Allgemeine Berichte | 12.08.2021, 08:52 Uhr

Beerdigungen der Flutopfer beginnen

Würdige Bestattungen und intensive Trauerbegleitung

Bad Neuenahr-Ahrweiler. 141 Todesopfer sind nach Angaben des Koblenzer Polizeipräsidiums im Rahmen der Flutkatastrophe an der Ahr zu betrauern. Die ersten Beerdigungen finden in den kommenden Tagen statt. Diese nie dagewesene Situation im Ahrtal geht mit besonderen Herausforderungen für Bestattungsinstitute, Kommunen und Kirchen einher.

„Wir haben alle Angehörigen angerufen, auch jene, deren Verwandte innerhalb der vergangenen drei Wochen verstorben sind“, erklärt Dechant Jörg Meyrer. Als örtlich zuständige Seelsorgerinnen und Seelsorger suchen Meyrer und sein Pastoralteam den ersten Kontakt mit den betroffenen Familien. „Unser Team will den Angehörigen zuhören und da sein, wenn sie die Geschichte der Flutnacht oder der Tage des Bangens danach nochmal erzählen. Auch wenn wir nicht alle Beerdigungen selber halten können“. Die Bestattungen erfolgen mit der Unterstützung durch Kolleginnen und Kollegen aus dem ganzen Bistum Trier. „Für diese Hilfe sind wir sehr dankbar“, sagt Meyrer.

Michaela Mannebach, Pastoralreferentin im Dekanat St. Goar, ist Teil des Koordinierungsbüros des Bistums Trier. Sie und die anderen Teammitglieder stimmen die Termine zwischen den Bestattungsinstituten und den Seelsorgerinnen und Seelsorgern aus dem gesamten Bistum ab, die sich für die Beerdigungen gemeldeten haben.

Dabei ist allen Verantwortlichen wichtig zu betonen, dass die jeweiligen Bestattungen in enger und sensibler Abstimmung mit den Angehörigen und vor allem würdig stattfinden werden. Eine intensive Trauerbegleitung wird von Seiten der Seelsorgenden angeboten.

Besondere Herausforderungen

„Einige haben gleich mehrere Angehörige verloren, und zwar oftmals verbunden mit sehr tragischen Geschichten“, weiß Heiko Marquardsen, Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler, um die besonderen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe. Er erklärt, dass die Situation sehr diffizil ist. „Viele Angehörige mussten länger warten, bis ihre verstorbenen Angehörigen identifiziert werden konnten“, berichtet er und fügt hinzu: „Das Verabschieden von Menschen, die im Hochwasser ums Leben kamen, ist kaum oder gar nicht möglich.“ Hinzu komme, dass „jeder in irgendeiner Weise hier betroffen ist“.

Eine Bestattung ist auf allen Friedhöfen in der Pfarreiengemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler möglich, außer auf dem Friedhof am Ahrtor. Eine spätere Umbettung dorthin ist kostenlos möglich, versichert Marquardsen.

Weitere Informationen zur Hochwasserhilfe von Bistum Trier und Caritas und die Spendenkonten zur Unterstützung Betroffener der Hochwasserkatastrophe sind zu finden unter https://t1p.de/hochwasser-hilfe.

Pressemitteilung Bistum Trier

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