Politik | 28.12.2022

Die Flut katastrophe brachte auch die Bilanzen von Wasserwerk und Abwasserwerk gehörig durcheinander

Bad Neuenahr-Ahrweiler: Keine Preissteigerungen bei Wasser und Abwasser

Kreisstadt. Viele der Nachbarkommunen drehen an der Preisschraube, doch in der Kreisstadt bleiben die Entgelte für Wasser und Abwasser unverändert. Das beschloss der Stadtrat einstimmig in seiner jüngsten Sitzung. Und das trotz deutlicher Verluste des Abwasserwerks, bei dem das Flutjahr 2021 mit einem Minus von 700.000 Euro zu Buche schlug, der jedoch durch die Gewinnrücklagen aus den Vorjahren abgedeckt werden kann.

Die Starkregenkatastrophe prägte das Wirtschaftsjahr 2021 das Abwasserwerks aufgrund der zahlreichen Zerstörungen sowie dem damit verbundenen Beginn des Wiederaufbaus der Infrastruktur. So seien in den Entsorgungsanlagen des Abwasserwerks selbst schwere Schäden entstanden, darüber hinaus wurde aber auch noch die Kläranlage in Sinzig praktisch komplett zerstört, die mit der Gemeinde Grafschaft, den Verbandgemeinden Altenahr und Bad Breisig sowie den Städten Remagen und Sinzig gemeinsam betrieben wird. Die Kreisstadt ist daran mit 37 Prozent beteiligt. Die vollständige Wiederherstellung der nun teilweise provisorischen Infrastruktur werde noch Jahre in Anspruch nehmen, sagte Kreisstadt-Bürgermeister Guido Orthen (CDU) voraus.

Weniger Umsatz durch weniger Verbrauch

In der Kreisstadt ging nach der Flutkatastrophe die Abwassermenge stark zurück, nämlich um 230.000 Kubikmeter, entsprechend weniger Umsatz machte das Abwasserwerk. Grund hierfür waren ein Rückgang der Einwohnerzahl sowie von Verbrauchern. Geschlossene Hotellerie- und Gastronomiebetriebe taten ihr Übriges. Dennoch wird es nach der bereits für 2021 in Kraft getretenen Erhöhung der Schmutzwassergebühr und des wiederkehrenden Beitrags für Niederschlagswasser keine neuerliche Anpassung geben. Die Schmutzwassergebühr verbleibt demnach bei 1,75 Euro pro Kubikmeter, der wiederkehrende Beitrag für das Niederschlagswasser wird im kommenden Jahr erneut 18 Cent pro Quadratmeter beitragspflichtige Fläche betragen.

Der Jahresabschluss des Frischwasserwerks für 2021 sie deutlich besser aus, denn unterm Strich steht ein Überschuss von knapp 168.000 Euro, der den allgemeinen Rücklagen zugeführt wird. Auch die Trinkwasserversorgung war nach der Flutkatastrophe unterbrochen, konnte aber binnen zweier Wochen sukzessive wiederhergestellt werden. Wegen des Rückgangs der Einwohner- und Gästezahlen wurden im Jahr 2021 rund 250.000 Kubikmeter weniger Wasser verbraucht als im Jahr davor. Auch das führte zu Umsatzeinbrüchen, die durch die Wasserpreiserhöhung jedoch abgefedert werden konnten.

Lob für das professionelle Handeln

Im Stadtrat gab es von allen Seiten Lob für das professionelle Handeln von Wasser- und Abwasserwerk nach der Flutkatastrophe. Allerdings wies Werner Schüller (CDU) auch darauf hin, dass es vor allem im Bereich des Abwassers in den nächsten Jahren einige Unsicherheitsfaktoren hinsichtlich der Preisentwicklungen gebe. Das gelte sowohl für die Maßnahmen der Stadt als auch für die des Abwasserzweckverbands.

CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus Kniel zeigte sich erfreut, dass trotz des Ausfalls des Brunnens in Walporzheim nach der Flutkatastrophe dennoch der Großteil des kreisstädtischen Trinkwassers aus eigenen Brunnen gefördert werden konnte. Kniel bezeichnete die Bereitstellung des Trinkwassers nach der Katastrophe von 2021 vor dem Hintergrund der immensen Zerstörungen auch des Leitungssystems als einen „außerordentlichen Kraftakt“. Sein Dank galt neben dem städtischen Wasserwerk vor allem dem Rhein-Hunsrück-Wasser und den Stadtwerken Andernach: „Zusammen mit unzähligen Fachbetrieben aus ganz Deutschland haben sie unsere Wasserversorgung in sagenhaft kurzer Zeit wiederhergestellt.“

Keine Kontinuität bei den Gebühren

Fritz Langenhorst (SPD) sieht die städtischen Wasser- und Abwasserwerke auch heute noch weit entfernt von aktuellen technischen Standards der Umwelttechnik. Aber es gehe voran, und von Woche zu Woche würden neue Fertigstellungen gemeldet. Ein Ende der Arbeiten sei aber noch nicht absehbar und erst in ein paar Jahren zu erwarten. Das hohe Minus des Abwasserwerks im Jahr 2021 sei ausschließlich auf die verheerende Katastrophe zurückzuführen, betonte Langenhorst. Dass es bei den Gebühren für Wasser und Abwasser derzeit keine Kontinuität geben könne, bedauerte Gregor Sebastian (FWG): „Die für die kommende Sicherstellung der Wasserversorgung erforderlichen Maßnahmen sind von vielen Kostenfaktoren abhängig, die alle gestiegen sind. Hierzu zählen Leitungsbau sowie Instandhaltungsarbeiten der Wasserwerksanlagen. Natürlich müssen auch höhere Energie- und Materialkosten berücksichtigt werden“, erklärte der FWG-Fraktionschef. Wolfgang Schlagwein (Bündnis 90/Die Grünen)sprach über das Bestreben des Coca-Cola-Werks in Heppingen, mehr Wasser als bisher zu Produktion seiner Getränke verbrauchen zu wollen.

JOST

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