Allgemeine Berichte | 08.06.2020

Arbeitsmarkt bleibt im Corona-Modus

Krise lässt die Arbeitslosigkeit in und um Koblenz ansteigen

Während die Arbeitslosigkeit anstieg, ging die Zahl der offenen Stellen weiter zurück

Koblenz. Auch im Mai war der regionale Arbeitsmarkt von Corona-Pandemie und Lockdown geprägt: Die Arbeitslosigkeit in Koblenz ist in den letzten vier Wochen um 272 auf 4.519 angestiegen. Damit waren 1.198 Frauen und Männer mehr arbeitslos gemeldet als im Jahr zuvor. Dies entspricht immerhin einer Steigerung von gut 36 Prozent. Die Arbeitslosenquote steigt von 6,8 auf 7,4 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 5,3 Prozent.

Ähnlich ist die Situation im Landkreis Mayen-Koblenz, wo die Statistiker Ende Mai 4.529 arbeitslose Frauen und Männer registrierten. Das ist ein Plus von 261 gegenüber April und eines von 906 gegenüber Mai 2019. Die Steigerung zum Vorjahr liegt bei 25 Prozent. Die Arbeitslosenquote klettert um 0,2 Punkte auf 3,8 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 3,1 Prozent. Die Neuzugänge an Arbeitslosen kommen aus nahezu allen Branchen, besonders häufig aber aus Handel und Gastronomie.

Die Zunahme der Arbeitslosigkeit spiegelt sich in beiden betroffenen Rechtskreisen des Sozialgesetzbuches (SGB) wider. Im SGB III (Arbeitsagentur) stieg die Arbeitslosigkeit in der Stadt seit April um 86 auf 1.639 Personen an. Im SBG II (Jobcenter) nahm sie um 186 zu und liegt nun bei 2.880. Vor einem Jahr waren im SGB III noch 589 und im SGB II 609 Menschen weniger arbeitslos gemeldet.

Im Landkreis stieg die Zahl der Arbeitslosen im SGB III in den vergangenen vier Wochen um 118 auf 2.670 an. Vor einem Jahr gab es 915 Arbeitslose weniger. Eine Zunahme der Arbeitslosen um 143 gab es im Mai im SGB II, wo nun 1.859 arbeitslose Menschen gemeldet sind. Gegenüber dem Vorjahr ist dies allerdings ein Rückgang um 9 Personen.

Es ist nicht nur der Anstieg der Arbeitslosigkeit, der die Krise spiegelt. Auch die Kurzarbeit bleibt ein wichtiger Gradmesser für die Corona-Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Seit Anfang März zeigten 1.625 Koblenzer Unternehmen für insgesamt 26.530 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit an (Stand: 27. Mai 2020). Im Landkreis waren es 2.052 Betriebe und 20.456 Beschäftigte. Mit der Anzeige wird allerdings nur die Möglichkeit geschaffen, Kurzarbeit zu nutzen. Wie viele Betriebe und Beschäftigte diese Unterstützung am Ende tatsächlich in Anspruch nehmen, lässt sich erst später absehen, da das Kurzarbeitergeld im Nachhinein zwischen Arbeitgebern und Agentur abgerechnet wird.

Während die Arbeitslosigkeit anstieg, ging die Zahl der offenen Stellen weiter zurück. Zwar wurden dem Arbeitgeberservice in den letzten vier Wochen zwar 268 neue Stellen aus der Stadt und 300 aus dem Landkreis gemeldet, so dass die Agentur derzeit in Koblenz 1.216 und im Umland 1.446 Stellenangebote zählt. Das sind aber trotzdem rund 1.900 weniger als vor einem Jahr.

