Allgemeine Berichte | 13.11.2022

Minister Alexander Schweitzer überzeugt vom Berufsorientierungsprojekt „Aufbau Ahr – Freiwillige Aufbauzeit im Ahrtal“

Wiederaufbau Ahrtal als Impulsgeber für regionalen Ausbildungsmarkt

Arbeitsminister Alexander Schweitzer (li.) schätzt das Feedback des ehemaligen Projektteilnehmers Justin Behrens (re.), der sich mithilfe des Projekts „Aufbau Ahr – Freiwillige Aufbauzeit im Ahrtal“ für eine Ausbildung im Malerhandwerk entschieden hat.

Arbeitsminister Alexander Schweitzer (li.) schätzt das Feedback des ehemaligen Projektteilnehmers Justin Behrens (re.), der sich mithilfe des Projekts „Aufbau Ahr – Freiwillige Aufbauzeit im Ahrtal“ für eine Ausbildung im Malerhandwerk entschieden hat.

Kreis Ahrweiler. Der Wiederaufbau ist nach wie vor das bestimmende Thema im Ahrtal und auch wenn die Arbeiten noch viel Zeit in Anspruch nehmen werden, so lassen sich doch kontinuierliche Fortschritte erkennen. Auch das Berufsorientierungsprojekt „Aufbau Ahr – Freiwillige Aufbauzeit im Ahrtal“, das mit den Erfahrungen der überwältigenden Hilfsbereitschaft junger Menschen nach der Hochwasserkatastrophe ins Leben gerufen wurde, schreitet weiter voran. Hierzu machten sich kürzlich Landesarbeitsminister Alexander Schweitzer und Ralf Hellrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (HwK) Koblenz, ein persönliches Bild vor Ort. Bei der Besichtigung von zwei Baustellen in Sinzig und Bad Neuenahr-Ahrweiler nahmen sich die beiden viel Zeit für den Austausch mit Projekt-Teilnehmern, involvierten Unternehmen und betroffenen Hauseigentümern. „Als Ministerium sehen wir es als unsere Aufgabe an, eben solche Projekte zu unterstützen, in denen sich junge Menschen unabhängig vom Bildungsstand beweisen und entwickeln können“, urteilte der Minister für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung des Landes Rheinland-Pfalz begeistert. Ralf Hellrich ergänzte: „Unser Projekt bietet eine großartige Chance für junge Menschen.“

So freute sich Malermeister Marco Mäsgen aus Remagen, dank des Projekts Justin Behrens als neuen Auszubildenden für seinen gleichnamigen Handwerksbetrieb gewonnen zu haben – gerade in der aktuellen Situation mit einem deutlich spürbaren Fachkräftemangel einerseits und des hohen Auftragsstandes andererseits. Auch Justin Behrens wirkte sehr zufrieden und glücklich, schnell angekommen zu sein. Obwohl er zu Beginn des Projekts noch keine konkrete Vorstellung von seinem zukünftigen beruflichen Werdegang hatte, entschied er sich bereits während der ersten Praktikumsphase für „sein“ Unternehmen und die berufliche Zukunft im Malerhandwerk. Ein Glücksfall für beide Seiten, der die vorzeitige Beendigung der Projektteilnahme nach nur wenigen Wochen zugunsten eines dauerhaften Ausbildungsverhältnisses ermöglichte. Marco Mäsgen lobte zudem die hervorragende Arbeit des HwK-Ansprechpartners und Projekt-Coaches Roman Sieling für die intensive wie engagierte Betreuung und die passgenaue Vermittlung von Teilnehmern und teilnehmenden Unternehmen.

Zustimmung gab es ebenfalls von Tischlermeister Dirk Roos aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, der sich mit seinem Handwerksbetrieb Fenster-Roos für eine Projektteilnahme entschied. Den Anstoß gab ein Beitrag im HwK-Newsletter zur „Aufbauzeit im Ahrtal“. Die üblichen Fenster- und Türarbeiten seines Unternehmens sind personalintensiv, denn seine mobilen Einsatzteams bestehen selbst bei Serviceaufträgen immer aus mindestens zwei Mitarbeitern. Die fundierte Ausbildung neuer Nachwuchskräfte für sein Handwerk ist ihm daher sehr wichtig. Nun ist er Mentor des Projektteilnehmers Justin Langbein, der über Bekannte von dem Projekt erfahren hatte. Justin befindet sich derzeit in seiner vierten Projektwoche und steht somit am Anfang seiner vielfältigen Berufsorientierungszeit.

Gerade darauf zielt das gemeinschaftliche Projekt „Aufbau Ahr – Freiwillige Aufbauzeit im Ahrtal“ der rheinland-pfälzischen Landesregierung und der HwK Koblenz ab. Im Laufe von sechs Monaten wird es den Teilnehmern ermöglicht, eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen und Berufe im Handwerk kennenzulernen, damit sie mit den gesammelten Erfahrungen eine fundierte Berufswahl treffen können. Dazu wechseln sich zweiwöchige Qualifizierungsphasen in den Betriebsstätten der HwK mit sechswöchigen Praxisphasen in verschiedenen, im Ahrtal tätigen Handwerksbetrieben, ab.

