Allgemeine Berichte | 12.04.2022

Volker Dankos „ahrland“ in der Kreuzstraße stand während der Juliflut meterhoch unter Wasser, doch die Resonanz in seinem Umfeld motivierte ihn, weiterzumachen

Bad Neuenahr: „Es gibt ein Weiter nach der Flut“

Die Zerstörungen in der Kreuzstraße waren verheerend.  Fotos: ROB

Die Zerstörungen in der Kreuzstraße waren verheerend. Fotos: ROB

Bad Neuenahr/Heppingen. In Volker Dankos Weinshop gibt es eine breite Palette von Produkten, die allesamt die Eigenschaft teilen außerordentlich exquisit zu sein. Wein gibt es, logisch. Aber auch herben Ahrtaler Whiskey, süßen Rotweinkuchen, feine Ragouts und knackige Schokolade. Auch heute ist in seinem Geschäft wieder einiges los, Danko berät seine Kunden gerne, die im Minutentakt einlaufen. Doch sein Geschäft ist eigentlich gar keines. Im Hof seines Wohnhauses hat er sich eingerichtet und bringt dort seine Waren an Mann und Frau. Normalerweise werden hier Kisten gepackt. Aber normal ist seit dem 15. Juli kaum noch etwas. Nun verkauft er hier direkt vom Hof, aber auch in der Pop-Up-Mall auf dem Moses-Parkplatz kann er weitermachen.

Völliger Flurschaden

Volker Dankos eigentliches Geschäft befindet sich in der Kreuzstraße. Wer die Ecke in Bad Neuenahr kennt, weiß, dass hier das Wasser nicht nur hoch stand, sondern praktisch als neuer Fluss durch die Kurstadt verlief und alles mitriss. Entsprechend war der Flurschaden im „ahrland“, wie Dankos Geschäft heißt, enorm.

Heute blickt er auf die Flutnacht zurück und betont, dass er am Abend davor nicht mit einer solchen Katastrophe gerechnet hätte. Dass Wasser kommen würde, war klar - aber doch nicht bis in die Kreuzstraße, die direkt zum Platz an der Linde führt. Ganz anders sah die Situation bei seiner Frau aus. Die arbeitet bei einer Apotheke in unmittelbarer Nähe zur Ahr. Volker Danko half hier noch am Vorabend der Flut mit, das Interieur herauszuschaffen. Darunter auch Medikamente, die gekühlt werden müssen. So lagerten in seinen Kühlschränken neben Blanc de Noir auch Insulin oder Augentropfen. Seinen eigenen Laden sicherte er auch, für den Fall der Fälle. „Ich habe die Türen mit Klebeband abgeklebt, damit kein Wasser reinkommt“, sagt er heute und lacht dabei. Genützt hat es freilich nichts und das Klebeband an der Tür wurde genauso fortgerissen wie der Asphalt der Straßen und wenig weiter ganze Brücken.

Kreuzstraße:„Lassen Sie es lieber“

Zunächst war Volker Danko zu Hause - bis zum nächsten Morgen. Dankos Wohnhaus in Heppingen blieb weitestgehend verschont, da es auf einer kleinen Steigung liegt. Nur im Keller kam Wasser hoch. „Um halb 8 waren wir dann am Laden“, erinnert er sich. Vorher hatte er ein bemerkenswertes Erlebnis. Er traf einen Mann, der Danko fragte wo er denn hinwöllte. Als er „Kreuzstraße“ winkte der Passant nur ab: „Lassen Sie es lieber,“ sagte der. Und tatsächlich: Die Straße glich immer noch einem Fluss. Natürlich war sein Shop völlig kaputt, alles war voller Schlamm und Schutt. Viele seiner Produkte waren kaputt. Aber nicht alle: Einige Weinflaschen überstanden die Flut. Die Flaschen wurden zwar durch das Wasser angehoben, aber als es wieder abfloss vergleichsweise sanft auf die Erde gesetzt. Das war für Danko ein Glücksfall, wie sich herausstellen sollte. Denn über seinen Internet-Shop, den er bereits vor Corona aufgebaut hatte, melden sich viele Kunden und Danko schilderte in Newslettern die Situation vor Ort. Die Resonanz war riesig: Es liefen enorm viele Bestellungen ein, aber auch Spenden und Solidaritätsbekundungen. „Hier wusste ich“, so Danko, „es gibt ein Weiter nach der Flut.“ Der Einzelhändler beschreibt das große Feedback als sehr emotionalen, aber auch motivierenden Punkt inmitten des Trümmerfeldes der Flut. So musste nicht nur Schlamm geschippt werden, sondern auch Kartons für den Versand gepackt werden - eine bessere Soforthilfe konnte man sich nicht vorstellen. Zu den finanziellen Soforthilfen der Behörden hat der Weinexperte auch eine Meinung: „Die Hilfen von Kreis und Stadt haben super geklappt“, sagt er. Bei der Finanzhilfe der ISB müsse man noch abwarten, hier wird Danko erst noch einen Antrag stellen.

Viele helfende Hände

Motivierend waren auch die vielem Helferinnen und Helfer, seien es Freunde oder Verwandte, Freiwillige oder Vertreter amtlicher Organisationen wie THW oder Bundeswehr. Nach der „Entschlammungsphase“ ging es an den Wiederaufbau. Der ist auch jetzt noch in vollen Gängen. Doch Danko hat aus der Not eine Tugend gemacht: Sein Geschäft in der Kreuzstraße möchte er nämlich unbedingt bleiben und nicht nur das: Das neue „ahrland“ wird größer als vorher, denn auch das ehemalige Geschäft nebenan gehört jetzt dazu. So will er den Kunden mehr Raum bieten. Die Besucher sollen hier Wein kosten können und dies mit ausreichendem Platz. Dieses Genusserlebnis soll eine Alternative zum Online-Shopping bei den Internetriesen bieten. Denn heute sei es umso wichtiger, dass die Menschen zu Hause kaufen. Eine vitale Innenstadt sei wichtig für den Neuanfang nach der Flut, sagt Danko. Bis sein neues, altes Geschäft in der Kreuzstraße wieder starten kann, dauert es noch etwas. „Wir hoffen, dass wir im Spätsommer wieder loslegen können“, so Danko. ROB

Die Zerstörungen in der Kreuzstraße waren verheerend.  Fotos: ROB

Die Zerstörungen in der Kreuzstraße waren verheerend. Fotos: ROB

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