Emotionale Winzerfest-Rückkehr in Dernau

„Dernau wird wieder bunt“

Winzerfest zieht auch nach Flut und Pandemie tausende Besucher an

27.09.2022 - 10:35

Dernau. Auch wenn aus bekannten Gründen (noch) vieles anders sein musste als in früheren Jahren - das Dernauer Winzerfest war jetzt auch bei seinem gefeierten Comeback beliebt wie eh und je. Ein Publikumsmagnet, das seit Jahrzehnten tausende Gäste aus nah und fern anzieht und fasziniert. Die Folgen der Flutkatstrophe vom vergangenen Jahr sind noch fast überall im Ort spür- und sichtbar, doch gerade deshalb war das emotionale Winzerfest auch ein Stück weit eine Rückkehr zur Normalität, ein Ausdruck des Zusammenhalts und des Aufbauwillens. Eben wegen jener Zerstörungen, musste man vom gewohnten Weinbrunnenplatz auf den Schulhof der Grundschule ausweichen, was der guten Stimmung jedoch nicht schadete - im Gegenteil. Das wurde schon beim freitäglichen Auftakt deutlich, als die schon seit 2021 im Amt befindliche Weinkönigin Ronja Josten mit ihren Prinzessinnen Nadja Sebastian und Laura Nietgen das Winzerfest offiziell eröffnete. Ein Abend, der auch die Gelegenheit bot deren Vorgängerin, die Deutsche Weinprinzessin Linda Trarbach, feierlich zu verabschieden.


Eine neue Krone für Weinkönigin Ronja Josten


Samstags erhielt Königin Ronja unter dem Applaus der zahlreichen Gäste und Ehrengäste aus den Händen der Beigeordneten Elke Surges eine neue Krone. Vor der Krönung hatte ein kleiner Festzug die aktuelle Majestät zuhause abgeholt und anschließend die nach der Flut entstandene Seniorenresidenz im Ort besucht, um mit Greti Porschen und Regina Pauly eine Diamant, bzw. Eiserne Jubilar-Weinkönigin zu ehren. Unter dem Titel „Wein.Berg.Fest.“ konnten die Besucher nicht „nur“ auf dem Schulhof, sondern unter anderem auch im Festzelt des „Kölner Hof“ in der Römerstraße, in der Dagernova-Eventhalle sowie in verschiedenen Weingütern ausgiebig feiern. Sonntags umsäumten dann zahllose Menschen die Dernauer Straßen, um den zwar kleineren, aber dennoch mehr als beachtlichen Winzerfestzug zu erleben. Kapellen wie das Fanfaren-Tambourcorps Bengen oder der Spielmannszug Ahrweiler begeisterten dabei ebenso, wie die Weinmajestäten aus Dernau, Rech, Mayschoß und Walporzheim.


„Auch nach der Flut, das ist doch klar, bleiben wir die Macht an der Ahr“


Viele Fußgruppen dokumentierten den ungebrochenen Aufbauwillen der Dernauer - als kleine und große Handwerker, Nachwuchswinzer oder ganz farbenfroh nach dem Motto „Dernau wird wieder bunt“. „Auch nach der Flut, das ist doch klar, bleiben wir die Macht an der Ahr“, hatten beispielsweise die Dernauer Junggesellen selbstbewusst auf ihren Wagen geschrieben. „Der Rotwein ist ganz besonders hier, da freut sich jedes Tier“, stellte ein bestens gelaunter Trupp zweibeiniger Stofftiere kurz und prägnant fest. Und auch Frank Bertram als Weingot Bacchus strahlte mit der pünktlich zum Festzug scheinenden Sonne um die Wette.

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Kommentare
germät:
"Armes Deutschland" wäre zu einfach und zu billig als Überschrift für solche Taten. Einfach nicht mehr nachvollziehbar. Früher wurden noch die Opferstöcke aufgebrochen, heute ist da aber nichts mehr zu holen!...
juergen mueller:
Das trifft voll u. ganz zu "germät". Würde ich mir sehr gerne anschauen. Jedoch, da wir aus Alters- u. Krankheitsgründen kein Auto mehr haben wird dies nicht möglich sein. Für jeden Kunstinteressierten wird es eine Freude u. Bereicherung sein. ...
germät:
"Künstler mit langem Atem"!...
juergen mueller:
Kunst u. Kultur ist ein wichtiges Gut - sagt der OB, Herr Langner. Damit hat er recht. Aber Sagen kann man viel. Und das machen Politiker nun einmal ... viel. Der Garten HERLET ist ein KULTURGUT, was die Stadt jedoch einen Sch ... zu interessieren scheint. Man setzt seinen Fokus weiterhin auf profitorientiertes,...
juergen mueller:
Der Garten HERLET - ein KULTURGUT, was bewahrt werden u. nicht touristisch orientiertem Profitdenken geopfert werden sollte. Ich will jetzt nicht den Finger in die Wunde legen. Aber Kultur zu fördern, zu erhalten, ist doch das vermeintliche (ich könnte auch sagen, angebliche) Bemühen der Stadt, in...
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