Allgemeine Berichte | 11.08.2022

Das Fachwerkhaus in der Pützgasse 24 in Walporzheim wurde vor 300 Jahren gebaut.

Walporzheim: Fachwerkhaus hat alle „Jahrhunderthochwasser“ überstanden

Fritz Vennemann (links) im Gespräch mit Nicole Steingaß, Brigitte Beu, Dr. Markus Fritz-von Preuschen (GDKE) und Ulrike Scheel vom Verein.  Foto: Verbindungsbüro/Adams

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das Fachwerkhaus in der Pützgasse 24 in Walporzheim hat alle „Jahrhunderthochwasser“ an der Ahr überstanden. Das von 1804 ebenso wie jenes von 1910. Und auch nach der Flut 2021 steht das Haus noch, wenngleich es bis auf die Fachwerkkonstruktion ramponiert war. Fenster, Türen, Außenwände hatten die Wassermassen weggerissen, nur das Holzkonstrukt, die Struktur des 300 Jahre alten Fachwerkgebäudes, blieb stehen. Dass es jetzt wieder aufgebaut wird, die Fächer der Fachwerke schon wieder mit Lehmziegeln ausgemauert sind, ist dem Verein AG Historisches Ahrtal zu verdanken.

Wichtiger Beitrag

„Das ist ein wichtiger Beitrag zum Aufbau im Ahrtal“, sagt Ncole Steingaß, Staatssekretärin im Innenministerium und Wiederaufbaubeauftragte der Landesregierung für das Ahrtal. „Fachwerkhäuser sind ebenso identitätsstiftend für das Ahrtal wie der Fluss und der Weinbau.“

Gemeinsam mit Dr. Markus Fritz-von Preuschen von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz ist Steingaß zum Haus der Familie Beu nach Walporzheim gekommen, um sich vor Ort über das Bauprojekt und die Arbeit des Vereins Historisches Ahrtal zu informieren. Der Verein wurde nach der Flutkatastrophe 2021 gegründet, da nach Schätzungen bis zu 500 Fachwerkhäuser im Ahrtal durch die Flutkatastrophe sanierungsbedürftig sein könnten. Der Verein verbindet Eigentümer, interessierte Bürger, Handwerker, Architekten, Unternehmer, sowie Behörden im Ahrtal, um gemeinsam historische städtebauliche Strukturen zu erhalten und in die Ortsplanung mit einzubeziehen. „Denn die Fachwerkhäuser sind regionales Kulturgut, prägen den Charakter der Dörfer im Ahrtal“, sagt Fritz Vennemann, Vorsitzender und Motor des Vereins. Und ihm und seinen Mitstreitern geht es auch nicht darum, dass möglichst viele der Fachwerkhäuser fachgerecht wieder aufgebaut werden. Man ist auch bemüht, solche oftmals viele hundert Jahre alten Gemäuer vor der Abrissbirne zu bewahren, wenn sich Eigentümer eigentlich zum Abbruch entschieden haben. Manchmal gelingt das dem Team um den Architekten aus Ahrweiler. Oft genug gelingt es aber auch nicht. „Damit geht ein Stück Kulturgut im Ahrtal verloren“, sagt Vennemann. „Schließlich machten doch die kleinen Häuschen in den verwinkelten Gassen die Weinorte an der Ahr aus.“

Sanierung und Denkmalpflege

Da wo es dann gelingt, schalten sie sich dann bei der Objektsanierung ein, weisen auf denkmalpflegerische Gesichtspunkte nach dem Baugesetzbuch hin, beraten bei Modernisierungsprogrammen und beim energetischen Bereich. „Wir wollen zu einer positiven Bewertung der historisch bedingten baulichen Strukturen in der Ortsentwicklungsplanung beitragen und das Bewusstsein für das regionale Kulturgut der Fachwerkhäuser und Historischer Bauwerke fördern“, sagt Vennemann.

Das Angebot des Vereins ist breit gefächert: Es reicht von der Aufklärung über finanzielle und steuerliche Förderung bis hin zu Sprechstunden und Kursen zum Thema Fachwerksanierung und zur FVermittlung von Fachleuten. Ziel ist dabei auch, die Eigentümer betroffener Fachwerkhäuser den eigenständigen Wiederaufbau zu ermöglichen.

