Politik | 31.10.2023

Feuerwehr: Der Unmut ist nachvollziehbar

In den Reihen der Feuerwehrleute ist die Enttäuschung groß.  Foto: ROB

Sinzig. Das Hin und Her um das neue Feuerwehrhaus macht die Feuerwehrleute unzufrieden und die Enttäuschung über die Entscheidungen der Politik ist groß. Über die Stimmungslage der Angehörigen der Sinziger Feuerwehr berichtete Andreas Braun im BLICK aktuell-Interview. Wie beurteilen die Fraktionen den Unmut in den Reihen der Wehrleute?

Schwierige Entscheidung

„Die Feuerwehr braucht ein neues Feuerwehrgerätehaus. Da ist sich die CDU-Fraktion wie im Übrigen alle Fraktionen einig“, sagt Franz Hermann Deres von der CDU. Die Entscheidung für einen neuen Standort gestalte sich jedoch schwierig. Der Unmut der Feuerwehr sei aber nachvollziehbar. Sicher wäre es besser gewesen, so Deres, wenn bestehende offene Fragen von Verwaltung und Politik im Vorfeld abgestimmt worden wären. Die offenen Fragen sind allesamt bekannt. Diese müssen jetzt schnellstmöglich geklärt werden. „Auch wenn eine Entscheidung für einen neuen Standort erfolgt ist, wird - so realistisch müssen wir sein - die Planung und der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Deres. „Es müssen daher auch Überlegungen angestellt werden - das ist eine Forderung der CDU-Fraktion - wie die aktuelle Situation am alten Standort bis zur Realisierung des neuen Feuerwehrhauses verbessert werden kann.“

„Seit 2017 haben alle gewählten Ratsmitglieder sich in 27 Sitzungen des Stadtrates intensiv und konstruktiv über den Standort und die Realisierung des neuen Feuerwehrhauses beraten“, blickt Reiner Friedsam, Vorsitzender der Freien-Wähler im Rat, zurück „Dabei wurde unter anderem aufgrund zwischenzeitlicher Kostenprognosen Einsparpotenziale geprüft und am Ende demokratisch vom Rat zugunsten einer zukunftsorientierten Lösung für die Feuerwehr entschieden“, so Friedsam weiter. Es habe in den vergangenen Jahren keine andere Maßnahme und städtische Einrichtung gegeben, die fortlaufend in den kommunalen Gremien beraten wurde.

„Die aufgrund der Flutkatastrophe jetzt demokratisch getroffene Entscheidung wurde ebenso, nach intensiver inhaltlicher Auseinandersetzung aller Ratsmitglieder, mit dem Ziel einer bestmöglichen Kompromisslösung, erreicht. Denn erst mit einer erfolgten fachlichen Prüfung wird die Realisierbarkeit des Standortes feststehen, und nicht bereits vorab aufgrund einer persönlichen Einschätzung“, so Friedsam.

„Fragwürdiges Verständnis demokratischer Prozesse“

„Der Stadtrat hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt Hardy Rehmann, Grüne, in einer persönlichen Einschätzung. Alle seien sich einig, dass die Feuerwehr ein neues Gebäude und deutlich verbesserte Arbeitsbedingungen benötigt. Die erneuten Verzögerungen sind durch die Flut 2021 entstanden. Dafür könne keiner der Beteiligten etwas. Dass die Geduld der Feuerwehr Kameraden seit langem strapaziert werde, sei offensichtlich. Jedoch haben sich zu keinem Thema die Fraktionen so oft zu Beratungen getroffen, wie zu einem neuen Standort für das Feuerwehrgerätehaus. Die jetzige Beschlusslage ist das Ergebnis intensiver Diskussion in den und zwischen den Fraktionen. „Niemand im Rat hat sich die Entscheidung einfach gemacht“, sagt Rehmann. „Wenn dann in der Presse und im Internet zu lesen ist, dass ein führendes Mitglied der Stadtverwaltung und der Feuerwehr Sinzig die Entscheidung des Stadtrates öffentlich als ´Quatsch´ bezeichnet und seine Position als alternativlos ansieht, dann offenbart dies nicht nur ein fragwürdiges Verständnis der demokratischen Entscheidungsprozesse im Rat, vielmehr liegt in dieser fehlenden Bereitschaft zu Kompromissen und zu einer gemeinsamen Suche nach Lösungen eine der Ursachen, warum wir in der Diskussion und Entscheidungsfindung nur langsam weiterkommen.“

