EIN-Spruch: Heilige Quelle, stilles Echo
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Es gibt Orte, an denen Geschichte leise weiterspricht. In Bad Neuenahr-Ahrweiler etwa, am Apollinaris-Brunnen. Seit Jahrhunderten steigt hier Wasser aus der Tiefe – benannt nach Apollinaris von Ravenna, Bischof, Märtyrer und Glaubenszeuge des 2. Jahrhunderts.
Er lebte in einer Zeit voller Unsicherheit und Gewalt und ging seinen Weg unbeirrbar, auch wenn er unbequem war. Überliefert wird er als jemand, der zwischen Welten wanderte, standhaft im Glauben, tröstend für andere.
Warum das heute zählt? Weil wir Sinn suchen – oft, ohne zu bemerken, dass manche Geschichten längst da sind. Still. Unaufdringlich. Wie dieser Brunnen.
Heute stehen andere an der Quelle. Menschen ohne Titel, die tragen, organisieren, zuhören. Die das Leben im Hintergrund zusammenhalten – in Familien, in Pflege und Beruf, im Ehrenamt, in der Kirche, im Alltag. Viele von ihnen fern des Rampenlichts, aber unersetzlich.
Ich stelle mir vor, wie Apollinaris heute reagieren würde. Vielleicht würde er schweigen, sich eine Flasche füllen – und danken: „Ohne euch kein Leben.“
Vielleicht ist dieses Wasser mehr als ein Durstlöscher. Vielleicht erinnert es uns daran, dass Kraft nicht laut sein muss. Dass Würde nicht nur in Weihrauch liegt, sondern auch in Gummistiefeln, Kinderwagen oder Laptops auf Küchenstühlen.
Der 20. Juli ist sein Gedenktag. Kein Pflichttermin. Aber vielleicht ein Moment zum Innehalten. Den Wasserhahn aufzudrehen. An jene zu denken, die geben, ohne gefragt zu werden. Und sich zu fragen: Wer ist meine Quelle? Und für wen bin ich es?
Nicht als große Liturgie. Eher als leise Offenbarung.
Wer will, mag Apollinaris eine Legende nennen. Aber vielleicht geht es gar nicht um Titel oder Heiligsprechung. Vielleicht zählt, was bleibt: stille Formen von Mut. Eine Kraft, die nicht aus Macht wächst, sondern aus Haltung.
Der Brunnen erinnert daran: Nicht das Laute trägt, sondern das, was verlässlich und unscheinbar wirkt. Es stärkt – still, im Hintergrund, oft unbemerkt – und hält Leben zusammen.
Vielleicht liegt genau dort die Heiligkeit, die uns heute weiterträgt: im stillen Tun. In einer Quelle von Hoffnung, die nicht versiegt.
Nadine Kreuser
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Pfarrei Bad Neuenahr-Ahrweiler
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