Fazit: Viel geschafft, aber die Forderung nach mehr Tempo bleibt
Bad Neuenahr-Ahrweiler: Umfrage zum Wiederaufbau
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Wiederaufbau nach der Flut prägt zunehmend das Stadtbild – doch wie nehmen die Menschen in Bad Neuenahr-Ahrweiler diesen Fortschritt im Alltag wahr? Und welche Hinweise zur inhaltlichen und zeitlichen Abwicklung des Wiederaufbaus gibt es aus der Bevölkerung? Um das herauszufinden, hat die Stadtverwaltung im Rahmen der #wiederbunt-Kampagne erneut Bürgerinnen, Bürger und Gäste befragt. Mehr als 2.000 Menschen haben unter dem Motto #jetztmalehrlich geantwortet, darunter über 1.500 Einheimische – damit lag die Beteiligung sogar deutlich höher als bei der ersten Umfrage im vergangenen Jahr.
Die Ergebnisse zeichnen ein vielschichtiges Bild: Eine deutliche Mehrheit der Menschen in Bad Neuenahr-Ahrweiler sieht die Entwicklung positiv und schätzt, was bereits erreicht wurde. Auch das Lebensgefühl in der Stadt hat sich spürbar verbessert. Gleichzeitig wird deutlich, dass das Bedürfnis nach mehr Tempo, sichtbarer Koordination und noch intensiverer Kommunikation ungebrochen ist. „Die Umfrage macht deutlich, dass wir in den Augen vieler Bürgerinnen und Bürger auf einem guten Weg sind – aber noch lange nicht am Ziel“, betont Bürgermeister Guido Orthen.
Fortschritte werden gesehen – Erwartungen bleiben hoch
Während 2024 noch 58 Prozent der Befragten angaben, dass beim Wiederaufbau „bereits viel geschafft“ ist, liegt dieser Wert nun bei 69 Prozent. Die Zustimmung zu dieser Aussage ist bei den Besucherinnen und Besuchern der Stadt mit 73 Prozent etwas höher als bei den Einheimischen. Gleichzeitig bleibt die Kritik am Tempo konstant: Wie schon 2024 geben auch in diesem Jahr 82 Prozent aller Befragten an, dass ihnen der Wiederaufbau zu lange dauert. Ein Spannungsfeld zeigt sich auch bei der Einschätzung des Baugeschehens: Zwar begrüßen 76 Prozent, dass an vielen Stellen gleichzeitig gebaut wird, dennoch sind 60 Prozent der Meinung, dass immer noch nicht genug passiert. Nur eine Minderheit von 18 Prozent wünscht sich weniger parallele Baustellen, selbst wenn der Wiederaufbau dadurch länger dauern würde.
Lebensqualität verbessert sich – Zusammenhalt leicht rückläufig
Bei der Frage nach dem allgemeinen Lebensgefühl in der Stadt gaben 75 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner an, dass sie sich wohl fühlen – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, als dies nur 62 Prozent sagten. Besonders erfreulich: Die Zustimmung ist über sämtliche befragte Altersgruppen gleichermaßen hoch.
Nach dem Stand der privaten Wiederaufbaumaßnahmen gefragt, geben zwei Drittel der befragten Einheimischen an, auch in ihrem eigenen Zuhause durch Flutschäden betroffen gewesen zu sein. Davon hat knapp die Hälfte die Wiederaufbaumaßnahmen bereits abgeschlossen, gut 40 Prozent hat noch Restarbeiten zu erledigen. Nur 7 Prozent der Betroffenen gaben an, dass ein Großteil des Wiederaufbaus im eigenen Zuhause noch aussteht.
