Gönnersdorf und Orte des Landkreises Ahrweiler werden ab sofort mit H-Gas versorgt
Erfolgreich umgestellt
Kreis Ahrweiler. In Gönnersdorf und zahlreichen Haushalten im Kreis Ahrweiler strömt jetzt sogenanntes H-Gas durch die Leitungen: Die Experten der Energienetze Mittelrhein (enm) haben den notwendigen Schalttermin am Dienstag, 5. Juli, erfolgreich durchgeführt. Den Weg frei für das „neue“ Gas machte dabei Monteur Marc Küpper: Er öffnete um Punkt 8 Uhr den Schieber am Ortseingang von Andernach-Namedy. Zeitgleich schlossen seine Kollegen in Sinzig die Leitung und stoppten dadurch die L-Gas-Zufuhr. An unterschiedlichen Messpunkten im aktuellen Umstellbezirk kontrollierten dann weitere Kollegen, zu welchem Zeitpunkt das H-Gas zur Verfügung steht. Zu diesem Bezirk zählen die Orte Sinzig, Bad Breisig, Brohl-Lützing, Burgbrohl, Niederzissen, Remagen, Waldorf, Niederdürenbach, Oberzissen, Gönnersdorf und Wassenach.
Die Vorbereitungen für die Erdgasumstellung laufen bereits über mehrere Jahre und gingen mit dem Besuch sämtlicher Haushalte einher, die mit Erdgas versorgt werden. Dies war notwendig, um erforderliche Ersatzteile und Umrüst-Sets für die jeweilige Heizungsanlage der Kunden rechtzeitig beschaffen zu können. Hintergrund: H-Gas hat einen höheren Brennwert als L-Gas, sodass in der Regel Düsen getauscht werden müssen. Insgesamt befinden sich im aktuellen Schaltbezirk rund 11.950 Endgeräte. „Bei der Erhebung dieser Geräte gab es glücklicherweise nur einen sehr kleinen Teil, der nicht anpassbar war; es handelt sich um rund 250 Geräte“, so Marcelo Peerenboom, Sprecher der evm-Gruppe. Die meisten Haushalte bekommen nach der erfolgten Netzschaltung auf H-Gas erneut Besuch von einem Monteur, der die neuen Düsen einbaut oder die Einstellungen am Gerät entsprechend anpasst. Diese Arbeiten finden in den nächsten Wochen statt. Betroffen sind rund 8.000 Geräte. Die restlichen 3.700 Geräte konnten aufgrund ihrer Bauart schon einige Tagen und Wochen vor der Schaltung angepasst werden.
Immer weniger Gas aus den Niederlanden
Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs und eines möglichen Erdgasembargos hat es nach Angaben des Netzbetreibers in den vergangenen Wochen zunehmend Fragen zur Umstellung von L- auf H-Gas gegeben. So wollten einige Kunden wissen, warum nicht noch länger L-Gas aus den Niederlanden bezogen werden kann. Dazu erklärt Marcelo Peerenboom: „Die Niederlande müssen die L-Gas-Förderung sukzessive verringern und in absehbarer Zeit komplett einstellen, weil die natürlichen Vorkommen dort zur Neige gehen. Bereits jetzt handelt es sich bei großen Mengen des bereitgestellten L-Gases um umgewandeltes H-Gas. Auch die Niederlande selbst beziehen daher seit einiger Zeit Erdgas aus anderen Ländern.“
Die Erdgasumstellung im Netzgebiet der enm basiert auf entsprechenden Gesetzen und Vorgaben der Bundesnetzagentur. „Uns sind hier insoweit die Hände gebunden. Wir sind verpflichtet, den seit Jahren feststehenden Zeitplan zur Umstellung von L- auf H-Gas umzusetzen, um die Versorgungssicherheit nicht zu gefährden“, stellt der Pressesprecher klar. „Wir haben vor dem Hintergrund des Krieges natürlich Verständnis für die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger und begrüßen die Maßnahmen der Bundesregierung, die das Ziel haben, die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zügig zu reduzieren. Die evm selbst bezieht das Erdgas von Großhändlern. Die überwiegenden Mengen stammen aus Skandinavien und immer weniger aus Russland. Im Übrigen haben weltweit nahezu alle wesentlichen Erdgasreserven H-Gas-Qualität.“Pressemitteilung evm
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Marc Küpper von der Energienetze Mittelrhein öffnete in Andernach-Namedy den Schieberregler und machte damit den Weg für das H-Gas frei. Foto: Sascha Ditscher/evm Foto: Sascha Ditscher/evm
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