Allgemeine Berichte | 01.08.2023, 08:46 Uhr

Anjo Närdemann, Rektorin der Grundschule St. Martin Remagen, setzt sich deshalb für eine kleines Hallenbad mit Lehrschwimmbecken ein

Jedes dritte Kind kann nicht schwimmen

Das Schwimmbad in Remagen ist für Schwimmunterricht ungeeignet.  Foto:ROB

Remagen. Das Thema „steigende Nichtschwimmerzahlen“ wird nicht nur bundesweit in den Medien beklagt. Inzwischen ist auch in Remagen eine rege Diskussion durch einen Antrag der FDP im Stadtrat zur grundsätzlichen Möglichkeit der Errichtung eines Hallenbades entstanden. Der Antrag schlägt auch in der Öffentlichkeit Wellen.

Anjo Närdemann, Rektorin der Grundschule St. Martin Remagen hat einen Vorschlag, wie dem „Schwimmbad-Mangel“ abgeholfen werden kann. Mit dem Bad in der Goethestraße hätte die Stadt eigentlich schon eine Möglichkeit zum Schwimmen. Das Schwimmbad eigne sich aber nur Freizeit- oder Sportschwimmen. Für den Schulunterricht ist das Bad ungeeignet, wie Anjo Närdemann beschreibt. Dabei ist gerade an der Grundschule das Schwimmenlernen enorm wichtig.

Schwere Allgemeinsituation

„Die Remagener Grundschulen können schon aus organisatorischen Gründen keinen regulären Schwimmunterricht im Rahmen des Sportunterrichts anbieten, da kein Hallenbad in der Umgebung einigermaßen gut erreichbar ist“, sagt sie. Hinzu komme eine schwere Allgemeinsituation. „Durch die Ahrflut ist der ganze Landkreis Ahrweiler „schwimmtechnisch“ bis auf drei Freibäder und ein paar kleinere Hotelschwimmbecken abgehängt.“

Schwimmunterricht sei aber lebensnotwendig, da ist sich die Rektorin sicher. „Gerade hier am Rhein, aber auch überall in der Freizeit am Wochenende oder in den Ferien im Urlaub kann es lebensrettend sein, wenn man schwimmen kann.“, so Närdemann.

Immerhin: An der Grundschule St. Martin wurden seit Mai zwei Schwimmkurse organisiert, die die Bürgerstiftung Remagen finanziert hat. Den Bedarf deckt das allerdings nicht.

Ein Drittel der Kinder kann nicht schwimmen

„Meine Abfrage unter unseren 66 Viertklässlern hat ergeben, dass ein Drittel nicht schwimmen konnte“, erläutert die Rektorin. „Das ist ein hoher Wert!“

Durch die Schwimmkurse haben es nun neun Mädchen und neun Jungen geschafft, das „Seepferdchen“ abzulegen und haben so zumindest Grundkenntnisse im Schwimmen erlangt. „Das sind 90 Prozent der Teilnehmenden. Vor allem in vielen Familien mit Migrationshintergrund ist das Thema Schwimmen kulturell eher nicht so im Bewusstsein verankert.“

Wäre nun ein kleineres Hallenbad als Lehrschwimmbecken verfügbar, so wäre dies ein enormer Fortschritt hinsichtlich der Daseinsfürsorge in Remagen, findet sie. „Alle drei Remagener Grundschulen könnten ohne großen Zeitverlust und ohne teure Fahrtkosten das ganze Jahr über das Lehrschwimmbad nutzen. Die Kinder könnten so im Rahmen ihrer Grundschulzeit das Schwimmen erlernen.“ Nachmittags und abends könnte schließlich die DLRG das Becken für Schwimmkurse nutzen.

Hier könnten beispielsweise auch besondere Bevölkerungsgruppen wie erwachsene Nichtschwimmer oder muslimische Frauen das Schwimmen in einem geschützten Raum erlernen. Dazu käme die Möglichkeit, Wassergymnastik als Gesundheitsvorsorge durch Sportvereine.

Finanzierung mit Flut-Spenden?

Auch Schulkinder aus Sinzig oder anderen Orten im Ahrtal könnten dieses Lehrschwimmbad sicher nach Absprache nutzen. Die Vorteile lägen somit auf der Hand.

Dass dieses Unterfangen durchaus hohe Kosten verursachen würde, bleibt auch der Grundschulrektorin nicht verborgen.

„Die nicht geringen Bau- und Unterhaltskosten wären eine sehr sinnvolle Investition in die Zukunft unserer Kinder und in die Gesundheitsprävention vor Ort und somit durchaus ein Standortvorteil für Remagen, das an dieser Stelle seine bereits vorhandene Kinderfreundlichkeit weiter ausbauen könnte“, so Närdemann. Gegebenenfalls könnte geprüft werden inwieweit Spendengelder für die Flut im Ahrtal und andere Förderungen herangezogen werden können.

