Nach verheerender Hochwasserkatastrophe:

Trasse der Ahrtalbahn wird freigeräumt

Ahrtalbahnfreunde fordern modernen Wiederaufbau

Trasse der Ahrtalbahn wird freigeräumt

Altes Bahnhofsgebäude in Heimersheim - mittlerweile sieht es dort wieder aufgeräumter aus. . Foto:ROB

07.09.2021 - 14:14

Ahrtal. Durch die verheerende Flutkatastrophe Mitte Juli 2021 ist die Ahrtalbahn zwischen Walporzheim und Ahrbrück in einem unvorstellbaren Ausmaß zerstört worden. Von dem Hochwasser wurden nahezu alle Brücken weggerissen, und Gleisanlagen ragen wie Streichhölzer in die Landschaft. Für einen Wiederaufbau dieses umweltfreundlichen Verkehrsträgers setzen sich jetzt unter anderem die Freunde der Ahrtalbahn ein, die gleichzeitig auch ihr tiefes Mitgefühl für die vielen betroffenen Menschen im ganzen Ahrtal aussprechen. Ging es vor der Flutkatastrophe um Bestandsverbesserungen an dieser gut frequentierten Strecke, steht jetzt deren vollständiger Wiederaufbau im Fokus. Just am Tage nach dem verheerenden Hochwasser am Abend des 14. Juli wollte die Deutsche Bahn (DB) mit den Bauarbeiten für ein Elektronisches Stellwerk (ESTW), zunächst Teil I von Walporzheim bis Ahrbrück, beginnen. Das Technische Hilfswerk (THW) kümmert sich derzeit im Ahrtal um die Beseitigung der weitgehend verbogenen oder auch frei hängenden Gleisanlagen. Hierdurch entstehe gleichzeitig wieder Platz für neue, so das THW gegenüber dem SWR am 24. August 2021. In Kürze war wegen der hohen Nachfrage auf der Ahrtalbahn sogar ein 20-Minuten-Takt geplant. Die Bahn hat eine hohe Bedeutung gleichermaßen für Schüler und Berufstätige, zudem für das Kurwesen und den Tourismus im ganzen Ahrtal. Viele nutzen den Zug auch für Arztbesuche oder Einkäufe. Bei Festen an der Ahr wurden regelmäßig zusätzlich Züge eingesetzt. Inzwischen gehen Deutsche Bahn (DB) und der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr (SPNV Nord) davon aus, dass bis zum Ende des Jahres wieder ein Taktverkehr zwischen Ahrweiler oder Walporzheim und Remagen stattfindet.



Modernisierung und Streckenverlängerung


Die Ahrtalbahn ist als umweltgerechtes Verkehrsmittel unverzichtbar für die Region. Der Wiederaufbau muss nach Ansicht der Ahrtalbahnfreunde genau so rasch wie der Straßenneubau geplant und realisiert werden. Die notwendigen Finanzmittel für einen modernen Wiederaufbau der Ahrtalbahn auf dem gesamten Abschnitt müssen für einen Resilienz-sicheren Wiederaufbau bereitgestellt werden. Hierzu bedarf es nach Ansicht der Ahrtalbahnfreunde neben der Tatsache, dass der neueste Standard der Leit- und Sicherungstechnik beschafft und verbaut wird, auch der Notwendigkeit, jetzt die infrastrukturellen Voraussetzungen für die zeitnahe Elektrifizierung zu schaffen. Das Prüfverfahren zur Elektrifizierung der Ahrtalbahnstrecke war schon beschlossen und sollte ohne Zeitverzug durchgeführt werden. Die jetzige Situation sollte genutzt werden, um diese Elektrifizierung parallel mit dem Neubau der übrigen Strecke und Brücken zu realisieren. Hierbei ist auch der Wiedereinbau des zweiten Gleises an den Bahnhöfen Walporzheim und Altenahr zur Taktverbesserung erforderlich. Zugleich sollten in diesem Zuge alle Bahnhöfe und Haltepunkte barrierefrei gestaltet werden. Die parteilose Altenahrer Verbandsbürgermeisterin, Cornelia Weigand, hat schon sehr früh gefordert, dass die Ahrtalbahn wegen ihrer hohen Bedeutung wieder aufgebaut werden müsse. Dies ist auch erklärtes Ziel des SPNV-Verbandsdirektors, Thorsten Müller. Die Ahrtalbahnfreunde um deren Sprecher, Wolfgang Groß, haben in der Vergangenheit regelmäßig eine Fortführung der Ahrtalbahn wieder bis Adenau vorgeschlagen. Hierzu müssten jetzt aber auch aus der Verbandsgemeinde Adenau klare Signale aus Bevölkerung und Politik kommen. Hier erhoffen sich die Ahrtalbahnfreunde mittlerweile auch politische Unterstützung durch die heimische Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil (Andernach/CDU). Diese hat erst kürzlich gegenüber Blick Aktuell erklärt, man habe im Ahrtal eine Riesenbaumaßnahme vor sich. Dies biete auch die Möglichkeit, neu und gut aufzubauen. „Eine Idee wäre eine Ausweitung der Strecke der Ahrtalbahn von Adenau bis Köln.“ Über eine Endstation in Adenau sei ja bereits in früheren Zeiten nachgedacht worden. Auch über die Elektrifizierung der Ahrtalbahn müsse nun nachgedacht werden (BLICK Aktuell 19.08.21). Im „Deutschlandtakt“, so die Ahrtalbahnfreunde weiter, sei sogar eine Verbindung zwischen Ahrbrück und Wuppertal dargestellt. Pressemitteilung der

Ahrtalbahnfreuinde

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juergen mueller:
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Hans-Joachim Schneider:
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