Eigenständig wird Heinz-Georg Hoffmann der unweit der Familie Beu, in der Ahruferstraße, ein Fachwerkhaus hat, den Aufbau nicht schaffen. Aus zweierlei Gründen: Er sitzt nach einem Schlaganfall im Rollstuhl und auch die 20 Prozent Eigenanteil, berücksichtigt man die staatliche Förderung von 80 Prozent aus dem Wiederaufbaufonds, kann er nicht aufbringen. Für ihn wurde eine Spendenanaktion ins Leben gerufen. Die Initiative „5 Euro Haus für Heinz.“ Doch das Geld ist es nicht allein. „Wir brauchen dringend noch Unterstützung von Fachleuten in allen Gewerken, besonders dem Zimmererhandwerk“, erzählt Fritz Vennemann bei der Baustellenbesichtigung mit Staatsekretärin Steingaß. Die will sich jetzt mit dafür einsetzen, dass Heinz-Georg Hoffmann, dessen Schicksal sie sichtlich bewegt, noch vor dem Winter aus dem Campingwagen in einen teilrenovierten Bereich seines Hauses einziehen kann. Pressemitteilung VerbindungsbüroWiederaufbau Ahr

Fritz Vennemann (links) im Gespräch mit Nicole Steingaß, Brigitte Beu, Dr. Markus Fritz-von Preuschen (GDKE) und Ulrike Scheel vom Verein. Foto: Verbindungsbüro/Adams

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Koblenzer Bürger: Die Forderung der FDP, die Baumschutzsatzung abzuschaffen, ist ein längst überfälliger Schritt gegen staatliche Überregulierung. Es ist widersprüchlich, Hauseigentümer auf dem eigenen Grund und Boden...
  • Oliver Spielmann: Was passiert, wenn es keine Baumschutzsatzung gibt, haben wir in aktueller Sache in Neuwied gesehen. Hier wurden an einer Schule im Rahmen einer Umgestaltung 3 einhundert Jahre alte nachweislich gesunde...
  • Boomerang : Seit 2011 eine Frau durch einen herabstürzenden Ast in d Rheinanlagen ums Leben kam will keiner mehr für die Sicherheit verantwortlich sein. Mit alten Bäumen ist es wie mit alten Menschen, die können weg und machen nur Arbeit.
  • Bernd Hilger: Und wann wird sie für den Verkehr freigegeben ?
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag Imageanzeige
MAYA Azubi Messe
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
MAYA 2026
BSW -WK 4
Thomas Scharbach
Empfohlene Artikel

Remagen. Am 27.02.2026 fand der Abschluss der Ada-Lovelace-AG am Campus Remagen der Hochschule Koblenz statt. Das Ada-Lovelace-Projekt fördert Mädchen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und bietet ihnen die Möglichkeit, technisches Wissen praktisch zu erlernen.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Täter hatte Seniorin vor ihrer Wohnung abgepasst

05.03.: Raubversuch in Köln: Unbekannter Mann verletzt 89-Jährige

Köln. Nach einem Raubversuch auf eine 89 Jahre alte Kölnerin sucht die Polizei Köln nach einem etwa 1,75 Meter großen und etwa 25 Jahre alten Mann mit kräftiger Statur und blonden kurzen Haaren. Der Tatverdächtige hatte zum Tatzeitpunkt graue Oberbekleidung sowie ein Tuch vor Mund und Nase getragen.

Weiterlesen

Meckenheim. Eine Ermittlungsgruppe der Kripo Köln hat am Mittwochmorgen (4. März) Haftbefehle gegen zwei 36- und 27-jährige mutmaßliche Räuber in deren Wohnungen in Meckenheim (Rhein-Sieg-Kreis) vollstreckt. Gleichzeitig durchsuchten die von Bereitschaftspolizisten und Finanzermittlern unterstützten Fahnder auf richterliche Anordnung die Wohnräume und stellten Beweismittel sicher. Bei dem Jüngeren beschlagnahmten sie einen sechsstelligen Bargeldbetrag.

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Rund ums Haus
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Daueranzeige
Essen auf Rädern
Kreishandwerkerschaft
Imageanzeige
Zukunft trifft Tradition KW 10
Titel
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0149#
Innovatives rund um Andernach
Anzeige "Rund ums Haus"
MAYA
Held*in Staubfeldwebel
Anzeige zu Video „Dein Geld, Deine Regeln – so planst du smart für die Zukunft!“