Allgemeine Berichte | 14.09.2020

Die Veterinärbehörde des Landkreises Mayen-Koblenz informiert

Erster Fall von Afrikanischer Schweinepest in Deutschland nachgewiesen

Kries MYK. Eine amtliche Verdachtsmeldung auf Afrikanische Schweinepest ist am 9. September bei einem tot aufgefundenen Wildschwein im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg, unmittelbar an der polnisch-deutschen Grenze, erfolgt. Der Ausbruch der Virusinfektion wurde am 10. September durch das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt, womit nunmehr der erste bestätigte Fall der Afrikanischen Schweinepest im Wildschweinbereich in Deutschland vorliegt. Das teilt die Veterinärbehörde der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz mit.

„Die Afrikanische Schweinepest ist eine für Menschen ungefährliche Viruserkrankung, die ausschließlich Haus- und Wildschweine betrifft“, erläutert Veterinär Dr. Christian-Paul Bieber. Bei europäischem Schwarzwild führt die Infektion nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts zu sehr schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen. Hautblutungen, Nasenbluten, Durchfall, der auch blutig ausfallen kann, können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere zeigen mitunter auch Bewegungsunlust und Desorientiertheit.

Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen und Geschlechter gleichermaßen und führt in nahezu allen Fällen zum Tod des Tieres innerhalb einer Woche. Bei der Sektion sind vergrößerte, blutige Lymphknoten, eine vergrößerte Milz und feine, punkt- oder flächenförmige Blutungen in den Organen, der Haut oder Unterhaut charakteristisch. Lunge und Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt.

Neben der natürlichen Ausbreitung des Erregers kann die Seuche auch über infizierte Lebensmittel in die Wildschweinpopulation eingeschleppt werden. Das Virus hält sich sowohl in gekühltem, als auch in gefrorenem, gepökeltem und geräuchertem Fleisch oder in Wurst über einen langen Zeitraum auf. „Werden zum Beispiel kontaminierte Speisereste in frei zugänglichen Mülleimern an Autobahnraststätten entsorgt oder unterwegs achtlos weggeworfen, besteht die Gefahr, dass die hochinfektiöse Seuche in heimische Bestände eingeschleppt wird. Im ungünstigen Fall reicht ein Wurstbrot aus, um die hiesigen Wild- und Hausschweine anzustecken. Deshalb stehen an Autobahnraststätten geschlossene Container für Essensreste bereit, die Wildschweine weder öffnen noch umwerfen können“, sagt der Veterinär.

Für Verbraucher besteht jedoch kein Gesundheitsrisiko durch den Verzehr von Lebensmitteln, die von infizierten Tieren stammen. Um eine Ausbreitung des Erregers der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern, ist es aber wichtig, keine Lebensmittel aus Risikogebieten mitzubringen. „Jäger wiederum müssen darauf achten, dass sie den Erreger der Afrikanischen Schweinepest nicht mit unbehandelten Trophäen aus infizierten Gebieten von ihrer Jagdreise mitbringen“, betont Dr. Bieber. Nach der Jagd in Gebieten mit Afrikanischer Schweinepest müssen deshalb benutzte Gegenstände wie Schuhe, Kleidung und Messer gründlich gereinigt und desinfiziert werden. „Ein getrockneter Blutstropfen von einem infizierten Wildschwein kann ausreichen, um hiesige Tiere zu infizieren.“

Um Schweineställe vor der Afrikanischen Schweinepest zu schützen, müssen Tierhalter konsequent auf Hygiene achten. Dazu gehört unter anderem, dass keine fremden Personen den Stall betreten, vor dem Betreten die Kleidung gewechselt wird und keine Speiseabfälle verfüttert werden und das Futter so gelagert wird, dass es nicht durch Wildschweine kontaminiert werden kann.

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Dienstleistungen
Dauerauftrag 2026
Image
Gläser
Waldfest in Ramersbach
Anzeige Andernach schmeckt
Heizölanzeige
Empfohlene Artikel
BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 13
12

Jede Woche präsentieren wir Euch einen neuen Schnappschuss aus dem BLICK aktuell-Land. Die Bilder zeigen bekannte Orte, besondere Details oder überraschende Perspektiven aus der Region – doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, was genau zu sehen ist.

Weiterlesen

Vernetzte Nachbarn: In der Grafschaft gibt es eine Nachbarschaftshilfe, die für mehr Sicherheit in den Dörfern sorgen möchte.
49

Grafschaft. Als vor gut zehn Jahren die Zahl der Einbrüche in den Dörfern der Grafschaft spürbar zunahm, wuchs bei vielen Bürgerinnen und Bürgern der Wunsch, selbst aktiv zu werden und gemeinsam zur Sicherheit ihres Heimatortes beizutragen. Jetzt den vollständigen Artikel lesen im BLICK aktuell-RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Pixabay.com
17574

Eine Woche hattet Ihr Zeit um Eure Lieblingsbiergärten im BLICK aktuell-Land zu nominieren – und das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Insgesamt stehen 16 Biergärten zur Wahl! Nun habt ihr die Chance, in unserem großen Voting für Euren Favoriten abzustimmen. Und das lohnt sich: Der Biergarten mit den meisten Stimmen bekommt als Gewinn ein tolles Porträt in den verschiedenen Medien von BLICK aktuell.

Weiterlesen