„Wir hatten uns daran gewöhnt, dass es im Frühjahr regelmäßig zu einer deutlichen Belebung des Arbeitsmarktes kommt. Das Corona-Virus hat diesen Ablauf gewaltig durcheinandergebracht“, erklärt Frank Schmidt, Leiter der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. Die deutlichen Zuwächse gegenüber dem Vorjahr seien allerdings nicht nur darauf zurückzuführen, dass viele Menschen durch den Lockdown ihre Arbeit verloren haben. „Zum Teil liegt der Anstieg auch daran, dass Menschen ihre Arbeitslosigkeit nicht wie sonst üblich im Frühjahr beenden konnten.“ Wie lange der Arbeitsmarkt von der Pandemie geprägt sein wird, sei schwer zu sagen, erklärt Schmidt. „Das hängt nicht zuletzt davon ab, wie schnell sich die Weltwirtschaft erholen wird.“

Von Corona geprägt ist auch das diesjährige Ausbildungsmarktgeschehen. Da viele Betriebe in den letzten Wochen geschlossen waren und Bewerbungsgespräche auch jetzt nur eingeschränkt möglich sind, wird die sonst übliche Dynamik gebremst, was erheblich zur Verunsicherung beiträgt. „Allerdings gehen wir bislang davon aus, dass den meisten Arbeitgebern klar ist, dass der Fachkräftemangel trotz Corona ein großes Problem der Zukunft bleiben wird, und sie deshalb auch in diesem Jahr ausbilden werden“, so Schmidt. Das spiegelt sich auch in den von der Statistik bereitgestellten Zahlen, wonach Ende Mai in Koblenz 401 unversorgte Bewerber auf 565 unbesetzte Ausbildungsstellen kommen. Das entspricht 1,4 Stellen pro Bewerber. Im Landkreis werden derzeit 456 unversorgte Bewerber und 518 unbesetzte Ausbildungsstellen gezählt. Das macht statistisch betrachtet 1,14 Stellen pro Bewerber.

Viele junge Menschen ohne sichere Perspektive

Dennoch müssten viele junge Menschen damit leben, dass sie kurz vor dem Schulabschluss noch keine sichere Perspektive haben. Viele Pläne, wie zum Beispiel längere Auslandsaufenthalte seien völlig gescheitert. Erschwerend komme hinzu, dass wegen Schul- und Agenturschließung seit Wochen kein persönlicher Kontakt zwischen Berufsberatern und Jugendlichen möglich ist. Auch hier habe die Agentur sich schnellstmöglich auf andere Unterstützungsmöglichkeiten umgestellt. So gebe es mittlerweile eigene Berufsberatungshotlines und ein umfangreiches Onlineangebot, mit dem die telefonische Beratung flankiert werden könne. „Das ist natürlich nicht das Gleiche, wie ein Gespräch, bei dem man einander gegenübersitzt. Aber genau wie in allen anderen Lebensfeldern müssen wir auch hier Kompromisse machen, um unter den gegebenen Umständen das Beste zu erreichen.“ Agentur und Jobcenter können wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht besucht werden. So sind sie dennoch erreichbar:

Agentur für Arbeit Bad Neuenahr-Ahrweiler und Adenau:

Sondertelefon: 02 61 – 4 05 4 05

E-Mail: koblenz-mayen.postfach@arbeitsagentur.de

Jobcenter Ahrweiler:

Sondertelefon: 0 26 41 – 91 16 8 88

E-Mail: Jobcenter-Ahrweiler@jobcenter-ge.de

Hotline Berufsberatung:

Koblenz: 02 61 – 4 05 4 44.

Mayen: 0 26 51 – 9 50 3 33.

Vieles lässt sich auch ohne direkten Kontakt online erledigen:

https://www.arbeitsagentur.de/eservices

https://www.arbeitsagentur.de/arbeitslos-arbeit-finden/arbeitslosengeld-2

Betriebe, die Kurzarbeit anzeigen wollen, können ihre Unterlagen an folgende Postanschrift schicken: Agentur für Arbeit, 54187 Trier

Pressemitteilung

Bundesagentur für Arbeit

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