Der Lions Club Scheeßel unterstützt Kinderferienprogramm an der Ahr

„Es sind Bilder, die sich einbrennen“

19.08.2021 - 15:46

„Ein Freund erzählte mir von einem Tierpark in Sinzig an der Ahr, der bei der Hochwasserkatastrophe völlig zerstört wurde“, berichtet Hartmut Berger vom Scheeßeler Lions Club. Der Club hilft zwar oft rund um den Kirchturm, hat aber auch schon in Haiti, Äthiopien oder beim Elbe-Hochwasser gespendet. „Dabei bemühen wir uns um eine gezielte Unterstützung, die vor Ort den Schwachen zugutekommt“, ergänzt Lions-Präsident Sven Borstelmann. Im Tierpark Schwanenteich sollte eigentlich ein Kinderferienprogramm stattfinden. Der benachbarte Wilhelmshof von Lea Orth nahm nach der Flut das Vereinsprojekt kurzerhand auf und konnte es dank der Scheeßeler Hilfe noch um weitere Kinder aus den betroffenen Gemeinden an der Ahr aufstocken.

Clubmitglied Detlev Kaldinski überbrachte die Scheeßeler Spende von 2500 Euro für das Kinderferienprogramm und legte vor Ort gleich noch selbst mit Hand an, als er das unermessliche Leid eines auf über 40 Kilometer Länge fast komplett zerstörten Flusstales mit eigenen Augen sah. „Es sind Bilder wie im Krieg, die sich einbrennen“, berichtet Kaldinski. „Den kleinen ehrenamtlichen Tierpark direkt an der Ahr, den früher viele Eltern mit ihren Kindern ansteuerten, gibt es nicht mehr.“

Auf dem Gelände findet man nur noch die Bodenplatten der Gebäude und jede Menge angeschwemmten Flutmüll, darunter ein rundum zerstörtes Auto, das kaum noch als Skoda erkennbar ist. Ein kompletter Seecontainer ist vom fast zehn Kilometer entfernten Bad Neuenahr bis auf das Grundstück geschwemmt worden. „Glücklicherweise haben wir fast alle Tiere retten können“, freut sich Tierpfleger Carl Knüpfer. Seit einem kleineren Hochwasser 2016 hatte man einen Notfallplan erarbeitet und bereits nachmittags angefangen, die fast 100 Tiere, unter anderem auf den Wilhelmshof, zu evakuieren.

Lea Orth unterstützte gern und sofort: „Auf unserem Hof haben die Schwäne, Enten, Papageien, Ponys und ein Esel eine neue Bleibe gefunden.“ Auch die Ferienwohnung des Hofes bewohnen derzeit Flutopfer. Zwar wurde das im Aufbau befindliche Hofcafe´ der Orths ebenfalls überschwemmt, aufgrund der Anhöhe, auf der der Hof steht, aber nur leicht. So schlafen dort derzeit auf einem Matratzenlager bis zu 20 Helfer aus ganz Deutschland, die von frühmorgens bis spätabends im Katastrophengebiet unterwegs sind. Jens aus Dortmund steht mit anderen Helfergruppen im Tal in Kontakt und setzt die Helfer auf Anforderung ein, beispielsweise in den erheblich zerstörten Gemeinden Marienthal oder Dernau. Abends erwarten die Helfer dann auf dem Hof kühle Getränke und ein warmes Essen. In Gesprächen verarbeitet man das tagsüber erlebte.

„Bagger ziehen dort in Dernau neben der Panzerbrücke die Reste der stahlarmierten Betonbrücke aus der Ahr“, berichtet Detlev Kaldinski seine Erlebnisse. Die Häuser rundum standen bis weit in den ersten Stock unter Wasser. Kniehoch stand der Schlamm in den Kellern. „Wir haben dort Putz und Estrich von nassen Wänden und Böden gestemmt.“ Übrig bleiben oft nur fensterlose Steingerippe mit Dach. Nicht selten bleibt nichts anderes, als der Abriss übrig.

Die Arbeit geht auch vier Wochen nach dem Unglück bis weit nach 21 Uhr. Selbst dann gelingt es Jens noch einen kleinen Bagger und einen Mulden-LKW zu organisieren, die den Schutt abtransportieren. Putz und rund 40 Quadratmeter Estrich landen so innerhalb einiger Stunden in der Mulde. Auch die beiden Fahrer der Baufahrzeuge sind Freiwillige, die von ihren Chefs die teuren Fahrzeuge gestellt bekommen und sich einige Tage frei genommen haben, um den Menschen an der Ahr zu helfen. Hier ist Solidarität kein Fremdwort. Und: Die Helfer vermitteln den Flutopfern auch, dass sie nicht allein gelassen sind. Das schafft Zuversicht und Kraft in dieser schlimmen Situation.

Auf der Heimfahrt begleiten die Helfer Banner wie „Das Ahrtal dankt“ oder ganz einfach „Danke“. Schilder mit „Helfer gesucht“ erinnern daran, dass es auch morgen noch Arbeit im Katastrophengebiet an der Ahr gibt.

Pressemitteilung

Lions Club Scheeßel

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Kommentare
G. Friedrich:
Keine Kameras ? Kein Dienstpersonal, Wachen- irgendwas ? Nichts brennt von alleine in einer Garage....
Friedrich:
Und warum waren die Türen nicht verschlossen von innen ? ...
Franz-Josef Dehenn:
Dieser Vandalismus im Neuwieder-ZOO geht mal gar nicht. Warum hat die Person das nur gemacht ? Ich kann nur hoffen, das man die Person bekommt und diese eine saftige Strafe bekommt. ...
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