Allgemeine Berichte | 01.08.2023

Anjo Närdemann, Rektorin der Grundschule St. Martin Remagen, setzt sich deshalb für eine kleines Hallenbad mit Lehrschwimmbecken ein

Jedes dritte Kind kann nicht schwimmen

Das Schwimmbad in Remagen ist für Schwimmunterricht ungeeignet.  Foto:ROB

Remagen. Das Thema „steigende Nichtschwimmerzahlen“ wird nicht nur bundesweit in den Medien beklagt. Inzwischen ist auch in Remagen eine rege Diskussion durch einen Antrag der FDP im Stadtrat zur grundsätzlichen Möglichkeit der Errichtung eines Hallenbades entstanden. Der Antrag schlägt auch in der Öffentlichkeit Wellen.

Anjo Närdemann, Rektorin der Grundschule St. Martin Remagen hat einen Vorschlag, wie dem „Schwimmbad-Mangel“ abgeholfen werden kann. Mit dem Bad in der Goethestraße hätte die Stadt eigentlich schon eine Möglichkeit zum Schwimmen. Das Schwimmbad eigne sich aber nur Freizeit- oder Sportschwimmen. Für den Schulunterricht ist das Bad ungeeignet, wie Anjo Närdemann beschreibt. Dabei ist gerade an der Grundschule das Schwimmenlernen enorm wichtig.

Schwere Allgemeinsituation

„Die Remagener Grundschulen können schon aus organisatorischen Gründen keinen regulären Schwimmunterricht im Rahmen des Sportunterrichts anbieten, da kein Hallenbad in der Umgebung einigermaßen gut erreichbar ist“, sagt sie. Hinzu komme eine schwere Allgemeinsituation. „Durch die Ahrflut ist der ganze Landkreis Ahrweiler „schwimmtechnisch“ bis auf drei Freibäder und ein paar kleinere Hotelschwimmbecken abgehängt.“

Schwimmunterricht sei aber lebensnotwendig, da ist sich die Rektorin sicher. „Gerade hier am Rhein, aber auch überall in der Freizeit am Wochenende oder in den Ferien im Urlaub kann es lebensrettend sein, wenn man schwimmen kann.“, so Närdemann.

Immerhin: An der Grundschule St. Martin wurden seit Mai zwei Schwimmkurse organisiert, die die Bürgerstiftung Remagen finanziert hat. Den Bedarf deckt das allerdings nicht.

Ein Drittel der Kinder kann nicht schwimmen

„Meine Abfrage unter unseren 66 Viertklässlern hat ergeben, dass ein Drittel nicht schwimmen konnte“, erläutert die Rektorin. „Das ist ein hoher Wert!“

Durch die Schwimmkurse haben es nun neun Mädchen und neun Jungen geschafft, das „Seepferdchen“ abzulegen und haben so zumindest Grundkenntnisse im Schwimmen erlangt. „Das sind 90 Prozent der Teilnehmenden. Vor allem in vielen Familien mit Migrationshintergrund ist das Thema Schwimmen kulturell eher nicht so im Bewusstsein verankert.“

Wäre nun ein kleineres Hallenbad als Lehrschwimmbecken verfügbar, so wäre dies ein enormer Fortschritt hinsichtlich der Daseinsfürsorge in Remagen, findet sie. „Alle drei Remagener Grundschulen könnten ohne großen Zeitverlust und ohne teure Fahrtkosten das ganze Jahr über das Lehrschwimmbad nutzen. Die Kinder könnten so im Rahmen ihrer Grundschulzeit das Schwimmen erlernen.“ Nachmittags und abends könnte schließlich die DLRG das Becken für Schwimmkurse nutzen.

Hier könnten beispielsweise auch besondere Bevölkerungsgruppen wie erwachsene Nichtschwimmer oder muslimische Frauen das Schwimmen in einem geschützten Raum erlernen. Dazu käme die Möglichkeit, Wassergymnastik als Gesundheitsvorsorge durch Sportvereine.

Finanzierung mit Flut-Spenden?

