Am Apollinarisstadion entstanden Containereinheiten als alternativer Wohnraum
Ahrtal: „Ein Stück Normalität und Hoffnung“
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Nach der Flutkatastrophe wird im Ahrtal und auch in der Kreisstadt weiterhin dringend Wohnraum benötigt, auch übergangsweise. Aktuell steht die Stadtverwaltung mit mehr als 250 Menschen in Kontakt, die eventuellen Wohnbedarf für die kommenden Wochen und Monate angemeldet haben. An einigen Stellen, auch außerhalb von Bad Neuenahr-Ahrweiler, entstehen „Siedlungen“ mit so genannten „Tiny-Häusern“ oder Wohncontainern. Alternativer Wohnraum wurde jetzt auch direkt neben dem Apollinarisstadion, im Bereich des früheren Nebenplatzes geschaffen. Dort, wo noch vor wenigen Monaten um Tore und Punkte gekämpft wurde, befinden sich derzeit 48 Container-Wohneinheiten, welche die bereits mit Unterstützung der Aktion „Deutschland hilft“ geplanten 64 Tiny-Häuser ergänzen sollen. Die ersten Bewohner sind bereits in die voll ausgestatteten Dreier-Wohncontainer, die eine Fläche von rund 40 Quadratmetern bieten und über jeweils einen Schlaf- und Wohnbereich sowie einen Sanitär-/Kochbereich verfügen, eingezogen.
Mehr als 100 Helfer des ASB waren im Einsatz
Kostenfrei zur Verfügung gestellt vom Land Berlin, beauftragte der ADD den Transport und Aufbau, der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Rheinland-Pfalz stattete die Wohncontainer mit neuen Böden, Möbeln, Fernsehern und grundlegenden Einrichtungsgegenständen aus. Alle Sanitäranlagen sind neu oder grundsaniert. Um eine wohnlichere Atmosphäre zu schaffen, sind die Innenwände mit Putz versehen. Mehr als 100 Helfer des ASB kamen hierbei zum Einsatz. Neben der Betreuung der Bewohner übernimmt der ASB vor Ort auch den Hausmeister-Service und bietet Waschmöglichkeiten in einem eigens errichteten Waschsalon an. Darüber hinaus gibt es in einem Gemeinschaftszelt eine Begegnungsstätte zum regelmäßigen Austausch. All diese Maßnahmen des ASB werden durch die privaten Spendengelder der Aktion „Deutschland hilft“ gefördert.
„Immer aus der Perspektive des Menschen gedacht“
Peter Diewald, erster Beigeordneter der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, würdigte im Rahmen der offiziellen Übergabe der Wohneinheiten den außerordentlichen Einsatz des Arbeiter-Samariter-Bund: „Der ASB hat hier immer aus der Perspektive des Menschen gedacht, geplant und umgesetzt - für ein gutes Übergangs-Zuhause, das den Menschen die Möglichkeit gibt, sich wohlzufühlen und eine Perspektive gibt.“ „Es war unser Ziel, wirkliche Wohnungen zu schaffen. Das ist uns gelungen, auch dank vieler Kooperationspartner wie der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, dem Land Rheinland-Pfalz, aber auch Unternehmen wie beispielsweise Fassbender Tenten, Elektro Fuhs oder Ikea“, sagte ASB-Landesgeschäftsführer Stefan Reinheimer, der parallel mit dem ASB auch in Dernau 60 Containerwohneinheiten errichtet. Horst Gies dankte als erster Kreisbeigeordneter allen an der Planung und Realisierung beteiligten Personen und Organisationen. „Sie geben uns so auf jeden Fall ein Stück Normalität und Hoffnung zurück. Ich weiß von vielen Menschen, die ihre Wohnung oder ihr Haus verloren haben, dass sie wieder zurück in die Heimat wollen – gerade jetzt vor Weihnachten“, so Gies. Nach den Containerwohneinheiten sollen bis Weihnachten auch die Tiny-Häuser im Stadtgebiet bezugsbereit sein.
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