Allgemeine Berichte | 01.02.2022

Die Seelsorgerinnen und Seelsorger des Dekanates Remagen-Brohltal beziehen Stellung zu Missbrauchsskandalen und sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirchen

Missbrauchsskandal: „Wir können nicht schweigen!“

Remagen/Brohltal. Die Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche empören die Öffentlichkeit. Nun melden sich die Seelsorgerinnen und Seelsorger des Dekanates Remagen-Brohltal zu Wort.

„Sprachlos und mit großer Betroffenheit haben wir die aktuellen Berichte über die Missbrauchsskandale und die sexualisierte Gewalt in unserer Kirche wahrgenommen. Die Verbrechen, die im geschützten Raum von Kirche Menschen, vor allem Kindern widerfahren sind, empfinden wir als absolut verwerflich und beschämend.

Seelsorgerinnen und Seelsorger, die eigentlich die frohe Botschaft und das Heil verkünden sollten, haben schlimmstes Unheil angerichtet. Wir fordern lückenlose Aufklärung - auch in unserem Bistum. Zugleich muss der Schutz der Opfer vor dem Persönlichkeitsrecht der Täter stehen. Unser Mitleid und Mitgefühl gilt allen, die in unserer Kirche sexuellen und spirituellen Missbrauch und Gewalt erfahren haben oder immer noch erfahren. Wir fordern Aufklärung - das Wohl der Opfer und Ihrer Angehörigen muss im Vordergrund stehen.

Wir haben Respekt und Verständnis für alle, die sich aufgrund der Vorkommnisse von der Kirche distanzieren. Selbstverständlich stehen wir allen Menschen für Gespräch, Dialog und seelsorgliche Begleitung zur Verfügung.

Als Seelsorgerinnen und Seelsorger im Dekanat Remagen-Brohltal wollen wir nicht schweigen. Wir sind sensibel und aufmerksam in unseren Gemeinden und Arbeitsbereichen tätig. Prävention und Schutzkonzepte sind weiterhin notwendig und werden bereits in und mit unseren Gemeinden erarbeitet.

Wir stehen ein für eine gewaltfreie Kirche, in der niemand Angst haben muss, auch nicht hauptamtliche Mitarbeitende wegen ihrer individuellen Lebensweisen. Die Kirche muss ein Ort sein, an dem Menschen miteinander ihren Glauben in Sicherheit und Freiheit leben und entfalten können und so die Geborgenheit und Liebe Gottes erfahren.“

gez. Christian Bauer (Pastoralassistent), Josefine Bonn (Gemeindereferentin), Barbara Brötz (Gemeindereferentin), Christoph Hof (Pastoralreferent, Dekanatsreferent), Klara Johanns-Mahlert (Pastoralreferentin), Frank Klupsch (Pfarrer und geschäftsführender Dechant), Peter Kurtscheid (Diakon), Susanne Leuchs (Gemeindereferentin), Vivian Lion (Pastoralreferentin), Günter Marmann (Pfarrer), Pater Jino Matthew CST (Kooperator), Sabine Mombauer (Gemeindereferentin), Moritz Neufang (Pfarrer), Sebastian Pollitt (Diakon), Anita Schneider (Gemeindereferentin), Rainer Schönhofen (Gemeindereferent), Johannes Steffens (Kooperator), Werner Steines (Diakon), Pater Elias Stoffels OSB (Kooperator), Sheila Weiler (Pastoralreferentin), Frank Werner (Kooperator), Sebastian Zinken (Diakon).

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Kommentare
08.02.202217:35 Uhr
Gabriele Friedrich

@Winfried Esser/ als ich meinen 2. Beitrag schrieb, konnte ich noch nicht den Kommentar lesen von Herrn Müller. Ich habe auch nicht auf "Sie" bezogen geschrieben, sonst hätte ich Ihren Namen erwähnt. Ich bin sicher, das es viele Priester gibt, die sich hingebungsvoll um ihre Gemeinde kümmern und für die Menschen da sind. Das Problem ist für mich die Vertuschung vom Vatikan, den Kardinälen und Bischöfen. ( nicht alle, denke ich ) Dennoch- wir wissen seit Jahren, was da passiert ist und die Opfer leiden bis heute, wenn sie nicht schon verstorben sind.
Es tut mir leid, das Sie "in + an der Kirche" leiden. Die Kirche muss sich verändern, vor allem für Kinder und Familien. Ich bin nicht mehr gläubig, aus der kath. Kirche lange ausgetreten und leider habe ich die Sendung mit Anne Will nicht gesehen. Ich hole es nach per Mediathek. Die Sendung kommt für mich zu spät und sie ist mir zu "Meinungsbildend" . Bleiben Sie mutig und tun ihr Bestes, mehr kann man nicht verlangen. :-)

