Allgemeine Berichte | 15.07.2025, 09:02 Uhr

Exkursion des Fördervereins Denkmalpflege und Heimatmuseum Sinzig nach Rheinbach

Römische Wasserleitung und Kunst der Glasveredelung

Die Sinziger Gruppe in Rheinbach.  Foto: Denkmalverein/Menacher
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Sinzig. Gleich zwei Museen in Rheinbach waren das Ziel der dritten Exkursion des Sinziger Denkmalvereins im diesem Jahr. Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich zehn Teilnehmer vor dem Himmeroder Hof ein, um das Römerkanal-Infozentrum und das Glasmuseum Rheinbach zu besichtigen.

Rheinbach, ein schönes Mittelzentrum in der Voreifel südwestlich von Bonn, besticht nicht nur durch schöne Einkaufsmöglichkeiten, eine gute Gastronomie und zahlreiche Wanderrouten, sondern hat auch viel Geschichte zu bieten.

Der Vormittag war ganz dem Römerkanal-Infozentrum gewidmet. Fachkundig führte Herr Euskirchen, ein ehrenamtlicher Mitarbeiter, unsere Gruppe.

Das Infozentrum informiert in erster Linie über die Eifelwasserleitung, einen der längsten und am besten erforschten Aquädukte des römischen Imperiums. Darüber hinaus erweitert sie den Blick generell auf die römische Wasserbautechnik, die es ermöglichte, dass alle Städte des Römischen Weltreiches stets mit frischem Wasser versorgt wurden.

Die größte römische Wasserleitung Germaniens führte über 95,4 Kilometer vom Grünen Pütz bei Nettersheim in das antike Köln. Beeindruckend, wie vor rund 2000 Jahren römische Legionäre es geschafft haben, in dieser Landschaft eine reine Gefälleleitung zu bauen. Sie überwand nicht nur eine Wasserscheide, sondern kreuzte auch Täler und Flüsschen. Brückenwerke mussten errichtet, das Baumaterial beschafft und die Wege befestigt werden, um überhaupt in der Lage zu sein, den Kanal aus Opus caementitium, dem römischen Beton, zu gießen – ein Meisterwerk der Ingenieurskunst und Logistik.

Bei so viel Wissenszugewinn waren die Exkursionsteilnehmer froh, sich in der heimischen Gastronomie stärken zu können, bevor es am frühen Nachmittag zum Glasmuseum ging. Beide Ausstellungen sind im Himmeroder Hof, einem sehr schönen Gebäudekomplex aus dem 18. Jahrhundert, untergebracht. Handwerker aus dem Sudetenland brachten nach dem Zweiten Weltkrieg in das weitgehend zerstörte Rheinbach die Kunst der Glasveredelung mit. Im Laufe der Zeit entstand aus diesen Anfängen ein Zentrum der Glashandwerkskunst mit einer Glasfachschule und dem Glasmuseum. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung der Glasveredelung von der Barockzeit über Biedermeier, Historismus, Jugendstil und Art Déco bis hin zur Gegenwartskunst. Bei all der großen Vielfalt gelang es unserer Führerin dennoch, die Besonderheit der jeweiligen Epochen an einzelnen Objekten deutlich zu machen. Die Führung endete in der Glaswerkstatt des Museums, wo Kinder und Erwachsene in Workshops unter fachkundiger Anleitung Glasobjekte selbst herstellen können. Erfüllt von den vielfältigen Eindrücken traten die Teilnehmer anschließend den Heimweg an.

Die Sinziger Gruppe in Rheinbach. Foto: Denkmalverein/Menacher

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