Allgemeine Berichte | 14.09.2020

Bundespräses der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB)

Nur ein Lieferkettengesetz schafft soziale Standards

222.222 Unterschriften mit Lieferkettenbündnis übergeben

Berlin/Trier/Reifferscheid. Mehr als 222.222 Menschen fordern von Bundeskanzlerin Angela Merkel die Umsetzung eines Lieferkettengesetzes. „Freiwillige und gutgemeinte Aktionen, die auf Freiwilligkeit der Industrie und des Handels setzen, verbessern nicht die Situation von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in den internationalen Produktionsketten“, erklärt Bundespräses Stefan Eirich. Bundespräses Eirich hat am Mittwochmorgen gemeinsam mit Vertreter*innen der Initiative „Lieferkettengesetz“ die von mehr als 222.000 Menschen unterzeichnete Petition „Menschenrechte und Umweltschutz brauchen endlich einen gesetzlichen Rahmen“, adressiert an Bundeskanzlerin Angela Merkel, übergeben. Leider nahmen weder die Kanzlerin noch Wirtschaftsminister Altmaier die Unterschriften entgegen. Am Ende der Veranstaltung kamen spontan Umweltministerin Schulze und Arbeitsminister Heil zu den Demonstrierenden. Hubertus Heil wird die Unterschriften an seinen Kollegen Altmaier weitergeben.

Grund für die Übergabe und die Demonstration vor dem Kanzleramt war, dass das Bundeskabinett die Besprechung der Eckpunkte für ein Lieferkettengesetz erneut verschoben hat.

Das Bündnis aus über 100 zivilgesellschaftlichen Organisationen, u.a. auch der KAB, fordert von der Bundesregierung, das Gesetz nicht länger zu verschieben, sondern endlich für einen wirksamen Schutz von Menschenrechten und Umwelt zu sorgen.

Eirich: Unternehmen müssen Verantwortung übernehmen „Initiativen wie der Grüne Knopf sind freiwillig und dienen zwar dem Verbraucher, sich zu orientieren, aber die Beseitigung schlechter Arbeitsbedingungen in den einzelnen Schritten der Herstellung von Textilien werden nur bedingt erreicht“, erklärt Eirich.

Die KAB fordert von der Bundesregierung ein Lieferkettengesetz, das alle Unternehmen erfasst und bei Verstößen gegen Sozial- und Arbeitsrechte sowie gegen Umweltauflagen in Haftung nimmt. „Unternehmen müssen endlich für ihr Tun Verantwortung übernehmen“, so Eirich.

Anders als in früheren Eckpunkten des Arbeits- und des Entwicklungsministeriums vorgesehen, will das Wirtschaftsministerium ein Lieferkettengesetz nur für Unternehmen ab 5.000 Mitarbeitenden einführen. Zudem soll der zivilrechtliche Durchsetzungsmechanismus entfallen.

Damit hätten Betroffene von Menschenrechtsverletzungen kaum eine Möglichkeit, vor deutschen Gerichten Entschädigungen einzufordern. „Dies wäre ein zahnloser Tiger“, so Johannes Schorling, Referent für Wirtschaft und Menschenrechte bei INKOTA (INformation, KOordination, TAgungen zu Themen des Nord-Süd-Konflikts und der Konziliaren Bewegung).

Geschädigte müssen hierzulande klagen können, wenn das Unternehmen von Menschenrechtsverletzungen bei seinen Zulieferern wusste.

Die KAB im Bistum Trier arbeitet sowohl im Saarland als auch in Rheinland-Pfalz zusammen

mit anderen Organisationen an dem Thema engagiert mit.

Informationen auf der Homepage des Bundesverbandes: www.kab.de.

Pressemitteilung

KAB

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Rund um´s Haus
Anzeigensponsoring Sommerbunt - o.B.
Kleinanzeige Zaunbau
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0378#
Waldfest in Ramersbach
Werbeplan 2026 / rund ums Haus
Sachbearbeiter/in (w/m/d) Bauverwaltung
Feuerwehrfest Plaidt
Empfohlene Artikel
Vernetzte Nachbarn: In der Grafschaft gibt es eine Nachbarschaftshilfe, die für mehr Sicherheit in den Dörfern sorgen möchte.
49

Grafschaft. Als vor gut zehn Jahren die Zahl der Einbrüche in den Dörfern der Grafschaft spürbar zunahm, wuchs bei vielen Bürgerinnen und Bürgern der Wunsch, selbst aktiv zu werden und gemeinsam zur Sicherheit ihres Heimatortes beizutragen. Jetzt den vollständigen Artikel lesen im BLICK aktuell-RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Auch in der Sommersaison 2026 begeistert der Europa-Park seine Gäste mit einer einzigartigen Mischung aus Attraktionen, Shows und europäischem Flair.
302

Mit über 100 Attraktionen und Shows, landestypischer Architektur und authentischer Küche ist der Europa-Park seit über 50 Jahren das ideale Ausflugsziel für die ganze Familie. Jetzt mitmachen und gewinnen! Alle weiteren Infos und das Gewinnspiel gibt‘s im BLICK aktuell RegioMagazin

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Pixabay.com
16667

Eine Woche hattet Ihr Zeit um Eure Lieblingsbiergärten im BLICK aktuell-Land zu nominieren – und das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Insgesamt stehen 16 Biergärten zur Wahl! Nun habt ihr die Chance, in unserem großen Voting für Euren Favoriten abzustimmen. Und das lohnt sich: Der Biergarten mit den meisten Stimmen bekommt als Gewinn ein tolles Porträt in den verschiedenen Medien von BLICK aktuell.

Weiterlesen