Politik | 20.07.2022

Die Neuzugänge im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg sind stark rückläufig und stagnieren auf niedrigem Niveau von ein bis zwei Personen täglich

Ukraine-Krieg: Mehr als 2000 Flüchtlinge seit Kriegsbeginn in Koblenz registriert

Koblenz. Der Krieg in der Ukraine beschäftigt seit dem Ausbruch des bewaffneten Konflikts Ende Februar die ganze Welt und auch in Koblenz sind die Folgen spürbar. Die Rhein-Mosel-Stadt hat vor wenigen Tagen nunmehr die Zahl von 2000 Menschen überschritten, die aufgrund des bewaffneten Konflikts in Osteuropa ihre Heimat verlassen haben, und in Koblenz bei der Ausländerbehörde vorregistriert wurden.

„Über 2000 Menschen sind aus der Ukraine seit dem Kriegsausbruch in ihrer Heimat nach Koblenz geflüchtet, um entweder hier vor Ort einen sicheren Zufluchtsort zu finden oder von hier aus zu einem solchen zu gelangen. Viele Haupt- und Ehrenamtliche haben in dieser Zeit in Hunderten Stunden leidenschaftlicher Arbeit und mit ihrer Unterstützung dafür gesorgt, dass sich die Ukrainerinnen und Ukrainer hier vor Ort willkommen fühlen und auch in das tägliche Leben integriert werden. Dafür gebührt allen, die tagtäglich sich für das Wohl der geflohenen Menschen einsetzen, mein großer Dank“, sagt der Koblenzer Oberbürgermeister David Langner. In diesem Zusammenhang hebt der Koblenzer Stadtchef unter anderem das Engagement der Ausländerbehörde hervor, die in Sonderschichten an Freitagen und am Wochenende gearbeitet hat, um beispielsweise das hohe Registrierungsaufkommen zu bewältigen.

Nicht alle sind Menschen sind geblieben

Längst nicht alle der geflüchteten Menschen aus der Ukraine sind nach ihrer ersten Registrierung in Koblenz allerdings untergekommen oder geblieben. So sind teilweise Menschen in Landesaufnahmeeinrichtungen in benachbarten Bundesländern untergebracht worden oder sie sind innerhalb Deutschlands umgezogen, so dass die Koblenzer Ausländerbehörde nicht mehr für sie zuständig ist. 121 Personen haben die Bundesrepublik sogar offiziell bereits wieder komplett in Richtung Ausland verlassen.

1457 Menschen in Koblenz untergebracht

Insgesamt sind derzeit 1457 Menschen in Koblenz untergebracht. Der Großteil hiervon, 1206 Personen, die vor dem Krieg geflüchtet sind, sind in der Rhein-Mosel-Stadt vor allen Dingen in privaten Wohnungen und Unterkünften untergebracht. In den fünf Gemeinschaftsunterkünften sowie der in der Turnhalle der IGS Koblenz eingerichteten Notunterkunft sind darüber hinaus 229 Menschen untergekommen. Rund 270 Personen könnten in den sechs städtischen Unterkünften insgesamt Platz finden. Der zur Verfügung stehende Platz reicht derzeit allerdings mehr als aus. „Wir stellen derzeit fest, dass die Zahl der Menschen, die aufgrund des Ukraine-Kriegs zu uns nach Koblenz kommen, stark nachgelassen hat. Zurzeit ist es täglich nur eine niedrige einstellige Zahl“, sagt Yannick Hell, der als Sachgebietsleiter im Sachgebiet Integration bei der Koblenzer Ausländerbehörde beschäftigt ist. Eine Beobachtung, die auch das Koblenzer Jobcenter teilt.