Auch Schulkinder aus Sinzig oder anderen Orten im Ahrtal könnten dieses Lehrschwimmbad sicher nach Absprache nutzen. Die Vorteile lägen somit auf der Hand.

Dass dieses Unterfangen durchaus hohe Kosten verursachen würde, bleibt auch der Grundschulrektorin nicht verborgen.

„Die nicht geringen Bau- und Unterhaltskosten wären eine sehr sinnvolle Investition in die Zukunft unserer Kinder und in die Gesundheitsprävention vor Ort und somit durchaus ein Standortvorteil für Remagen, das an dieser Stelle seine bereits vorhandene Kinderfreundlichkeit weiter ausbauen könnte“, so Närdemann. Gegebenenfalls könnte geprüft werden inwieweit Spendengelder für die Flut im Ahrtal und andere Förderungen herangezogen werden können.

Das benötigte Geld könnte den Überlegungen im Wege stehen. Dessen ist sich auch Anjo Närdemann bewusst. „Ich wünsche mir, dass mein Diskussionsbeitrag mit in die aktuellen Überlegungen einfließen wird, auch wenn mir natürlich bewusst ist, dass die hohen Kosten einer Realisierung wahrscheinlich entgegenstehen werden“, sagt sie. ROB

Das Schwimmbad in Remagen ist für Schwimmunterricht ungeeignet. Foto:ROB

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dienstleistungen
Immobilienanzeige
Betriebsferien
Räumungsverkauf
Rückseite o. B. Vorauskasse
Anzeige Juli
Stellenanzeige Sachbearbeiterin im Veterinärwesen
Empfohlene Artikel
Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel.Foto: privat
12

Es gibt eine Rubrik der kuriosen Feiertage, die im Internet abrufbar ist und für jeden Tag im Jahr eine Vielzahl interessanter oder auch nur amüsanter Feiertage auflistet. Für den 28. Juli wird in dieser Liste der Tag des Kaffeesatzes ausgewiesen, der bundesweit seit 2021 begangen wird. Ob es sich wirklich um einen Feiertag handelt oder nicht doch um einen initiierten Gedenktag, da nicht alle Kaffee trinken , das sei dahingestellt.

Weiterlesen

Die Innenstadt war stets gut besucht.
31

Remagen. Es stimmte einfach alles beim ersten Jakobsmarktsonntag in Remagen. Fand am Abend vorher die Wallfahrtseröffnung mit der Erhebung des Heiligen Hauptes großen Zuspruch, so erlebte der erste Jakobsmarktsonntag wohl sein bestes Jahr seit einigen Jahren. Nicht zuletzt sorgten dafür die sehr angenehmen Temperaturen. So ließen es sich wirklich Tausende Gäste aus Nah und Fern nicht nehmen, nach Remagen zu kommen und den ersten Jakobsmarktsonntag zu besuchen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
„La Dolce Mayen“ am 30. Juli in der Mayener Innenstadt
1911

Mayen. Mediterrane Atmosphäre, stimmungsvolle Musik und entspanntes Einkaufen: Unter dem Motto „La Dolce Mayen“ präsentieren „geMYnsam – Die INNENSTADTmacher“, MY-Gemeinschaft, Brückenstraßengemeinschaft zusammen mit der Stadt Mayen im Rahmen der Eventreihe „Schöner langer Donnerstag“ am 30. Juli von 17 bis 22 Uhr einen italienisch inspirierten Sommerabend in der Mayener Innenstadt.

Von Zoe Mertz aus Mayen

Weiterlesen

Foto: Polizei
3399

Der Mann soll eine Seniorin um ihr Geld betrogen haben:

18.07.: Foto-Fahndung in Neuwied: Wer kennt diesen Mann?

Neuwied. Am 16.06.2026 wurde eine 76-jährige Seniorin in Neuwied Opfer eines Betrugs. Gegen 11:30 Uhr kontaktierte sie ein bislang unbekannter Täter telefonisch und gab sich als Mitarbeiter einer Bank aus. Kurz darauf erschien ein der Geschädigten unbekannter Mann an der Anschrift und erlangte ihre Bankkarte samt PIN.

Weiterlesen