Politik | 27.09.2019

„Fridays for Future“- Demo in Sinzig

Bürger gehen für mehr Klimaschutz auf die Straße

Rund 300 Teilnehmer brachten ihren Ärger auf die Bundespolitik zum Ausdruck

„Our house is on fire“ - Unser Haus steht in Flammen - war auf den Plakaten zu lesen. Fotos: ROB

Sinzig/Kreis Ahrweiler.. Über ein Jahr ist es nun her, dass die junge Schwedin Greta Thunberg ihren Dienst als Schülerin für einen Freitag quittierte und „blau“ machte um für mehr Klimaschutz zu protestieren. Aus Thunbergs Idee wurde eine globale, soziale Bewegung und „Fridays for Future“ war geboren. Das Phänomen machte auch vor Sinzig nicht halt. Vor gut einem Monat gründete sich der Sinziger Ortsverband der „Fridays for Future“-Bewegung. Ins Leben gerufen wurde der lokale Ableger der Initiative von Finja Bareis und Younes El Battahi. Am vergangenen Freitag wurde nun gemeinschaftlich für mehr Sensibilität in Sachen Klima protestiert. Einen Unterschied hatte die lokale Version jedoch: Gestartet wurde um 16.15 Uhr, geschwänzt werden musste also nicht. Außerdem wurde die Uhrzeit von Initiatorin Finja Bareis, einer Schülerin des Rhein-Gymnasiums, bewusst gewählt, damit sich auch Erwachsene anschließen konnte. Dem Aufruf folgten tatsächlich Teilnehmer aller Altersklassen. Von Unterstufenschülern über Eltern mit Kinderwagen und Senioren war alles vertreten. Versammelt wurde sich auf der Jahnwiese; anschließend wurde eine circa fünf Kilometer Strecke durch die Sinziger Innenstadt als Marschroute bestimmt. Während die Veranstalter von rund 100 Teilnehmern ausgingen, zählte Heinrich Klar, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Remagen, schon knapp 250 Demonstranten. Und dies bevor der eigentlich Zug überhaupt startete. Zwischenzeitlich sollen sich bis zu 500 Menschen an der Klima-Demo beteiligt haben. Gesichert ist diese Zahl jedoch nicht. Fest steht, dass die Resonanz durchaus als gewaltig zu bezeichnen war. Mit Megaphonen, Bannern und Plakaten brachten die Teilnehmer ihren Ärger auf eine für sie viel zu träge reagierende Politik zum Ausdruck. „Die Klima-Pläne der Bundesregierung sind einfach ein Witz“, unterstrich Bareis.

Ein großes Kernthema der Forderungen war dabei der sofortige Ausstieg aus der Kohlekraft. Auch der Verzicht auf Fleisch oder Kritik an der Massentierhaltung waren wiederkehrende Motive auf den selbst gebastelten und entsprechend beschrifteten Plakaten. Nach dem knapp eineinhalbstündigen Zug durch Sinzig fand schließlich eine Abschlusskundgebung mit Redebeiträgen und Musik auf dem Kirchplatz vor dem Rathaus statt. Größere Zwischenfälle gab es nicht zu vermelden. Die Polizei beschränkte sich auf das Sichern der Zugteilnehmer und die Verkehrsregelung. Unterstützt wurden die Beamten dabei von Kräften des Ordnungsamtes. Für zusätzliche Sicherheit sorgten Ordner, die die Initiatoren dem Demo mitgebracht hatten.

Demonstration mit Strahlkraft

Nicht nur Sinziger beteiligten sich an dem Protestmarsch. Auch Interessierte aus dem kompletten Kreisgebiet, insbesondere aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, kamen in die Barbarossastadt, darunter auch die Schüler verschiedener Schulen.

Das Datum, der 20. September, war nicht willkürlich gewählt. Tags drauf fand der Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York statt. In insgesamt 30 weitere Kommunen in Rheinland-Pfalz fanden vergleichbare „Fridays for Future“-Kundgebungen statt. Nach der Demo war noch lange nicht Schluss. An die Aktion schloss sich ein so genanntes Klima-Camp an. Die Mitglieder des Ortsverbands der Sinziger „Fridays for Future“ schlugen schon am Montag ihre Zelte zum Protest- und Informations-Camping vor dem Rathaus auf. Dort können sich Interessierte unter anderem über die Möglichkeiten zum Klimaschutz informieren. Das Camp läuft noch bis Freitag, 27. September. ROB

Der Abschluss fand auf dem Sinziger Kirchplatz statt.

Der Abschluss fand auf dem Sinziger Kirchplatz statt.

Viele junge Familien begleiteten den Demonstrationszug.

Viele junge Familien begleiteten den Demonstrationszug.

Finja Bareis (Mitte) bei der Begrüßung der Teilnehmer.

Finja Bareis (Mitte) bei der Begrüßung der Teilnehmer.

„Our house is on fire“ - Unser Haus steht in Flammen - war auf den Plakaten zu lesen. Fotos: ROB

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Kommentare
28.09.201908:48 Uhr
Uwe Klasen

Wie immer, wenn eine Studie zum Klimawandel in sich zusammenbricht, sind die gleichgeschalteten, sogenannten "Qualitätsmedien" nicht Willens oder in der Lage, darüber zu informieren. So wurde im letzten Jahr eine Studie über die stärkere Erwärmung der Weltmeere als Schtekenszenario verbreitet, diese wurde nun durch die Autoren, wegen mannigfaltigen Fehlern, zurück gezogen. Oder wer hat von den 500 europäischen Wissenschaftlern gehört die in einer gemeinsamen Denkschrift vor der sich ausbreitenden Klimahysterie warnen?

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