Stadt Remagen bereitet sich auf potentielle Gasmangellage vor
Maßnahmen zur Energieeinsparung und Einrichtung einer „Wärmeinsel“
Remagen. Der Verwaltungsstab der Stadt Remagen hat aufgrund der eindringlichen Aufforderung des Bundeswirtschaftsministers, Gas einzusparen, kurzfristige Maßnahmen getroffen. Bürgermeister Björn Ingendahl sieht es als Pflicht der Stadt an, mit gutem Beispiel voranzugehen: „Jeder nicht verbrauchte Kubikmeter Gas hilft, die Speicher für den Winter zu füllen. Auch Stromeinsparungen tragen zum Füllen der Gasreserven bei. Als Verwaltung müssen wir unserer Verantwortung gerecht werden.“
Erste Maßnahmen wurden in Remagen bereits früh ergriffen. Schon Ende März wurde die abendliche Effektbeleuchtung für Gebäude wie Kirchen und dem Rathaus sowie an Kunstwerken ausgeschaltet. Die größten städtischen Brunnen wurden im Frühjahr gar nicht in Betrieb genommen und alle weiteren Brunnen plätschern seither zeitlich eingeschränkt. In allen städtischen Liegenschaften wurde das Warmwasser für die reinen Handwaschbecken abgestellt. In den Schulsporthallen wurde die Warmwasserbereitung gänzlich abgestellt und auch auf den Sportplätzen wird Warmwasser nur noch unmittelbar zu den Trainings- und Spielzeiten bereitgestellt.
Das Wasser der Schwimmbecken im Freizeitbad Remagen wird zwar tagsüber von den Absorbermatten (Solare Warmwasserbereitung) auf dem Gebäudedach aufgewärmt, jedoch wird morgens, anders als in den vergangenen Jahren, nicht mehr zusätzlich mit Gas nachgeheizt. Die Straßenbeleuchtung in Remagen ist aktuell bereits zu 90% auf LED umgestellt und jede zweite Leuchte ist schon seit Jahren nachts abgeschaltet.
Für den Extremfall einer Gasunterversorgung von Privathaushalten oder teilweiser Stromausfälle plant die Stadtverwaltung die Rheinhalle Remagen mit einer Notstrom- sowie einer Notwärmeversorgung auszustatten. „Natürlich hoffen wir alle, dass die Gasmangellage nicht eintritt. Trotzdem wollen wir als Stadt einerseits auf das Schlimmste vorbereitet sein und andererseits alles tun, um diese Situation zu vermeiden. Dafür müssen wir alle, Kommunen, Wirtschaft und Privatpersonen, Einsparungen vornehmen. So können wir gemeinsam und solidarisch einen Beitrag leisten, damit wir gemeinsam gut durch den Winter kommen“, erinnert Bürgermeister Björn Ingendahl an die gesamtgesellschaftliche Verantwortung.
Auch Verbraucherinnen und Verbraucher haben Möglichkeiten Energie einzusparen und dabei noch etwas für den eigenen Geldbeutel und den Klimaschutz zu tun. Dazu wird auf die Energiespartipps der Energieagentur Rheinland-Pfalz sowie der Verbraucherzentrale verwiesen.
Keine gute Alternative für den Winter sind übrigens Heizlüfter, warnen sowohl Verbraucherschützer als auch Energieversorger. Das Stromnetz ist nicht dafür ausgelegt, dass eine große Menge an Heizlüftern zeitglich betrieben wird und könnte überlasten. Stromausfälle wären die Konsequenz. Zudem sind elektrisch betriebene Heizlüfter verhältnismäßig energieineffizient und sorgen für eine hohe Stromrechnung. Weitere Hinweise:
Energieagentur Rheinland-Pfalz: www.energieagentur.rlp.de/themen/energiesparen
Verbraucherzentrale unter
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