Allgemeine Berichte | 06.01.2022

Initiatoren aus Marienthal, Dernau, Mayschoß und Rech wenden sich an Ministerpräsidentin Dreyer

VG Altenahr: Aufbau von Nahwärmenetzen geplant

Zerstörte Heiölltanks: Solche Bilder soll es an Ahr und Nebenbächen nicht mehr geben. Foto: WITE

Marienthal/Mayschoß/Rech/Dernau. Nach der verheerenden Flutkatastrophe an Ahr und Nebenbächen in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 hat die Politik unter anderem verlautbart, das Ahrtal beim Wiederaufbau zur klimaneutralen Modellregion zu machen. Nun planen der kleine Ort Marienthal sowie die drei Ortsgemeinden Dernau, Rech und Mayschoß den Aufbau von Nahwärmenetzen. Die Projektunterlagen befinden sich derzeit bei der Energieagentur Rheinland-Pfalz zur fachlichen Prüfung. Während der Wille zum Bau einer regionalen und nachhaltigen Wärmeversorgung bei den genannten Kommunen also weit fortgeschritten ist, drohen die Vorhaben möglicherweise an unterschiedlichen Fördersätzen zu scheitern. Würde eine neue, herkömmliche Heizung mit 80 Prozent durch die Wiederaufbauhilfe gefördert, stehen für klimaverträgliche und regenerative Projekte - zumindest nach heutigem Stand - lediglich rund 50 Prozent Fördergelder zur Verfügung. Auch in Anbetracht der derzeitigen Machtspiele mit Gaslieferungen, und die Bilder an der Ahr mit hunderter ausgelaufener und zerstörter Heizöltanks, lässt sich dies nach außen überhaupt nicht vermitteln. Die Initiatoren möchten auch für diese innovativen Projekte eine Förderung von 80 Prozent erreichen. Dieses Problem ist dem zuständigen Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität durchaus klar. So hatte die neue Ministerin, Katrin Eder, gegenüber der Presse kurz vor Weihnachten geäußert, das Problem sei bekannt, insbesondere bereits beim Nahwärmenetz Marienthal. „Da wird nach Lösungen gesucht,“ kündigte die Ministerin an. Viele Menschen jedenfalls werden immer drängender. Sie möchten wissen, wie ihre Häuser beim Wiederaufbau beheizt werden. Etliche überlegen mittlerweile gar wieder den Einbau von Gas- oder Ölheizungen. Dies wäre in jedem Fall ein Rückschlag für die angekündigte „klimaneutrale Modellregion.“

Notwendiger Wiederaufbau

BLICK aktuell hakte nach bei der Pressestelle des zuständigen Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität. Diese teilte hierzu mit: „Wegen des ohnehin notwendigen Wiederaufbaus der Infrastruktur wird die Errichtung eines Nahwärmenetzes nie wieder so günstig sein wie derzeit. Eine vollständige Finanzierung neuer Nahwärmenetze aus dem Wiederaufbaufonds ist nicht möglich, weil damit lediglich der Ersatz für bestehende Anlagen gefördert wird. Die Hausanschlüsse der betreffenden Haushalte werden allerdings aus diesem Fonds gefördert als Ersatz für von der Flut beschädigte Heizanlagen. Zudem übernimmt das Land aus dem ZEIS-Förderprogramm 30 Prozent der Kosten für Heizzentrale und Netz, der Förderanteil wurde aktuell von 20 auf 30 Prozent aufgestockt. Weitere 15 von 20 Prozent der Kosten werden über die KfW gefördert. Die übrigen Kosten der Nahwärmenetze übernimmt der Träger und refinanziert dies über den gegenüber Gas oder Öl deutlich günstigeren Energieträgers über den Lebenszyklus des Netzes.“ Auf eine weitere Nachfrage, was dies denn für die Praxis bedeute und wie berechnet werden soll (prozentualer Anteil), folgte die Antwort: „Diese Frage kann nur für jeden Einzelfall geklärt werden bzw. wird bei den konkreten Projekten geklärt werden.“ Nun haben sich die Initiatoren mit ihrem Anliegen an Ministerpräsidentin Malu Dreyer gewandt.

Zerstörte Heiölltanks: Solche Bilder soll es an Ahr und Nebenbächen nicht mehr geben. Foto: WITE

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