Kay Andersen (li.) und Wolfgang Treis.

Ulrike Dobrowolny (Mitte) mit ihrem Mann Kay Andersen (li.) und Wolfgang Treis.

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  • Anne: Ein Faustschlag mitten ins Gesicht und ein Dolchstoß mitten ins Herz aller Flutopfer…nicht nur der Toten und deren Angehörigen und Freunden, sondern insbesondere der unzählig vielen traumatisierten Menschen...
  • Betroffener: Wiedermal ein Totalversagen der Justiz und es werden Täter geschützt ! Inzwischen darf man sich wirklich fragen ob diese Justiz überhaupt noch der Gerechtigkeit und dem Volk dient oder einfach nur noch die Politiker zu schützen versucht !
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