Politik | 23.02.2023

FWG-Fraktion im Kreistag Ahrweiler

SPD-Ministerin Hubig träumt weiterhin vom Erfolg kostspieliger Kampagnen und lässt den Kreis Ahrweiler mit jährlich zwei Mio. Euro im Regen stehen

Kreis Ahrweiler. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Hubig (SPD) hat Landrätin Weigand zu der auf Antrag der FWG-Fraktion am 16. Dezember 2022 beschlossenen Kreistags-Initiative mit der Bitte um Beteiligung des Landes an den Kosten des Kreises Ahrweiler für die Kindertagespflege in Höhe von zwei Mio. Euro eine Absage erteilt.

Die Ministerin räumt in ihrem Antwortschreiben zwar ein, dass nach den gesetzlichen Bestimmungen die Kinderbetreuung im Rahmen der „Kindertagespflege“ der Betreuung in „Kindertagesstätten“ (hierfür gibt es eine hohe finanzielle Beteiligung des Landes) gleichgestellt ist. Die Landesregierung setze aber bewusst ihren Schwerpunkt auf die Betreuung der Kinder in den Tageseinrichtungen (Kitas) und werde sich auch nur an den dort entstehenden Personalkosten beteiligen. „Fehlt nur noch das Wort „Basta“, so FWG-Fraktionsvorsitzender Hans-Josef Marx. Dass im Kreis Ahrweiler – aber auch in vielen anderen Landkreisen – einerseits viele Kita-Plätze fehlen und darüber hinaus selbst bei vorhandenen Platz-Kapazitäten aufgrund des bekannten Fachkräftemangels längst nicht alle Kinder in den Kitas betreut werden können und somit die Landkreise als zuständige Träger der Jugendhilfe auf die Inanspruchnahme von Tagespflegekräften angewiesen sind, was den Kreis Ahrweiler jährlich rund zwei Mio. Euro kostet, wird ignoriert bzw. von der rheinland-pfälzischen Landesregierung bewusst in Kauf genommen. Man habe ein „Aktionsforum zur Fachkräftesicherung und –gewinnung“ initiiert, um „zügig kurz- und mittelfristige Lösungen zu finden, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken“, so Ministerin Hubig in ihrem Schreiben an Landrätin Cornelia Weigand.

Hierzu äußert sich FWG-Fraktionsvorsitzender Marx wie folgt: Die Antwort der SPD-Ministerin ist für den Kreis Ahrweiler – aber auch für die anderen rheinland-pfälzischen Landkreise – ein Schlag ins Gesicht. Im Kreis Ahrweiler werden derzeit 199 Kinder außerhalb von Kitas im Rahmen der Kindertagesbetreuung betreut. Dass sich in absehbarer Zeit die Zahl der Kita-Plätze und die Anzahl der Beschäftigten in den Kitas derart erhöht, dass diese 199 Kinder – Trend steigend – in Kindertagesstätten betreut werden können, dürfte kaum realistisch und auch nicht durch (teure) Fachkräfte-Werbekampagnen des Landes zu erreichen sein. Für den Kreis Ahrweiler wird demnach auch in den kommenden Jahren die Inanspruchnahme von Personen für die Kindertagespflege weiter eine hohe Bedeutung haben und unverzichtbar sein. Währenddessen träumt das Land Rheinland-Pfalz von kurz- und mittelfristigen Kampagne-Erfolgen und wird den Kreis Ahrweiler weiterhin mit jährlichen Kosten in Höhe von zwei Mio. Euro im Regen stehen lassen. Aus Sicht der FWG-Fraktion eine sehr bedauerliche und mit Blick auf die gesetzlich geregelte Gleichstellung der beiden Betreuungsarten nicht nachvollziehbare Entscheidung der SPD-Ministerin.

Pressemitteilung der

FWG-Fraktion im

Kreistag Ahrweiler

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Werbeplan 2026
Daueranzeige 2026
Imageanzeige - Dauerauftrag
Titel - Alles für die Schule
150 Jahre Zeitungstradition
150 Jahre Sinziger Zeitung
150 Jahre Zeitungstradition
Empfohlene Artikel
Flaschen, Plastikverpackungen, Einweggeschirr: Am Ufer des Sees türmt sich gerade nach Wochenenden der Müll.  Foto: Gabi Becker
946

Mit großer Besorgnis beobachte ich die zunehmende Verschmutzung am Laacher See. Besonders nach den Wochenenden bleiben nach Partys häufig Flaschen, Plastikverpackungen, Einweggeschirr und anderer Müll am Ufer, entlang der Wege und sogar mitten im Wald zurück. Dieses rücksichtslose und antisoziale Verhalten schadet der Natur und der Tierwelt gleichermaßen und beeinträchtigt die Erholung aller Besucherinnen und Besucher.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Am Sasmtag 19.September heißt es wieder „Andernach tanzt“
779

„Anzeige“ Andernach. Die Andernacher Tanzparty geht in die vierte Runde. Unter dem Motto „Andernach tanzt“ wird es am Samstag, 19. September 2026 unter anderem wieder zahlreiche „Disco-Foxtrott Runden“ mit Musik der vergangenen 60 Jahre geben. Für beste Partystimmung sorgt der von den HR 1 Dancefloor bekannt Video-DJ Peter Baur mit alten und auch aktuellen Top Hits. Musikvideos auf Großleinwand, die Fotobox sowie eine Cocktailbar sind eingeplant.

Von Thomas Manstein aus Sinzig

Weiterlesen

Der „Hungerfelsen“ bei Kripp. Foto: Rolf Niemeyer
387

Wasserstandsmarkierung ist nur bei extremem Niedrigwasser im Flussbett zu sehen

11.07.: „Hungerfelsen“ bei Kripp ist wieder sichtbar

Kripp. Aufgrund der anhaltenden Dürre sinken die Pegelstände des Rheins momentan. Eine Folge der sinkenden Pegelstände hat BLICK aktuell-Leser Rolf Niemeyer festgehalten: Bei Kripp hat er den „Hungerfelsen“ im Flussbett abgelichtet – also eine Wasserstandsmarkierung, die nur bei extremem Niedrigwasser sichtbar wird und früher deshalb drohende Hungersnöte durch Dürre signalisierte. Rolf Niemeyer schreibt zu seinem Foto:

Weiterlesen