Allgemeine Berichte | 13.08.2021, 10:05 Uhr

Der Sinziger Verein Merida e. V. ist im Flutkatastrophengebiet überall an der Ahr im Einsatz

Bedingungslose Hilfe und Solidarität

Songül Erdem ist stolz auf ihre Helfertruppe. Foto: ROB
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Sinzig. Merida e.V ist seit September 2016 ein gemeinnütziger Verein in Sinzig, der im September 2016 gegründet wurde. Wer in Sinzig über die Koblenzer Straße fährt, kennt sicherlich ihr „Hauptquartier“ an der Ecke, dort wo die Ampelanlage den Verkehr regelt. Hier steht ganz schnörkellos „Merida“ im Fenster. Und der schlichte Schriftzug lässt kaum vermuten, welche Arbeit im Hintergrund geleistet wird und wurde.. Seit der „Stunde Null“ am Tag des Flutkatastrophe sind die Männer und Frauen des Vereins unermüdlich im Einsatz, um gegen die Auswirkungen des Hochwassers anzukämpfen. Sei es Schlammschippen, Brötchen schmieren oder Verbandsmaterial austeilen: Die „Meridas“ waren überall dort an der Ahr im Einsatz, wo starke Arme und ein offenes Ohr gebraucht wird und wurde.

Sachspenden undLebensmittellieferungen

Vor den jeweiligen Einsätzen überall zwischen Altenahr und Sinzig wurden Sachspenden über lokale Vereine gesammelt. Darunter war alles, was gebraucht werden konnte. Songül Erdem, Vorsitzende von Merida erklärt: „Babynahrung, Kleidung, Lebensmittel, Wasser und andere Getränke, aber auch Medikamente wurden gespendet und von uns in das Katastrophengebiet gebracht.“ Wenn Erdem von den Hilfstouren in die betroffenen Gebieten spricht, dann nenn sie das „ins Feld gehen“. Als wäre es der Krieg. Und die Assoziation ist nicht weit her geholt. Die Häuser in Altenahr sehen aus, als wären sie zerbombt. Dessen bewusst, lieferten die Mitglieder von Merida die lebensnotwendigsten Dinge, aber auch warme Mahlzeiten. Darunter auch Döner Kebab. Für die leidgeplagten Menschen war dies Balsam für die Seele, ein Stück Normalität eben. Akribisch wurde dabei auf die Hygiene geachtet. Alle Mahlzeiten wurden einzeln verpackt, um eine Kontamination mit giftigen Stoffen, die der Flutschlamm in sich trägt, zu vermeiden.

Die Resonanz war gewaltig. Unterstützt wurde Merida dabei von der Organisation Time to Help, die überall in der Region anpacken, zum Beispiel in Meckenheim, einer ebenfalls betroffenen Gemeinde in der Nähe. Insgesamt schlossen sich den Hilfsleistungen von Merida 700 Personen an. Neben den erwähnten Mitgliedern von Time to Help waren dies behördliche und freiwillige Helfer, aber auch von der Flut selbst betroffene Menschen. Es wurde also fleißig angepackt.

Auch von offizieller Seite gab es Zuspruch: „Wir waren auch als Verein zur Krisenstabssitzung eingeladen,“ blickt Söngül Erdem zurück. Ebenfalls wurde mit dem THW kooperiert um die Hilfsleistungen besser zu koordinieren“, sagt sie. „Das THW arbeiet mit lokalen Freiwilligengruppen“, sagt sie. Ein Problem konnte so umgangen werden. Denn in vielen Orten ist die Einfuhr von ortsfremden Personen untersagt. Für Merida wurde jedoch eine behördliche Sondergenehmigung, ein sogenannter Passierschein, ausgestellt, sodass die Hilfeleistungen weiter fließen konnten.

Ein tolle Bilanz

Das Resultat der ehrenamtlicher Helfer ist respektabel: 100 Gebäude wurden gereinigt, darunter Wohnhäuser, aber auch Schulen, Vereinsgeheime und Kirchen überall an der Ahr. Insbesondere die große Unterstützung der Helfer in den umliegenden Bundesländern und Städten – Erdem nennt hier exemplarische Mainz, Bingen, Kassel, Bad Kreuznach, Wiesbaden, Rüsselsheim Darmstadt und Bonn – war für Helfer und Betroffene überwältigend.

Der wichtigste Teil der Arbeit war jedoch das das Kochen und Backen in der Küche der Merida-Vereinsmitgliedern. „Es werden frische, gesunde Mahlzeiten und Leckereien, zubereitet, welche an die Menschen an den betroffenen Orten geliefert wird. Außerdem wird täglich warmes Essen für 20 Personen zu einer von der Gemeinde benannten Sammelstelle und Unterkunft für Betroffene im Schloss Arenthal gebracht. Darüber hinaus sind unsere die Helferinnen mit dem Verteilen von Speisen auch im Außendienst tätig“, so Erdem. ROB

Songül Erdem ist stolz auf ihre Helfertruppe. Foto: ROB

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