Allgemeine Berichte | 03.08.2018, 15:43 Uhr

Das Kottenheimer Mädel Hildegard Lung

„Et üschte Kröbbelchje für de Schirmherr Heinrich Pickel“

Als Funkenmariechen durfte Hildegard Lung 1952 beim ersten Kartoffelfest das erste Kröbbelche überreichen

So kannte und kennt man Maychjes Hildegardbei der Arbeit auf den Kartoffel-Schälplätzen Kottenheims.

Kottenheim. Bald ist es wieder so weit. Dann zieht der Duft von frischen goldgelb gebackenen leckeren Kröbbelche in die Nasen der Festbesucher. Jedesmal kommen dabei auch für das 88-jährige Kotteme Mädel, Hildegard Lung, die Erinnerungen. Heute klingt es wie im Märchen. „Es war einmal“, damals, als die 18-jährige junge Dame Hildegard May, heute Lung, total aufgeregt als hübsches, echt Kottenheimer Girl mit viel Lampenfieber „em Bursch Heinrich“, dem Schirmherrn des ersten Festes im Jahre 1952, et allerüschte frösch jebackene Kröbbelchje überreichte. Bursch Heinrich, mit richtigem Namen Heinrich Pickel, war Landtagsabgeordneter, großer Förderer der Kotteme Tradition und sein Wort hatte Gewicht.

Für Hildegard war diese damalige Reibekuchenübergabe wahrlich ein Augenblick, den man im festivalen Leben wohl nicht vergisst. „Ümmer, wenn esch hai hin zom traditionelle ‚Krombere schelle‘ kummen, denken esch doran“, freute sie sich gegenüber „Blick aktuell“, also immer wenn sie mit vielen weiteren Damen, ob jung oder älter, viele der köstlichen Knollen von ihrer Schale befreit.

Sie ist praktisch mit der „Lachenden Kartoffel“ aufgewachsen. Die betagte Kottenheimerin war bei jedem der Feste in ihrem Element. „Me kann allerdings domols net met heut vergleiche“, gibt sie zu bedenken. Hildegard Lung war von Anfang an immer dabei, mit viel Begeisterung, ob beim Schälen oder viele Jahre lang beim Backen.

Das Herz am rechten Fleck

Sie kennt das „Kröbbelches-Geschäft“ durch und durch. Altbürgermeister Toni Schüller lobte sie in höchsten Tönen: Hildegard hat ihr Herz am rechten Fleck. Gradlinig, offenherzig, kein Falsch, offen und ehrlich.

Auf diese Kottenheimerin war immer Verlass“. Aber auch im Dorfgeschehen war sie aktiv, ob nun im Turnverein oder bei den Möhnen. Als deren Funkenmariechen durfte sie 1952 beim ersten Kartoffelfest das erste Kröbbelche überreichen. Trotz vielen unserer Bemühungen wollte sie uns allerdings das wohlgehütete „Geheimrezept“ der Reibekuchen nicht verraten. Nur ein Satz kam ihr über die Lippen: „De woren domols schunn esu goot be heut“, so die betagte Kottenheimerin, die mit Ehemann Karl schon das Fest der Eisernen Hochzeit begehen konnte. Und da hat sie wohl recht, die Kröbbelche munden immer noch den Gästen – so wie 1952.

BS

So kannte und kennt man Maychjes Hildegardbei der Arbeit auf den Kartoffel-Schälplätzen Kottenheims.
Es war einmal: Hildegard Lung (in der Bildmitte mit Eimer). Fotos: BS

Es war einmal: Hildegard Lung (in der Bildmitte mit Eimer). Fotos: BS

„Et üschte Kröbbelchje für de Schirmherr Heinrich Pickel“

Links sieht man Hildegard ehemals beider Schälarbeit mit vielen Kottenheimer Frauen.

Links sieht man Hildegard ehemals bei der Schälarbeit mit vielen Kottenheimer Frauen.

So kannte und kennt man Maychjes Hildegard bei der Arbeit auf den Kartoffel-Schälplätzen Kottenheims.

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag
Imageanzeige
Image Anzeige
Wir helfen im Trauerfall
Anzeige Beratertage Schlafexperte
kostenfreie Anzeige aus 2+1
Sonderseiten Mittler & Pfaffinger Bestattungen
Empfohlene Artikel
Zusammenhalt und Teamgeist – auch dafür steht ein Ort wie das Apollinarisstadion.  Fotos: DU
25

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Zahlreiche Sportstätten in der Kreisstadt sowie im Ahrtal wurden bei der Flutkatastrophe vor über fünf Jahren zerstört oder massiv beschädigt. Ganz besonders auch das Apollinarisstadion als größte und vielseitigste Anlage von Stadt und Region, dessen Lage nah der Ahr von zusätzlichem Nachteil war. Diese Zerstörung wurde durch die Tatsache, dass das Apollinarisstadion eben nicht...

Weiterlesen

2 x 2 Tickets für das Wanderkino gewinnen
55

Am Samstag, 12. September, 20 Uhr, wird es auf der Bungertwiese in Obermendig nicht nur „Sagenhaft musikalisch“, sondern auch cineastisch. Erstmals kann sich das Publikum auf ein besonderes Open-Air-Highlight aus der Zeit, als die Bilder laufen lernten, freuen, denn dann ist das „Wanderkino“ zu Gast und bringt ein Stück lebendiger Filmgeschichte unter den Sternenhimmel. BLICK aktuell verlost 2 x 2 Tickets.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
1068

Polizeihubschrauber im Einsatz: Keine Gefahr für Anwohner in Koblenz

01.09.: Polizeieinsatz in Koblenz: 63-Jähriger stirbt nach Sturz in Koblenz-Pfaffendorf

Koblenz. Am Dienstag, dem 1. September, wurde der Polizei in Koblenz gegen 15:40 Uhr ein Notruf gemeldet, der von einer blutenden Person in einem Hinterhof in Koblenz-Pfaffendorf berichtete. Zeugen behaupteten, ein schussähnliches Geräusch gehört zu haben. Aufgrund der unklaren Situation und der mangelhaften Informationslage wurden umgehend zahlreiche Einsatzkräfte in das Gebiet entsandt. Für kurze Zeit war auch ein Polizeihubschrauber in den Einsatz involviert.

Weiterlesen

Flower & Power Festival in Mayen
556

Zum dritten Mal verwandelte sich die Innenstadt in eine bunte Festivalmeile

Flower & Power Festival in Mayen

Beim „Flower & Power Festival“ wird die Mayener Innenstadt zum bunten Treffpunkt für Genuss, Musik und besondere Aktionen. Wir haben die schönsten Impressionen in unserer Fotogoalerie – jetzt im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Die Ramersbacher Straße in Ahrweiler. Foto: ROB
1804

Verkehrsteilnehmer müssen sich auf Einschränkungen einstellen

Ab 07.09.: Ahrweiler: Ramersbacher Straße wird voll gesperrt

Ahrweiler. Ab Montag, 7. September 2026, muss die Ramersbacher Straße in Ahrweiler ab der Ahrtorbrücke bis zur Einmündung „Eifelstraße“ voll gesperrt werden. Grund hierfür ist Straßen- und Kanalbauarbeiten. Die Sperrung wird voraussichtlich ein Jahr andauern. Die Umleitung erfolgt über die L 85 und L 83 über Schalkenbach sowie Königsfeld und umgekehrt.

Weiterlesen