Auf diese Weise können die jungen Teilnehmer gleichzeitig ihre beruflichen Neigungen und Interessen ausprobieren, sich in der Region engagieren und den Wiederaufbau des Ahrtals unterstützen. Darüber hinaus bietet das Projekt den teilnehmenden Handwerksbetrieben die Möglichkeit, junge Talente für den Beruf zu begeistern und zukünftige Auszubildende für das eigene Unternehmen zu gewinnen.

Als Instrument der Berufsorientierung kann das Projekt so die Vermittlung von Nachwuchskräften in handwerkliche Berufe vorantreiben – ein elementares Ziel gerade in Zeiten des Fachkräftemangels. Auch die im Ahrtal tätigen Betriebe sind aufgrund der Flutkatastrophe und dem damit verbundenen Wiederaufbaus offen für weitere Auszubildende. Das belegt auch der deutliche Anstieg neu eingetragener Ausbildungsverhältnisse im Ahrtal seit der Flutkatastrophe.

Der Erfolg des Projekts „Aufbau Ahr – Freiwillige Aufbauzeit im Ahrtal“ spiegelt sich ebenso in den Vermittlungszahlen wider. Seit April 2022 wurden insgesamt 37 Praktika für 18 junge Menschen im Alter zwischen 16 und 27 Jahren und mit unterschiedlichen Schulbildungsniveaus – von keinem Abschluss bis zum Abitur – durchgeführt. Hinzu kommen weitere Praktika in Heimatnähe der Teilnehmer, um den Übergang in Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung zu unterstützen. Bislang resultieren daraus die Vermittlung von einer Einstiegsqualifizierung und drei Ausbildungsverträgen im Handwerk. Aber auch anderen Teilnehmern hat das Projekt bei ihrer Berufswahl geholfen. Beispielsweise entdeckte ein Teilnehmer, der im Vorfeld eine andere Ausbildung abgebrochen hatte, innerhalb weniger Monate im Projekt sein Faible für die Elektrotechnik und begann ein duales Studium bei einem großen deutschen Industrieunternehmen. Knapp zwei Drittel der Projektteilnehmer entschieden sich für eine weitere berufliche Laufbahn. Aktuell befinden sich vier der 18 Teilnehmer in der Projektphase, ein weiterer steht in den Startlöchern. Für die überregionale Strahlkraft des Projektes spricht auch: lediglich sechs Teilnehmer stammen aus dem Kreis Ahrweiler, 25 Prozent haben dagegen ihren Weg aus anderen Bundesländern ins Ahrtal gefunden.

Entsprechend fiel das Resümee von Arbeitsminister Alexander Schweitzer und HwK-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich aus. „Das Projekt bietet den Teilnehmern eine einzigartige, erweiterte Orientierungsmöglichkeit. Sie müssen sich nicht von vornherein festlegen, sondern können in kurzer Zeit und abgestimmt auf ihre individuellen Interessen verschiedene Handwerksbetriebe und -berufe kennenlernen. So finden sie leicht den passenden Beruf“, fasste Ralf Hellrich zusammen und Alexander Schweitzer stimmte zu: „Das Projekt unterstützt die Teilnehmer bei ihrer Berufswahl und kann so ihren gesamten Lebensweg prägen. Das ist von unschätzbarem Wert. Ich bin von dem Projekt überzeugt.“

Weitere Informationen zum Berufsorientierungsprojekt „Aufbau Ahr – Freiwillige Aufbauzeit im Ahrtal“ gibt bei der HwK Koblenz Roman Sieling, Tel. 0261/ 398-348, roman.sieling@hwk-koblenz.de

Pressemitteilung

Handwerkskammer Koblenz

Arbeitsminister Alexander Schweitzer (li.) schätzt das Feedback des ehemaligen Projektteilnehmers Justin Behrens (re.), der sich mithilfe des Projekts „Aufbau Ahr – Freiwillige Aufbauzeit im Ahrtal“ für eine Ausbildung im Malerhandwerk entschieden hat.

Arbeitsminister Alexander Schweitzer (li.) schätzt das Feedback des ehemaligen Projektteilnehmers Justin Behrens (re.), der sich mithilfe des Projekts „Aufbau Ahr – Freiwillige Aufbauzeit im Ahrtal“ für eine Ausbildung im Malerhandwerk entschieden hat.

Baustellenbesuch in einem Neuenahrer Keller: Projektteilnehmer Justin Langbein (von links) mit Baustellenleiter Patrick Baruch sowie Geschäftsinhaber und Tischlermeister Dirk Roos erklären Arbeitsminister Alexander Schweitzer und HwK-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich das Schadensbild, die bereits durchgeführten wie noch ausstehenden Arbeiten.

Baustellenbesuch in einem Neuenahrer Keller: Projektteilnehmer Justin Langbein (von links) mit Baustellenleiter Patrick Baruch sowie Geschäftsinhaber und Tischlermeister Dirk Roos erklären Arbeitsminister Alexander Schweitzer und HwK-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich das Schadensbild, die bereits durchgeführten wie noch ausstehenden Arbeiten.

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