Das benötigte Geld könnte den Überlegungen im Wege stehen. Dessen ist sich auch Anjo Närdemann bewusst. „Ich wünsche mir, dass mein Diskussionsbeitrag mit in die aktuellen Überlegungen einfließen wird, auch wenn mir natürlich bewusst ist, dass die hohen Kosten einer Realisierung wahrscheinlich entgegenstehen werden“, sagt sie. ROB

Das Schwimmbad in Remagen ist für Schwimmunterricht ungeeignet. Foto:ROB

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Ahrweiler Weinwochen
Gesundheitsexperten Bad Neuenahr-Ahrweiler
Titelanzeige
Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606   - Pellenzer Lehrstellenbörse 2026
Empfohlene Artikel
(von links) Pascal Rowald, Jan Ritter und Peter Diewald im großen Sitzungssaal des Rathauses.  Foto: GS
436

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler bekommt einen neuen Ersten Beigeordneten. Jan Ritter wird Peter Diewald ablösen, der zum Jahresende in den Ruhestand geht. Ritter wurde vor großem Publikum unter Sitzungsleitung von Bürgermeister Pascal Rowald in dessen erster Sitzung als Stadtchef im zweiten Wahlgang zum Stadt-Vize gewählt. 21 von 36 Ratsmitglieder haben für den 46-Jährigen gestimmt, der für die CDU im Kreistag von Ahrweiler sitzt.

Weiterlesen

Die Junggesellen freuen sich auf unvergessliche fünf Tage. Foto: privat
186

Bad Bodendorf. Der Sinziger Stadtteil Bad Bodendorf steht wieder ganz im Zeichen der traditionellen Kirmes. Der Junggesellenverein (JGV) Bad Bodendorf lädt von Freitag, 4. September, bis Dienstag, 8. September 2026, zu fünf abwechslungsreichen Festtagen ein. Rund um den Kirmesplatz erwartet die Besucher ein buntes Programm für Jung und Alt, musikalische Unterhaltung und zahlreiche traditionelle Höhepunkte.

Weiterlesen

11

Unkel. Offenes Mitmach-Singen veranstaltet vom Kirchenchor des Seelsorgebereichs Unkel von 19 bis 20 Uhr auf dem Gelände des Christinenstifts in Unkel – bei schlechtem Wetter in der Kapelle - als Mitgestalter eines bundesweit von hunderten Chören gemeinsam ausgerichteten Liederabends anlässlich des Einheitsfestes. Liedrepertoire von altem Volksliedgut bis zu bekannten Liedern neuerer Interpreten, die für Freiheit und Frieden stehen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor.Foto: St. Nikolaus-Stiftshospital/Holger Lindner
1195

Rheinland-Pfalz bestätigt breites medizinisches Leistungsspektrum und stärkt das St. Nikolaus-Stiftshospital als wichtigen Standort

Krankenhaus Andernach geht gestärkt aus neuer Leistungsgruppenzuteilung hervor

Andernach. Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor. Durch die zugewiesenen Leistungsgruppen werden rund 99,5 Prozent des bisherigen Leistungsspektrums vollständig abgebildet. Das Krankenhaus sowie der Träger, die Stiftung St. Nikolaus-Stiftshospital Andernach, sehen darin die hohe medizinische Qualität und breite Expertise des Hauses bestätigt.

Weiterlesen

04.09.: Nickenich: Schwerer Verkehrsunfall: Motorradfahrer kollidiert mit Anhänger
1020

Nickenich. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich auf der L 118 zwischen Andernach und Kruft. Der Fahrer eines Wohnmobils, das mit einem Anhänger unterwegs war, befuhr die Strecke von Nickenich in Richtung Mendig. In der Nähe eines Schotterparkplatzes entschied er sich, das Gespann über die Gegenfahrbahn zu wenden. Genau in diesem Moment kam ein Motorradfahrer entgegen und kollidierte mit dem Anhänger.

Weiterlesen

Symbolbild.
787

Ulmen. Am Freitag, den 4. September 2026, ereignete sich gegen 00:10 Uhr im Einmündungsbereich der B259 und K2 in der Ortslage Ulmen ein schwerer Verkehrsunfall zwischen zwei Personenkraftwagen. Nach bisherigem Erkenntnisstand befuhr ein Autofahrer die B259 von Ulmen in Richtung Auderath. Ein anderer Fahrer befand sich auf der K2 und wollte nach links auf die B259 abbiegen. Im Einmündungsbereich kam es dann aufgrund einer Vorfahrtsmissachtung zum Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge.

Weiterlesen