08.02.202213:17 Uhr
Winfried Esser

@G.Friedrich,@J. Müller: danke für Ihre Nachfrage, so daß ich nochmal antworten darf: Es ging mir nicht darum, mich am Vertuschen der Oberhirten mit schuldig zu machen: Ich wollte hier den Unterzeichnern antworten, weil bei uns in der Kirche die Spaltungs-Tendenzen aus dem Episkopat auch von sehr engagierten Christen viel zu wenig erkannt werden: Denn z.B. auch die Opfer stehen -was gerade auf der 3. Synoden-Vollversammlung wieder sichtbar wurde- noch immer im Regen, werden immer noch nicht gebührend berücksichtigt: Dahinter steht aber das Problem, dass der Mißbrauch vom Mißbrauch als „deutscher Sonderweg“ abseits der Weltkirchen-Synode ein gefährlicher Holzweg ist. Ich bitte Sie um Verzeihung, wenn ich hier nicht deutlich genug war, daß ich mit der Bitte um Unterscheidung für Benedikt XVI diejenigen gemeint habe, die auch im Kirchen-Bereich (wie z.B. bei ARD-Anne Will am 30.1.22) nicht gerecht waren. Das Urelement in der Kirche Jesu ist ja die Vergebung. Ich leide in + an der Kirche

07.02.202208:30 Uhr
Gabriele Friedrich

Benedikt XVI hat von den Skandalen gewusst und er hätte etwas tun können. Auch sein Bruder hätte etwas tun können. Ich sehe das also anders. Davon abgesehen haben die zu Zeiten als sie noch einfache Priester waren auch Kinder geschlagen, was Bruder Ratzinger zugegeben hatte. Die geben immer Salamitscheibchenmäßig etwas zu. Auch mein Pastor in der Schule schlug gerne. Meine Mutter hat immer gesagt- wenn euch einer anfassen oder schlagen will, dann schreit und lauft weg, kommt nach Hause. Und dann-hätte mal einer erleben sollen wie dieser Pastor von meiner Mutter zusammengefaltet wurde, denn er hatte sie als Kind auch schon geschlagen, aber sie hatte eben andere Eltern und hatte Angst als Kind. Die katholische Kirche hat es nicht geschafft die ganzen Täter zu verurteilen, denn die waren alle bekannt. Egal ob der Papst nun da unfair behandelt wird oder nicht. Er ist der unfairste und schlechteste Papst aller Zeiten. Vorrangig sind aber die Bischöfe und Kardinäle eines: Schuldig !

07.02.202205:47 Uhr
juergen mueller

@Winfried Esser/Ich gehe einmal davon aus, dass Sie, zugestanden, ein überzeugter Katholik sind, der genau die Worte gebraucht, wie sie zum Standard der katholischen Kirche gehören. Klartext zu sprechen, aber nicht danach zu handeln, ist ein Widerspruch, dem sich die katholische Kirche immer wieder gerne bedient. Offensichtlich haben auch Sie nicht begriffen, dass Benedikt XVI von Missbrauchsvorwürfen gewusst u. danach, diese vertuschend, gehandelt hat, so, wie man es immer getan hat. Dieses Versagen, dass Sie sogen. "Heutigen" vorwerfen, hat die Kirche von jeher begleitet. Da ist Benedikt keine Ausnahme. Von "nichts gewusst haben" ist schon vom Grundsatz her verlogen. Man brummt heute noch zur Beichte denjenigen, die gelogen haben, Vaterunser rauf u. runter auf, obwohl Verlogenheit schon zum Standard der katholischen Kirche gehört, ebenso wie die Scheinheiligkeit, mit der diese ihren "Schäfchen" Buße auferlegt für etwas, was man selbst für sich in Anspruch nimmt.

06.02.202217:46 Uhr
Winfried Esser

Das Problem der deutschen Oberhirten ist nicht die „Lehre der Kirche“ (wozu auch das Naturrecht als ihre eigene Sonderlehre gehört), sondern dass das Wort Gottes, das Evangelium als originärer Verkündigungsauftrag nicht mehr die Priorität hatte und v.a., dass sich so viele in dem „System“ nicht mehr daran gehalten hatten, nicht in der Nachfolge Jesu lebten und meinten, abseits von Rom und der Weltkirche mit einen deutschen Sonderweg innerhalb eines staatl. „Treueeid“ aus 1933 zu anderen Diensten verpflichtet zu sein - wem genau eigentlich? Aber Benedikt XVI hatte vor 11 Jahren, am 22.9. 2011 vor dem Deutschen Bundestag Klartext zum "Recht" gesprochen und was er als Papst maßgeblich gegen Missbrauch wieder gut gemacht, was er erzbischöflich systemisch und damals „über den Niederungen schwebend“ durchgehen ließ, wie seine Vorgänger (und sein Nachfolger Marx viel schlimmer noch falsch macht). Ihn nun als emeritierten Papst mit den heutigen Versagern in einen Topf zu tun ist unfair.

01.02.202214:00 Uhr
Gabriele Friedrich

Jetzt kommen alle angerannt und empören sich. Schon seit mindestens 1945 wurden Kinder mißbraucht und es hört ja nicht auf. Alle Täter sind noch da ( wenn sie nicht tot sind) Keiner ist rausgeflogen und keiner zurückgetreten. Zuerst wird geschändet, dann gelogen und vertuscht, dann zugeben was nicht verschwiegen werden kann, dann einfach "Sorry" sagen.
So geht das nicht. Auch Benedikt dürfte kein Papst mehr sein. Rücktritt auch mit 94. DAS wäre eine Entschuldigung. Das Mißtrauen gegen Priester ist nie wieder gut zu machen. Meine gesamte Familie ist schon seit 1998 aus der Kirche ausgetreten.
Glauben ? Es gibt nichs Gutes, außer man tut es-und da ist die Kirche weit weg von. Egal wo- sie ist ein alter Kasten, der immer weiter bröckelt.

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