Von „schön“ bis „chaotisch“: Bad Neuenahr-Ahrweiler in einem Satz
Bei der Aufforderung, die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler mit einem Satz zu beschreiben, wählten die Befragten besonders häufig Stichworte wie „freundlich“, „Heimat“, „schön“ und „modern“, aber auch „Chaos“, „Baustellen“ oder „falsche Prioritäten“. Viele nutzten die Umfrage auch, um konkrete Hinweise und Wünsche an die Verantwortlichen des Wiederaufbaus zu richten – besonders oft ging es dabei um den Hochwasser- und Katastrophenschutz, die Verkehrssituation und um Angebote für Kinder und Familien. Wiederholt geäußert wurden auch Forderungen wie „Bürokratie abbauen“, „aus Fehlern lernen“, „schnelle Umsetzung“, „Transparenz“ und „Infrastruktur verbessern“. „Gerade solche Hinweise sind uns besonders wichtig, um die Steuerung des Wiederaufbaus weiter zu verbessern“, betont Bürgermeister Orthen.
Wiederaufbau macht die Stadt attraktiver - mehr Information gewünscht
Nachdem im vergangenen Jahr 85 Prozent der Befragten den Wiederaufbau pauschal als Chance für die Stadt sahen, wurde in der aktuellen Umfrage differenzierterer nachgefragt: Mit 58 Prozent sind mehr als die Hälfte der Befragten davon überzeugt, dass Bad Neuenahr-Ahrweiler attraktiver wird. 39 Prozent verbinden mit dem Wiederaufbau die Chance auf mehr Resilienz gegenüber künftigen Krisen. Nur 36 Prozent der Befragten sehen die Wiederaufbau-Maßnahmen als Beitrag zu mehr Klimabewusstsein. „Hier werden wir ansetzen und in Zukunft noch deutlicher machen, wie viel Klimaschutz in zahlreichen Wiederaufbau-Projekten steckt, wie bei der Be- und Entwässerung von Parkanlagen, der Schaffung zusätzlicher Solaranlagen oder auch der deutlich stärkeren Begrünung an vielen Stellen“, betont Guido Orthen. „Unser Ziel ist eine grüne, widerstandsfähige Stadt. Dieser Ansatz sollte nicht nur sichtbarer, sondern auch aktiv von der Bevölkerung mitgetragen werden.“
Auch in anderen Bereichen ist der Wissensbedarf der Befragten nach wie vor groß: Nur gut ein Drittel aller Befragten gab an, sich über den Stand des Wiederaufbaus ausreichend informiert zu fühlen, in der jüngeren Zielgruppe bis 29 Jahren waren es sogar nur 20 Prozent. Mehr Informationen wünschen sich die Befragten vor allem zum Thema Hochwasserschutz, zu Bauabläufen und Zeitplänen und zur Verkehrssituation. Die beliebtesten Informationskanäle sind laut Umfrage die Stadtzeitung, Facebook/Videos und das Aufbau-Magazin. „In der Ansprache und Information der unter 30-Jährigen sehen wir noch Luft nach oben. Deshalb haben wir mit der Umfrage ein Meinungsbild zu einem städtischen WhatsApp-Kanal eingeholt, den wir nach den vielen positiven Rückmeldungen in Kürze umsetzen werden“, erklärt Hannah Schneider aus der Kommunikationsabteilung der Stadt. Des Weiteren werde in diesem Herbst ein neuer Wiederaufbau-Podcast über die #wiederbunt-Kampagne produziert, der einerseits viele junge Interessierte ansprechen und auch komplexere Hintergründe und Zusammenhänge rund um den
Wiederaufbau beleuchten und erklären soll.„Wiederaufbau ist kein Selbstläufer“
Die Ergebnisse der Umfrage liefern der Stadt wertvolle Hinweise für die weitere Ausrichtung und die Kommunikation rund um den Wiederaufbau. Die Umfrage ist Teil der Kampagne #wiederbunt, die unter anderem mit regelmäßigen Baustellenführungen, eigener Website und Newsletter für mehr Transparenz, Beteiligung und Information der Bürgerinnen und Bürger zum Wiederaufbau sorgt. Diese vielfältigen Informationsangebote sollen auch in Zukunft gezielt weiterentwickelt werden.
„Es ist ermutigend zu sehen, dass viele Menschen anerkennen, was in den vergangenen Jahren geschafft wurde. Zugleich bleibt der Druck, weiter voranzukommen, verständlicherweise sehr groß“, so Bürgermeister Guido Orthen. „Der Wiederaufbau ist kein Selbstläufer, sondern ein Prozess, der nur gemeinsam gestaltet werden kann.“
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