Neuzugänge sind rückläufig

„Die Neuzugänge im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg sind stark rückläufig und stagnieren auf niedrigem Niveau von ein bis zwei Personen täglich“, erklärt Stefan Becker vom Jobcenter Koblenz. Aus diesem Grund kehrt die Einrichtung ab sofort wieder zum normalen Regelbetrieb zurück, der seit Beginn des Ukraine-Kriegs nicht möglich war. „Bestehende Organisationseinheiten mussten sowohl im Bereich Geldleistung zur Auszahlung der Grundsicherung als auch im Bereich der Integrationsarbeit angepasst werden, um schnell auf die Vielzahl der Neukunden reagieren zu können“, fasst Becker die Herausforderungen für die Mitarbeitenden des Jobcenters in den vergangenen Monaten zusammen. So wurden unter anderem Online-Samstage angeboten und zusätzliche Terminvereinbarungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten durchgeführt, um allen ukrainischen Flüchtlingen in der aktuellen Ausnahmesituation eine zeitnahe, individuelle, situationsabhängige Erstberatung anzubieten. Zudem wurden zwei Dolmetscher eingestellt, um beim Überbücken der Sprachbarrieren zu helfen.

Bisher wurden laut dem stellvertretenden Geschäftsführer des Koblenzer Jobcenters 751 Personen, darunter etwas mehr als drei Viertel Frauen und ein Viertel Männer, dem Jobcenter Koblenz zugeordnet. „Bei diesen 751 Kunden hat bereits ein individuelles Erstgespräch stattgefunden, beziehungsweise ist dieses terminiert“, so Becker. Für eine nachhaltige und erfolgversprechende Arbeitsvermittlung für Menschen mit längerer Bleibeperspektive sei im ersten Schritt die Vermittlung von Sprachkenntnisse erforderlich. „Viele der geflüchteten Menschen haben sich bereits selbst um entsprechende Kurse bemüht“, erklärt der stellvertretende Geschäftsführer des Jobcenters. Für alle anderen geflüchteten aus der Ukrainer geflüchteten Menschen kümmert sich das Jobcenter um entsprechende Sprachkurse, damit sie eine in naher Zukunft Perspektive auf dem heimischen Arbeitsmarkt in Koblenz und der Region finden können.

Große Herausforderung

Ebenso eine große Herausforderung ist seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine Ende Februar die Unterbringung und Integration von geflohenen Kindern und Jugendlichen. Derzeit besuchen 367 Jungen und Mädchen, die vor dem Krieg aus der Ukraine nach Koblenz geflüchtet sind, die Schulen in der Rhein-Mosel-Stadt. Der überwiegende Teil hiervon sind Grundschüler (136 Kinder) gefolgt von Gymnasien (118) und Realschulen (76 Kinder). „Hier gilt mein Dank allen Lehrkräften und weiteren Beteiligten an den Schulen, die dafür sorgen, dass die Kinder und Jugendliche weiterhin lernen können, integriert werden und auch Struktur in ihrem Alltag erhalten“, dankt Oberbürgermeister David Langner.

Pressemitteilung der Stadt Koblenz

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Anne: Ein Faustschlag mitten ins Gesicht und ein Dolchstoß mitten ins Herz aller Flutopfer…nicht nur der Toten und deren Angehörigen und Freunden, sondern insbesondere der unzählig vielen traumatisierten Menschen...
  • Betroffener: Wiedermal ein Totalversagen der Justiz und es werden Täter geschützt ! Inzwischen darf man sich wirklich fragen ob diese Justiz überhaupt noch der Gerechtigkeit und dem Volk dient oder einfach nur noch die Politiker zu schützen versucht !
  • Anne: Es ist das kalte Grauen. Wahrscheinlich denkt sich der Täter in Anlehnung an den Mordprozeß im Fall Anna K. aus Gimmigen mit einem ähnlich milden Urteil davon zu kommen. In was für einer Zeit leben wir...
  • Graf: Ja, sehr GUT Ukraine, ist doch bekannt , dass koruptestes Land in Europa ist. Mit den Politiker, sind unsere bezahlt worden? Wunderbar !
Dauerauftrag 2025
Dienstleistungen
Stellenanzeige Bauingenieur Trinkwasserversorgung/Abwasserbeseitigung
Stellenanzeige "Standesamt"
Schulhausmeister/in (w
Werbeplan 2026 / rund ums Haus
Sonderseite Jshn Eleven
Feuerwehrfest in Heimersheim
Feuerwehrfest in Heimersheim
Titel
Empfohlene Artikel
Auf reges Interesse stießen die Mitglieder von Grünen und der SPD auf dem Maisons-Laffitte-Platz.  Foto: privat
45

