Landrätin vertritt den Kreis beim 15. ExtremWetterKongress
Kreis Ahrweiler. Beim 15. ExtremWetterKongress in Hamburg hat Landrätin Cornelia Weigand die Erfahrungen des Landkreises Ahrweiler nach der Flutkatastrophe von 2021 dargelegt und klare Forderungen an Bund und Länder adressiert. Unter dem Titel „Wir könnten nach der Katastrophe mehr Maßnahmen umsetzen, wenn…“ betonte Weigand die Notwendigkeit gesetzlicher Anpassungen und einer langfristig angelegten Finanzierung, auch von überörtlichen technischen Schutzmaßnahmen.
„Die Flut im Juli 2021 hat das Ahrtal in wenigen Stunden zerstört. Damit sind wir in den letzten vier Jahren zum Sinnbild der Klimakrise in Deutschland geworden“, so Weigand. „Viele gesetzliche Regelungen, welche zu normalen Zeiten sinnvoll und ausgewogen sind, stellen in der besonderen Situation einer Nachkatastrophenzeit aber ein besonderes Hemmnis des Aufbauprozesses dar. So kommen wir, insbesondere bei großen und komplexen Bauwerken, erst jetzt in die Umsetzung.“
Weigand bekräftigte deswegen erneut ihre Forderung nach gesetzlichen Anpassungen, um den Aufbau zu beschleunigen: „Wir brauchen für solche Situationen schnelle Genehmigungen. Das bedeutet Erleichterungen in Bezug auf das Vergaberecht, umweltrechtliche Sonderregelungen und vereinfachte Genehmigungen.“ Viele Regelungen im Bau- oder Vergaberecht seien im Katastrophenfall hinderlich und würden die Verfahren erheblich verlängern.
Zusätzlich forderte die Landrätin eine Neuausrichtung der Finanzierung, die über den Aufbau hinausgehe. Gerade in Zeiten zunehmender Klimafolgen brauche es Finanzierungsmöglichkeiten, die nicht nur Schäden beheben, sondern auch den Schutz umfassen. Überörtliche Maßnahmen allein seien nicht ausreichend. „Prävention, nachhaltiger Aufbau und Klimawandelanpassung dürfen nicht optional sein – sie müssen integraler Bestandteil unseres Umgangs mit Naturkatastrophen werden“, so Weigand. Durch die Unterstützungsleistungen aus dem Aufbauhilfefonds sei im Ahrtal vieles erreicht worden, doch zusätzliche Schutzmaßnahmen scheiterten häufig an der Finanzierbarkeit. „Technischer Hochwasserschutz ist erheblich teurer und eine Generationenaufgabe, die von einzelnen Kreisen oder den Kommunen nicht zu leisten ist. Gelder aus dem Aufbauhilfefonds können aber nach aktuellen gesetzlichen Regelungen nicht für ‚neue‘ Projekte eingesetzt werden.“
Weiter sagte Weigand: „Wir müssen aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und zukunftsfähige Strukturen schaffen.“ Diese Erfahrungen sind aus der praktischen Bewältigung einer Katastrophe entstanden. Deswegen können die Lehren aus dem Ahrtal nun anderen Regionen helfen, besser auf die steigenden Risiken durch die Klimakrise vorbereitet zu sein. „Ich denke, es ist wichtig, dass wir diese Chancen nutzen, um besser wiederaufzubauen – insbesondere auch im Hinblick auf Klimaresilienz.“
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