Allgemeine Berichte | 23.07.2022, 12:10 Uhr

Christina  Haensch löst Bolko Haase an der Spitze des Forstamtes Ahrweiler ab

Ahrweiler: Kampf gegen den Stress des Waldes

Ahrweiler. Der Wald hat Stress. Extreme wie Dürre, Stürme oder auch massiver Schädlingsbefall nagen an seiner Substanz.  Auch im Kreis Ahrweiler, der mit mehr als 52 Prozent bewaldeter Fläche zu den waldreichsten Gebieten in Rheinland-Pfalz gehört. Den Kampf gegen diesen Stress des Waldes haben die Forstämter aufgenommen. „Das ist kein Sprint, das ist ein Marathon“, sagt Christina Haensch. Die 32-Jährige, die nach dem Studium der Forstwissenschaft an der Technischen Universität Dresden und einem freiwilligen ökologischen Jahr 2015 zu Landesforsten Rheinland-Pfalz kam, ist neue Leiterin des Forstamtes Ahrweiler und will sich der Langstrecke stellen.

Damit erstreckt sich nun ihr Verantwortungsbereich über 24000 Hektar Wald innerhalb der Landkreise Ahrweiler und Mayen-Koblenz, der in zehn Forstrevieren durch fünf staatliche und fünf kommunale Revierleiter sowie in einem Privatwaldbetreuungsrevier betreut werden. Etwa die Hälfte der Waldfläche befindet sich im Eigentum von ungefähr 21000 Privatwaldbesitzern, 9200 Hektar im Besitz von insgesamt 54 Kommunen und 1200 Hektar gehören dem Staat an.

Festliche Amtseinführung

Haensch wurde in einer festlichen Veranstaltung im Ahrweiler Winzerhof Körtgen in Ahrweiler durch den Staatssekretär des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz, Dr. Erwin Manz, offiziell in ihr neues Amt eingeführt. Gleichzeitig wurde Vorgänger Bolko Haase nach insgesamt 36 Jahren bei Landesforsten Rheinland-Pfalz in den Ruhestand verabschiedet. Dies unter Moderation von Regionalleiter Nord, Frank Ridderbusch.

Teilnehmer des Festakts waren unter anderem Friedhelm Münch für den Kreis Ahrweiler, Peter Diewald für die Kreisstadt, Michael Schneider für die Grafschaft, Hans-Werner Adams für Sinzig sowie der weiteren zum Forstamt Ahrweiler gehörenden holzvermarktenden Kommunen von der nordrhein-westfälischen Landesgrenze bis zu den Verbandsgemeinden Mendig und Vordereifel. Ebenso dabei: die SPD-Landtagsabgeordnete Susanne Müller, Axel Schneider vom Personalrat des Forstamtes, der Betriebsleiter der Ministerialforstabteilung, Dr. Jens Jacob, und der Leiter der Zentralstelle ferForstverwaltung, Stefan Asam.

Wie ein roter Faden zogen sich die Themen Klimawandel und Hilfe nach der Flutkatastrophe im Ahrtal durch die Ansprachen beim Festakt. So seien allein durch die Forstteams nach der Flut 40 Kilometer Waldwege so hergerichtet worden, dass abgeschnittene Ortschaften erreicht werden konnten. Mit Maschinen und Gerät hätten Forstämter aus ganz Rheinland-Pfalz ihren Kollegen und den Bürgern im Ahrtal beigestanden. Dieser „Teamarbeit in der Katastrophe“ zollte der Staatssekretär Anerkennung.

Anerkennung ebenfalls für Bolko Haase und seinen Einsatz für nachhaltige Waldwirtschaft, zuerst fast drei Jahrzehnte an verschiedenen Standorten in Rheinland-Pfalz i verantwortlichen Positionen, die letzten sechs Dienstjahre im Kreis Ahrweiler. Bereits bei seinem Antritt 2015 im Ahrtal hatte Balkoappelliert: „Den Wald fit machen für den Klimawandel.“

Ökologische Stabilität

Wie dies geschieht, erläuterte Staatssekretär Manz. Mischwald sei gezielt einzuführen, der Wald entsprechend umzubauen. Es gehe um ökologische Stabilität der Wälder, dies auch durch die Anpflanzung von klimaresilienten Baumarten.  Manz: „Wir müssen den Weg des Waldumbaus weiter beschreiten, damit auch für nachfolgende Generationen die Bäume hoch in den Himmel wachsen.“ Dies sei eine Aufgabe, der sich alle Gruppierungen vom staatlichen oder privaten Forsteigentümer über Jäger bis zu Umweltverbänden gemeinsam zu stellen und zu meistern hätten.

„Der Schutz des Waldes und des Klimas geht alle an“, sagte denn auch Haenschin ihrer Antrittsrede als neue Forstamtsleiterin. Dafür sei Leidenschaft gefragt. Und mit Leidenschaft tritt Haensch, die im Rahmen des Festaktes zur Beamtin auf Lebenszeit ernannt wurde, auch für den Baustoff Holz ein. Denn so könne Holz gleich doppelt zum Klimaschutz beitragen - als CO2-filternder Baum sowie als dauerhafter CO2 -speichernder Baustoff. „Holz bietet viele Potenziale für den Klimaschutz“, machte Haensch klar.

Neben Blumen und Urkunden gab es auch ein besonderes Geschenk für den Standort des Forstamtes Ahrweiler. Gregor Seitz übergab symbolisch für den Wiederaufbau im Ahrtal zehn von Mitarbeitern des Forstamtes Annweiler angefertigte Ruhebänke aus Holz an Peter Diewald: fünf aus Douglasie, fünf aus Esskastanie. Über die künftigen Standorte soll gemeinsam mit dem Forstamt entschieden werden.

GS

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