Allgemeine Berichte | 03.06.2022, 16:18 Uhr

Vermeintliche Rettungsaktionen bringen den Bambi-Nachwuchs oft in Lebensgefahr

Finger weg vom Rehkitz!

Wer ein Rehkitz im Feld oder auf einer Wiese findet, sollte dies weder anfassen noch vermeintlich retten, so die Bitte der Kreisjäger.  Foto: JOST
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Kreis Ahrweiler. Dringender Hinweis an alle Rehkitz-„Retter“: Finger weg vom Bambi-Nachwuchs! Die Jäger aus der Kreisgruppe Ahrweiler im Landesjagdverband Rheinland-Pfalz bitten inständig darum, vermeintlich elternlose Rehkitze in Feld und Flur nicht anzufassen und schon gar nicht zu „retten“.

Zwischen Mitte April und Mitte Mai werden die Rehkitze geboren. Die Ricke – so heißt die Rehmutter im Jägerdeutsch – lässt ihren Nachwuchs nach der Geburt in Wiesen zurück, wo das Kitz, durch seine fleckige Tarnung und Geruchsneutralität geschützt, in „gedrückter“ Stellung auf dem Boden kauernd verharrt.

Wichtige Schutzmechanismen

Diese Mechanismen dienten dem Schutz vor Fressfeinden wie dem Fuchs und seien wichtigster Bestandteil des Überlebens, erklären die Jäger.

Durch einen Fiep-Laut verständigen sich Mutter und Kind, so findet die Ricke das Kitz jederzeit zum Säugen wieder. Mit zunehmender Kraft und Größe läuft das Kitz dann mit der Ricke mit und erlernt so den selbstständigen Lebensweg. Das Kitz entwickelt auch nach und nach einen Eigengeruch, und das Verschwinden der Tarnflecken ist ebenso ein Teil des Erwachsenwerdens.

Gut gemeint, aber nicht hilreich

Leider kommt es derzeit häufig zu gut gemeinten „Rettungsaktionen“ durch besorgte Spaziergänger, so die Jäger. Treffen diese auf ein Kitz am Wegesrand, werde angesichts des beschriebenen Verhaltens fälschlicherweise eine Verletzung oder Krankheit diagnostiziert. Das Kitz werde nun „gerettet“ und beim nächstbesten Jäger abgegeben. Dieser kann das Kitz jedoch nur dorthin zurückbringen, wo es „gerettet“ wurde, wegen fehlender Kenntnis der Fundstelle meist weit vom ursprünglichen Platz entfernt.

Deshalb sei es fraglich, ob die Mutter das Kitz überhaupt wiederfindet. Zudem bestehe das Risiko, dass dem Kitz menschliche Gerüche anhaften und die Ricke es deshalb nicht mehr annimmt. Daher bittet die Kreisträgerschaft alle Naturfreunde: „Lassen Sie Kitze unbedingt dort liegen, wo Sie sie gefunden haben. Gut gemeinte Rettungsaktionen bewirken nur das Gegenteil.“

JOST

Wer ein Rehkitz im Feld oder auf einer Wiese findet, sollte dies weder anfassen noch vermeintlich retten, so die Bitte der Kreisjäger. Foto: JOST

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