Die Mitglieder der SPD-Fraktion können den Unmut nachvollziehen, wie Hartmut Tann, Fraktionsvorsitzender der SPD sagt. Allein seit der „fragwürdigen Entscheidung für den Standort Kölner Straße im Juli 2022“ sei mehr als ein Jahr weitere Wartezeit für die Feuerwehrleute vergangen. Die SPD hatte seinerzeit bereits den Standort Jahnwiese favorisiert. „Wir werden darauf achten, dass durch die Parallelprüfung der beiden Standorte keine weitere Zeit unnötig verstreicht“, sagt Tann.

Auch die FDP im Stadtrat kann den Ärger der Feuerwehrleute nachvollziehen. Richtig sei aber auch, dass, wenn die Flut nicht gekommen wäre, das Feuerwehrhaus in der Kölner Straße gebaut worden wäre. „Denn die Baugenehmigung für den Standort Kölner Straße lag 2021 vor. Auch im Einvernehmen mit der Feuerwehr“, erinnert Volker Thormann von der FDP. Desweiteren mahnt Thormann an, dass nur eine sachbezogene Diskussion dem Thema dienlich sei. ROB

In den Reihen der Feuerwehrleute ist die Enttäuschung groß. Foto: ROB

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Betroffener: Wiedermal ein Totalversagen der Justiz und es werden Täter geschützt ! Inzwischen darf man sich wirklich fragen ob diese Justiz überhaupt noch der Gerechtigkeit und dem Volk dient oder einfach nur noch die Politiker zu schützen versucht !
  • Ingo Materne: Der Artikel überzieht aus meiner Sicht deutlich. Ja: Lärm, Schattenwurf und konkrete Abstände müssen im Genehmigungsverfahren sauber geprüft werden. Aber aus der aktuellen Studienlage lässt sich keine...
  • Michael Krah: Also stehen demnächst außer E Scooter auch Stühle in der Gegend rum. Man hätte auch einfach ein paar Bänke aufstellen können.
Dauerauftrag 2025
Wir helfen im Trauerfall
Dauerauftrag 2026
Schulze Klima -Image
Anzeige Walzerschritt/ Sonderpreis
Anzeige Einladung zur ordentlichen Mitgliederversammlung
Azubispots Koblenz
sprudelndes Sinzig
Empfohlene Artikel
Auf reges Interesse stießen die Mitglieder von Grünen und der SPD auf dem Maisons-Laffitte-Platz.  Foto: privat
42

Remagen. Wohnraum für alle, keine Luxuswohnungen am Rhein, für diese Forderungen stellten sich die Stadtratsmitglieder Antonio Lopez und Rolf Plewa in Remagen den Bürgern zur Diskussion. Auf reges Interesse stießen die Mitglieder von Grünen und der SPD auf dem Maisons-Laffitte-Platz. „Wir müssen dagegen sein, kommunalen Grund und Boden nahezu zu verschenken“, so Lopez. „Familien mit Kindern und Senioren...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: ROB
143

LKW hielt erst nach einigen Kilometern Fahrt über die Autobahn an

02.06.: Nach Unfall auf Autobahnrastplatz: Mann klammert sich an flüchtenden LKW

Kreis Düren. Am Dienstag (2. Juni) gegen 18 Uhr hat sich auf dem Rastplatz Rurscholle (DN) an der Bundesautobahn 4 ein 47 Jahre alter Fernfahrer an die Lkw-Front eines mutmaßlichen Unfallverursachers geklammert. Dieser hatte den Unfall ignoriert und war mit seiner Mercedes-Actros-Zugmaschine mit tschechischer Zulassung langsam in Richtung Aachen weitergefahren.

Weiterlesen

Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Holz Loth-Entsorgung
Anzeige Museum unplugged / Sonderpreis
Öffentliche Bekanntmachung - Friedhofsverwaltung Neuwied
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0324#
Sonderpreis Outdoor Tage wie vereinbart
Gesundheitsmagazin
Für Ihre Gesundheit
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0324#
Anzeige Praxisübernahme
Pädagogische Fachkräfte
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Richtgest Jahn Eleven
Sonderseite Jshn Eleven
Sonderseite Jahn Eleven
Anzeigenauftrag #PR111825-2026-0006#