Allgemeine Berichte | 27.07.2018

Kurt Heymann, Sohn des Ahrweiler Bürgers Leo Heymann in Nahariya gefunden

Eine unglaubliche Familiengeschichte

Matthias Bertram und Kurt Heymann.privat

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Im Rahmen einer Reise zu Freunden in Israel erwähnte Matthias Bertram, Forscher in Sachen Regionalgeschichte, dass er schon vor Jahren von Freunden aus Argentinien gehört habe, dass in Israel noch ein sehr betagtes Mitglied des Heymann Familie im Altersheim leben solle. Den israelischen Heymanns Nachkommen war davon nichts bekannt, Nachforschungen verliefen im Sand. Im Laufe des Gespräches fand Micha Adler, selbst Nachkomme der Heymanns, über sein Handy eine möglicherweise passende Telefonnummer. Ein Anruf war den Versuch wert. Wenig später war ein Kurt Heymann am Telefon. Eine halbe Stunde später saßen, Bertram und Adler in der Lobby des Altersheims „Hotel Eden“ in Nahariya mit Kurt Heymann zusammen. Was er erzählte, war unglaublich und ergänzte die Forschungen Bertrams zu den Nachkommen der Juden aus Dernau/Ahrweiler um einige weitere Facetten. Kurt selbst kam am 22. Januar 1927 in Köln-Braunsfeld zur Welt, als Sohn des in Ahrweiler (Oberhut 33) geborenen Leopold und als Enkel des in Dernau geborenen David Heymann (*1851 in der Teichgasse, heute Hauptstraße 19). Opa David hatte circa 1886 Therese Kahn geheiratet. Oma Therese war 1859 auf einer Baumwollfarm in Alabama/Amerika geboren worden.

Nachdem ihr Vater im amerikanischen Bürgerkrieg und die Mutter wenige Jahre später gestorben waren, holte ein Onkel die drei Mädchen der Familie nach Deutschland zurück. Von den vier Söhnen Davids (Albert, Sally, Max und Leo) kamen die ersten beiden mit ihren Familien im Holocaust um. Kurt war mit seinem Vater Leo, Mutter Frieda und Geschwistern schon 1934 von Köln nach Holland (Den Haag-Voorburg) vor den Nazis geflohen. Schon 1936 zog die Familie weiter nach Buenos Aires, wo bereits ein Bruder der Mutter lebte. In Buenos Aires angekommen, arbeitete Kurt schon wenige Tage später, als knapp 10-jähriger Junge in einer Pralinenfabrik. Kinderarbeit war eigentlich verboten, aber so konnte er trotz sehr schlechter Bezahlung erste Spanischkenntnisse erwerben. Von klein an ein großer Musikenthusiast entschied er sich später doch, um ein sicheres Einkommen zu haben, für die Arbeit in einem Uhrenhandel. Nach Jahren wurde er Geschäftsführer, dann auch Besitzer dieses Unternehmens. War das Leben in Argentinien vor dem zweiten Weltkrieg ein Traum gewesen, so gingen seit Peron die wirtschaftlichen Verhältnisse immer mehr bergab. Nachdem Kurt mit seiner Frau in Buenos Aires im Alter sechsmal überfallen und seine Frau verletzt worden war, entschied sich das Ehepaar, im schon recht hohen Alter, noch einmal auszuwandern. Antisemitismus war nicht der Hauptbeweggrund, sondern die allgemeine Sicherheit. Diesmal zog Kurt nach Israel. So wohnen Kurt und seine Frau Veronica nun seit circa 15 Jahren in einem Altersheim in Nahariya. Kurt war der Meinung, dass nur er und seine Cousine Resi, die in der Nähe von Aschkelon in Israel lebt, die einzigen Heymann-Nachkommen in Israel seien. Er sollte sich damit gründlich irren. Micha lud ihn daher zu einem weiteren Treffen im Kibbuz Nir Etzion, nahe Haifa ein. Doch das ist eine weitere verrückte Geschichte zu Familie Heymann.

Micha Adler, Enkel von Amalie Adler (geborene Heymann) aus Neuenahr und Kurt Heymann, Enkel von David Heymann aus Dernau.

Micha Adler, Enkel von Amalie Adler (geborene Heymann) aus Neuenahr und Kurt Heymann, Enkel von David Heymann aus Dernau.

Eine unglaubliche Familiengeschichte

Matthias Bertram und Kurt Heymann.Fotos: privat

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