Allgemeine Berichte | 23.09.2014

8. Wachtberger Kulturwochen

Es ist, was es ist

Heiteres und Besinnliches in Monika Clevers Lesetheater

Monika Clever (r.) liest ihr Lieblingsgedicht vor.Gemeinde Wachtberg/mm

Wachtberg-Niederbachem. Monika Clever hatte sich anlässlich der 8. Wachtberger Kulturwochen in ihrem Bildergarten mit ‚allesaußerordentlich‘ beschäftigt. ‚Außerordentlich’ sollte auch ihr Lesetheater werden, zu dem sie, ebenfalls im Rahmen der diesjährigen Kulturtage, wieder interessierte Lesefreunde eingeladen hatte - verbunden mit dem Aufruf, persönliche Lieblingsgedichte mitzubringen.

Mit einem Kurzzeiler von Ringelnatz, in dem dieser das Sich-besuchen als ein Geschenk adelt, bedankte sich die Gastgeberin bei den Gästen für deren zahlreiches Erscheinen und läutete die lyrische Runde, von der niemand im Vorfeld wusste, was ihn erwartete, ein. Selbst vorlesen war angesagt … und spannend war, was die einzelnen Teilnehmer für diesen Abend individuell ausgewählt hatten.

Poesie begleitet die Menschen

Amüsantes von Heinz Erhardt, Ernstes von Herrmann Hesse und Unbekanntes eines Hobby-Dichters, das eine Leserin in Erinnerung an ihre Studentenzeit vortrug, machten den Anfang. Dass Gedichte die Menschen ein ganzes Leben begleiten, sollte sich mehrmals zeigen. In Kindheitstage zurückversetzt sollte sich noch so manche Leserin fühlen. Auswendig und alle Strophen aufsagen, damit überraschte eine Teilnehmerin ganz besonders. Gerührt lauschten alle den vor ihr vorgetragenen Versen. Wer da nicht an seine Schulzeit dachte?

In die überwiegend weibliche Teilnehmerschar hatten auch zwei Herren ihren Weg gefunden. Einer von ihnen las u.a. Poesie von Mascha Kaléko und von Wilhelm Lehmann vor, deren nachdenklich stimmende Ernsthaftigkeit großen Anklang bei den Anwesenden fand. Sein männlicher Mitstreiter hatte Eugen Roths „Trost“ mitgebracht, auch dies ein sehr berührendes Gedicht. Aber es blieb nicht tiefgründig. Mit einem Gedicht über „Ältere Frauen“ und den „Ameisen“ von Ringelnatz gab’s auch was zu schmunzeln. Und eine Ballade, „Die Füße im Feuer“ von Conrad Ferdinand Meyer, war ebenfalls unter den ausgewählten Mitbringseln. Unsinn-Poesie, ohne Sinn und doch äußerst erheiternd, und das für sie schönste Liebesgedicht, wie die Leserin verriet, nämlich Bertold Brechts „Erinnerung an Maria“, hatte eine weitere Teilnehmerin im Gepäck. Auch die berührenden Verse über die Liebe, die „ist, was sie ist“, hatte eine Besucherin mitgebracht.

Poesie - mal ernst, mal lustig

Unterschiedlichste Werke zu diversen Themen von unterschiedlichen Dichtern kamen im Laufe des Lesetheaters zu Gehör - neben den bereits erwähnten u.a. auch von Wilhelm Busch, Theodor Fontane, Erich Kästner, Rainer Maria Rilke, Eduard Möricke und Erich Fried. Überhaupt war das ‚außerordentliche‘ an dieser Lesung die Abwechslung. Trauriges, Dramatisches, Ernstes wechselte sich mit Hoffnungsvollem, Beflügelndem und Erheiterndem ab ... und es blieb immer eine Überraschung. Was würde wohl als nächstes vorgetragen werden? Ein wirklich ‚außerordentliches‘ Lesetheater. (Weitere Fotos zur Veranstaltung auf www.wachtberg.de)

Pressemitteilung

der Gemeinde Wachtberg

Monika Clever (r.) liest ihr Lieblingsgedicht vor. Foto: Gemeinde Wachtberg/mm

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