Allgemeine Berichte | 08.12.2023, 14:04 Uhr

Der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler debattiert über Zukunft der Ahrthermen und den Twin-Neubau

Geplante Zusammenlegung scheitert am Bürokratismus

Die Ahrthermen sollen an Ort und Stelle saniert werden. Nur dann gibt es Fördermittel aus dem Wiederaufbaufonds.  Foto: GS
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Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Sanierung, respektive die „Reparatur“ der Ahrthermen in Bad Neuenahr soll an Ort und Stelle erfolgen. Ein hinsichtlich Raumprogramm und Angebotsstruktur zu erarbeitendes Grobkonzept soll ebenso wie die übrige Nutzung des Grundstückes (Außensauna, gegebenenfalls ein Hotel) zu gegebener Zeit dem Stadtrat zur Beratung vorgelegt werden. – Beim Twin wird das Architekturbüro Krieger mit den erforderlichen Wiederholungsleistungen der Grundlagenermittlung und der Vorplanung zur Entscheidungsfindung zum weiteren Vorgehen zum Neubau des Hallen- und Freibades beauftragt. An der Bebauung der Südwiese des Twin wird grundsätzlich festgehalten Das hat der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler in seiner jüngsten Sondersitzung beschlossen.

Damit wird der Ratsbeschluss vom Juli 2022, wonach eine Kombination von Thermen und Twin bei einem Neubau an anderer Stelle angestrebt wurde, hinfällig. Dies sehr zum Unwillen von Politik und Verwaltung, denn das Bundeswirtschaftsministerium hat den städtischen Plänen, die unter anderem eine Zusammenlegung von Technik, Kasse, Service und auch Gastronomie ermöglicht hätte, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Denn, so das Habeck-Ministerium: Eine Sanierung mit Mitteln aus dem Wiederaufbaufonds wird nur an alter Stelle finanziert.

Ein Umstand der Bürgermeister Guido Orthen und Ratsmitglieder in Harnisch brachte. So sprach Orthen von „Scheitern am Bürokratismus“ und davon, dass diese Vorgehensweise der Bundespolitik „nicht mit dem gesunden Menschenverstand zu vereinbaren ist“. An den Ahrthermen ist durch die Flut laut Gutachter ein wirtschaftlicher Totalschaden entstanden. Da stehen mehr als 40 Millionen Euro im Raum. Kritik am „Berliner Bürokratismus“ kam ebenso von Rolf Deißler (FDP) und Dr. Annette Gies sprach für die CDU von einer Entscheidung, „die keinen Sinn macht in Bezug auf innovatives Bauen und Planen in unserer Stadt“. Auch Fritz Langenhorst (SPD) bedauerte, dass die ursprünglich angestrebte Kombination von Thermen und Twin nicht möglich sei. Während Deißler ein klares Ja zu dem Ahrthermen forderte – „Wir heißen immer noch Bad Neuenahr“ – sahen die Freien Wähler mit Gregor Sebastian „keinen Grund für eine Eilentscheidung“ und zweifelten Sinn und Zweck eines „Zuschussbetriebes Ahrthermen“ an, schließlich würde einige Hotel Spa-Bereiche bauen und damit sei künftig von sinkenden Besucherzahlen auszugehen. Eine von der FWG beantragte Vertagung wurde abgelehnt, der „Reparatur“ der Thermen grünes Licht erteilt.

Grünes Licht gab es auch in Sachen Twin. Dieses soll an alter Stelle wiedererrichtet werden. Wobei der zerstörte Freibadbereich aus dem Wiederaufbaufonds gefördert werden kann. Das Hallenbad war schon vor der Flut abgerissen worden und fällt damit aus der Förderung raus. Somit greifen die bereits nach der Schließung konstruierten Finanzierungsmodelle inklusive des Verkaufs und der Bebauung der Südwiese. Bei der Planung sprachen sich Rat und Verwaltung für die Beibehaltung des Baukonzeptes aus, das vor der Flut ursprünglich für den Alternativstandort auf dem Bachemer Sportplatz entwickelt worden war. Zudem soll der Hochwasserschutz für das neue Twin nach den neuen Richtlinien für ein hundertjähriges Hochwasser angewendet werden. Wobei Orthen klar macht: „Wir können die Technik nicht komplett aus dem Keller holen, aber wir können sie abschotten.“

Und Dr. Annette Gies brachte die Meinung der Mehrheit auf den Punkt: „Wir bauen ein Hallenbad, das vielen Bedarfen gerecht werden kann: Vereinssport, Freizeit sowie Treffpunkt für Familien und Jugendliche.“ Die Grundsatzentscheidung ist getroffen, wann es losgeht, bleibt abzuwarten. Übrigens eine neue Tugend im Ahrtal, auch wenn es vielen nicht schnell genug gehen kann. GS

Die Ahrthermen sollen an Ort und Stelle saniert werden. Nur dann gibt es Fördermittel aus dem Wiederaufbaufonds. Foto: GS

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