Ahrweiler Oberhut beseitigt die Flutschäden in ihrem historischen Backhaus und baut auf Spendenbereitschaft

Ahrweiler: Auch der Fronleichnamsaltar wurde zerstört

12.02.2022 - 16:49

Ahrweiler. Auf den ersten Blick sieht das Backes der Ahrweiler Oberhut aufgeräumt aus. Auf den ersten Blick. Ein Teil der maßgearbeiteten Bänke an den Wänden ist demontiert, im Fundamentbogen der mittelalterlichen Stadtmauer zeugt die Hutenfackel vom stolzen Ahrweiler Martinsbrauchtum und besseren Tagen. Das an der Rückseite der Stadtmauer gelegene Gebäude, das ursprünglich aus dem Jahr 1784 stammt und nach den Kriegsschäden vor 45 Jahren als Treffpunkt der Hutengemeinschaft wieder aufgebaut wurde, wurde wie die meisten Häuser in der Altstadt von der Jahrtausendflut im Juli vergangen Jahres arg gebeutelt.


„1,50 hoch stand das kontaminierte Schlammwasser der Ahr im Backes“, sagt Backesmeister Heiner Fuhs. Der 67-Jährige ist in dieser Funktion Vorsitzender des 60 Mitglieder zählenden Backsvereins. Auch steht er der Hutengemeinschaft Sankt Ursula vor. „Das gesamte Inventar war nicht mehr zu retten, musste entsorgt werden“, erklärt Fuhs beim Ortstermin mit „Blick aktuell“. Auch die Heizungsanlage wurde zerstört. Außenbereich und Innenraum wurden mit Ausnahme des alten Backofens durch die Flut sehr stark beschädigt worden. Das Schlammwasser hat alle Utensilien, die für Veranstaltungen der Hutengemeinschaft, des Backesverein und auch der Junggesellen benötigt werden vernichtet. „Das ist traurig“, sagt Fuhs, „denn das Backes ist nicht nur Ort des gemeinsamen Feierns der Hutenangehörigen, sondern der Erlös der Aktionen wird ja für die Seniorenbetreuung und die Beteiligung an kulturellen Veranstaltungen wie Martinstag oder den Festumzug beim Winzerfest verwendet.“ Nichts sei mehr zu gebrauchen: Bestuhlung, Kühlschrank, Herdplatten, Theken, Lichterketten, Geschirr, Bestecke, Werkzeug und vieles mehr. Insbesondere der Fronleichnamsaltar der Oberhut sei samt Zubehör vernichtet worden. Hier schlägt laut Fuhs in seiner Funktion als Hutenmeister allein die Wiederbeschaffung mit mehr als 8000 Euro zu Buche.

Den Schaden am Backes, das sich im Eigentum des Backesverein befindet, beziffert der Backesmeister inklusive der Neuanschaffung des Inventars mit rund 28000 Euro. „Da ist die Eigenleistung nicht eingerechnet. Das ist für uns als Backesverein mit einem Mitgliedsbeitrag von 20 Euro pro Jahr nicht zu stemmen.“ Die Beiträge deckten zwar die laufenden Unterhaltungskosten, etwa für Strom, Heizung und Versicherung, doch für die Renovierung sei die Oberhut auf Unterstützer angewiesen.

Das hat sich rundgesprochen. Da hält die Hutengemeinschaft zusammen. „Es kann den Menschen, die selbst von der Flut betroffen sind, nicht hoch genug angerechnet werden, dass sie schon in den vergangen Monaten dafür in die Tasche gegriffen haben“, sagt Fuhs und freut sich über jeden noch so kleinen Geldschein. „Alles fließt in die Behebung der Schäden“, macht der Ovvehöde aus Leidenschaft klar. Und als Hutenmeister ergänzt er: „Wir sind auf jeden Euro angewiesen, um unsere Tätigkeit für die älteren Mitbürger und die Unterstützung für unsere Stadt wieder aufnehmen zu können.“

Wer mit einer zweckgebunden Spende die Backesgemeinschaft der Oberhut bei der Wiederherstellung ihres Kleinods unterstützen möchte, kann mit Huten- und Backesmeister Heiner Fuhs unter Telefon 0171/4395815 oder Mail heiner.fuhs@gmx.de Kontakt aufnehmen.

Trotz aller Schäden, auch der Putz muss noch von den Wänden und ersetzt werden, ist Fuhs zuversichtlich: „Wir haben den Krieg überstanden, die Stadt neu aufgebaut, dann schaffen wir das jetzt auch.“ Bis zum Sommer rechnet der Hutenmeister, der vor 40 Jahren auch Gründungsmitglied des Unterleutnantsgliedes der Ahrweiler Bürgerschützen war, mit der Wiederherstellung des Backes: „In neuem Glanz werden wir dann die Einweihung mit einem großen Backesfest begehen. Doch bis dahin ist noch viel zu tun.“ GS

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