Firma beklagt zu hohe Verluste aufgrund der immensen Steigerung von Rohstoff- Energie- und Personalkosten
Wolken: Insolvenz von Bäckereikette Thilmann Brot
Löhne und Gehälter bis Ende November 2022 gesichert
Koblenz/Wolken. Die Bäckereikette Thilmann Brot GmbH mit Sitz in Wolken im Landkreis Mayen-Koblenz hat am 13.09.2022 aufgrund Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Koblenz einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht hat Rechtsanwalt Jens Lieser von LIESER Rechtsanwälte aus Koblenz zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Neben der Produktionsstätte in Wolken betreibt das in dritter Generation geführte Familienunternehmen 20 Bäckereien in Koblenz und Umgebung. Darüber hinaus bedient Thilmann Brot mit hierfür speziell ausgerüsteten Fahrzeugen fünf Wochenmärkte und vier sogenannten Verkaufstouren.
Fortführung und Erhalt der Arbeitsplätze
Die Löhne und Gehälter der insgesamt 93 Mitarbeiter sind bis Ende November 2022 über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes wurde bei der Behörde bereits beantragt. Der vorläufige Insolvenzverwalter Jens Lieser wird die Beschäftigten kurzfristig in einer Betriebsversammlung über die Insolvenz und die weiteren Schritte informiert. Oberstes Ziel sei die Fortführung des Unternehmens und der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze. Der Geschäftsbetrieb in der Produktion in Wolken läuft uneingeschränkt weiter. Auch der Verkauf in allen Filialen geht weiter. Zudem ist die Belieferung der eigenen Verkaufsstellen mit tagesfrischen Backwaren gesichert.
Gründe für die Insolvenz
Die Bäckereikette Thilmann Brot ist unverschuldet in die Krise geraten. Erhebliche Preissteigerungen bei den Rohstoffen und Personal in den letzten Jahren sowie die Corona-Pandemie hatten dem Bäckereibetrieb bereits Probleme bereitet. Als nun seit dem Ukraine-Krieg die Energiepreise für den Betrieb der Backöfen immens gestiegen sind und weiter steigen, hat Thilmann Brot nur noch Verluste erwirtschaftet. Die gestiegenen Energiekosten sowie die weiteren Steigerungen bei den Rohstoffen konnte das Familienunternehmen nicht an die Kunden weiterberechnen, da in einem vom harten Wettbewerb geprägten Brotmarkt Kunden zum preisgünstigeren Anbieter wechseln. Zahlreiche Verbraucher achten bei den steigenden Lebenshaltungspreisen und bei der galoppierenden Inflation zunehmend auf ihre Ausgaben.
Insolvenz als Chance für Neustart
„Das gesamte Backhandwerk befindet sich in einer schwierigen Situation, aber ganz besonders hart trifft es die kleineren und mittelgroßen Bäckereibetriebe wie Thilmann Brot. Dennoch sehe ich durchaus Chancen für das Familienunternehmen Thilmann, da Broterzeugnisse grundsätzlich unverzichtbar sind und eine Sanierung mit den Instrumenten der Insolvenzordnung auch Start für einen Neuanfang sein kann“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Jens Lieser. „Wir werden alles tun, um eine Sanierung zu erreichen“, so Lieser weiter.
Pressemitteilung LIESER Rechtsanwälte
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