Allgemeine Berichte | 02.05.2025

So geht der Flut-Wiederaufbau der Schulen im Gebiet der Verbandsgemeinde Altenahr voran

Schritt für Schritt zurück zur Normalität

Die Ahrtalschule in Altenburg im Sommer 2021 - ein Jahr nach der Flutkatastrophe. Foto: ROB

Altenahr/Dernau/Ahrbrück. Fast vier Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe im Juli 2021 schreitet der Wiederaufbau der Schulstandorte in der Verbandsgemeinde Altenahr sichtbar voran. Die Zerstörungen an Gebäuden, Infrastruktur und Ausstattung waren immens – doch die Zeichen stehen auf Neuanfang. Insgesamt fließen über 47 Millionen Euro in Sanierung, Erweiterung und Neubau der betroffenen Schulen.

Sanierung und Erweiterung auf dem Weg

In der Grundschule Altenahr war das gesamte Gebäude so stark beschädigt, dass nur eine umfassende Kernsanierung möglich war. Dabei wird das Schulgebäude gleichzeitig erweitert, um heutigen Anforderungen an Inklusion und moderne Pädagogik gerecht zu werden. Im Erdgeschoss entsteht ein neuer Differenzierungsraum, während der Technikraum – besonders schützenswert – künftig im Obergeschoss untergebracht wird. Ein Aufzug sorgt künftig für Barrierefreiheit.

Die Baugenehmigung liegt vor, der Baustart erfolgte im September 2024. Die Finanzierung ist weitgehend gesichert: Die Bestandssanierung wird nahezu vollständig aus Wiederaufbau-Mitteln gefördert, die Erweiterung zu 80 Prozent über Wiederaufbau- und Schulbauförderung. Insgesamt beträgt die bewilligte Fördersumme brutto 4,6 Millionen Euro. Besonderheit: Der Anschluss an das neue kalte Nahwärme-Netz der Ortsgemeinde Altenahr.

Clusterschule in Planung

Auch die benachbarte Realschule plus wurde schwer getroffen. Eine Kernsanierung des Erdgeschosses und des ersten Obergeschosses ist unumgänglich. Um das Gebäude energieeffizient nach dem Gebäudeenergiegesetz zu gestalten, wird auch das zweite, ursprünglich nicht flutgeschädigte Obergeschoss saniert. Künftig soll das Schulgebäude als sogenannte Clusterschule genutzt werden – eine bauliche und pädagogische Umstrukturierung, die moderne Lernkonzepte unterstützt.

Der Baubeginn für Teilabbruch und Schadstoffsanierung ist für Juni 2025 vorgesehen. Die Baugenehmigung steht noch aus. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund 17,1 Millionen Euro. Das Projekt wird fast vollständig durch die Wiederaufbauhilfe gedeckt. Nur rund 100.000 Euro für die Oberflächensanierung des zweiten Obergeschosses bleiben als Eigenanteil. Auch hier ist der Anschluss an das neue Nahwärmenetz vorgesehen.

Die Sporthalle auf dem Schulcampus Altenahr war durch die Flut derart beschädigt, dass sie vollständig abgerissen werden musste. Die Wassermassen hatten so großen Druck erzeugt, dass die Bodenplatte an mehreren Stellen riss und unbrauchbar wurde.

Ein Ersatzneubau der Dreifeldsporthalle mit Tribüne ist geplant. Die Teilbaugenehmigung für Gründung und Bodenplatte liegt vor, der vollständige Bauantrag befindet sich in Prüfung. Der Baubeginn für Rohbau und Gründung ist für September 2025 vorgesehen. Die Gesamtkosten betragen 12,9 Millionen Euro, nahezu vollständig gedeckt durch die Wiederaufbau-Förderung.

Grundschule Dernau: Neubau statt Sanierung

Eine Machbarkeitsstudie brachte es ans Licht: Für die Grundschule in Dernau ist ein Abriss mit anschließendem Neubau langfristig wirtschaftlicher als eine Sanierung. Die neue Schule wird als Clusterschule geplant und soll an derselben Stelle entstehen. Der Abbruchbeginn ist für Mai/Juni 2025 angesetzt. Wann genau mit dem Neubau begonnen werden kann, hängt von der Prüfung der Vereinbarkeit mit dem bestehenden Bebauungsplan aus den 1970er Jahren ab.

Die Kosten sind auf rund 12,5 Millionen Euro geschätzt. Der Förderantrag steht noch aus, doch eine nahezu vollständige Förderung durch den Wiederaufbau-Fonds wird erwartet. Auch diese Schule wird an das neue Nahwärmenetz der Gemeinde Dernau angeschlossen.

Im Vergleich glimpflich verlief es für die Grundschule Ahrbrück. Lediglich der Keller war betroffen. Die oberflächliche Sanierung ist bereits abgeschlossen. Die Kosten von 182.000 Euro wurden vollständig aus dem Wiederaufbau-Fonds getragen.

Besonders erwähnenswert ist das gemeinsame Energieprojekt auf dem Schulcampus Altenahr: Auf den Dächern der Realschule plus, der Grundschule sowie der neuen Sporthalle wird eine Photovoltaikanlage mit einer Gesamtleistung von 265 kWp installiert. Ein zukunftsweisender Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung der Bildungseinrichtungen.

Fazit: Der Wiederaufbau der Schulen in der Verbandsgemeinde Altenahr ist eine Mammutaufgabe – finanziell, planerisch und emotional. Doch die Fortschritte zeigen: Der Weg zurück zur Normalität ist geebnet – moderner, nachhaltiger und zukunftsfähiger als zuvor. ROB

Die Ahrtalschule in Altenburg im Sommer 2021 - ein Jahr nach der Flutkatastrophe. Foto: ROB

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