Remagen. Wohnraum für alle, keine Luxuswohnungen am Rhein, für diese Forderungen stellten sich die Stadtratsmitglieder Antonio Lopez und Rolf Plewa in Remagen den Bürgern zur Diskussion. Auf reges Interesse stießen die Mitglieder von Grünen und der SPD auf dem Maisons-Laffitte-Platz. „Wir müssen dagegen sein, kommunalen Grund und Boden nahezu zu verschenken“, so Lopez. „Familien mit Kindern und Senioren...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Luca und Laura Di Stefano haben die spannendsten True Crime-Fälle im Blick.  Foto: FELIX KIRCHNER // ENKIME
10

Luca und Laura Di Stefano aus dem Westerwald sprechen über ihren True Crime-Prodcast „Verbrechen Hautnah“

Wahre Verbrechen, die unter die Haut gehen

Region/Mogendorf. Morde, Vermisstenfälle, rätselhafte Todesfälle und ungelöste Geheimnisse – wahre Verbrechen üben auf viele Menschen eine besondere Faszination aus. Genau dieser Leidenschaft haben sich Luca und Laura Di Stefano aus dem Westerwald mit ihrem Podcast „Verbrechen Hautnah“ verschrieben. In ihren Folgen nehmen sie die Zuhörer mit auf die Spur spektakulärer Kriminalfälle, erzählen von schockierenden Taten, überraschenden Wendungen und Ermittlungen, die bis heute Fragen offenlassen.

Weiterlesen

Julian Konrad mit Pokal.  Foto: privat
6

Schwierige Entscheidungen standen für das Sinziger Rennteam von Konrad Motorsport an

Julian Konrad baut Führung im Polo Cup Germany am Nürburgring aus

Nürburg. Beim zweiten Rennwochenende des Polo Cup Germany auf dem Nürburgring hat Julian Konrad seine Führung in der Gesamtwertung erfolgreich verteidigt und weiter ausgebaut. Wechselnde Wetterbedingungen, hohe Temperaturen und anspruchsvolle Strategieentscheidungen prägten dabei das Wochenende für den Fahrer von Konrad Motorsport.

Weiterlesen

Wer hat Beatrix Elfriede S. gesehen?
692

Die Sinzigerin verschwand spurlos auf dem Eisenbahnfest in Brohl-Lützing

04.06.: Fahndung: Wer hat Beatrix Elfriede S. gesehen?

Sinzig/Brohl-Lützing. Seit dem Nachmittag des 4. Juni 2026 wird die 72-jährige Beatrix Elfriede S. aus Sinzig vermisst. Sie verschwand während eines Besuchs auf dem Eisenbahnfest in Brohl-Lützing, das an der Bahnhofstraße stattfand. Der genaue Weg, den sie eingeschlagen haben könnte, ist unbekannt. Trotz intensiver Such- und Ermittlungsmaßnahmen gibt es bislang keine Spur von ihr. Es wird vermutet, dass Frau S. in eine hilflose Lage geraten könnte, obwohl sie zu Fuß gut unterwegs ist.

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Rund ums Haus
Image Anzeige
Rund ums Haus
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0324#
Stellenanzeige "Forstwirt"
Imageanzeige
vorab überwiesen am 22.05.2026
Anzeige Umzug ins Thermalbadehaus
Azubispots Koblenz
Azubispots Koblenz
Anzeigenauftrag #PR111825-2026-0006#
Kirmes in Königsfeld
sprudelndes Sinzig
Sprudelndes Sinzig
Sprudelndes Sinzig
Sonderseite Jahn Eleven
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring