Allgemeine Berichte | 27.04.2017

Jahresbericht 2016 des Jugendmigrationsdienstes (JMD) im Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr fasst die Ereignisse zusammen

Zuwanderung ändert Arbeit des JMD

Starke Zunahme an Klienten macht die Weiterführung aller bisherigen Angebote unmöglich

(V.l.) Sonja Lauterbach, Eva Pestemer, Ania Siwik und Ruth Fischer vom Jugendmigrationsdienst (JMD) im Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. unterstützen Migrantinnen und Migranten im Kreis Ahrweiler, in der Stadt Mayen sowie in den Verbandsgemeinden Maifeld, Vordereifel und Mendig.privat

Mayen. Der Jugendmigrationsdienst (JMD) im Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. betreut mit der Stadt Mayen, den Verbandsgemeinden Maifeld, Vordereifel und Mendig sowie mit dem Landkreis Ahrweiler ein flächenmäßig großes, ländliches Gebiet mit zum Teil dünner Besiedlung. Vier Mitarbeiterinnen – Ruth Fischer, Sonja Lauterbach, Eva Pestemer und Ania Siwik – teilen sich 2,5 Personalstellen. Vier Praktikantinnen und 62 Ehrenamtliche unterstützten die Arbeit. 17 Ehrenamtliche mit Migrationshintergrund und 45 Einheimische engagieren sich im Mentorenprojekt InContact oder sind in Maßnahmen und bei Aktionen sowie als Übersetzer tätig.

Seine Angebote richtet der JMD, eingebunden in das bundesweite Integrationsprogramm und als Bestandteil der Initiative „Jugend stärken“ des BMFSFJ, an junge Menschen mit Migrationshintergrund mit dem Ziel, Benachteiligungen zu vermeiden beziehungsweise auszugleichen und ihnen zu helfen, sich in Deutschland zurechtzufinden, anzukommen und Teil der Gesellschaft zu werden.

Neben der Zentrale im Mehrgenerationenhaus St. Matthias in Mayen bieten die Mitarbeiterinnen wöchentlich Sprechzeiten bei der Caritas Ahrweiler, im Pfarrheim Bad Breisig und im HoT Sinzig an. Termine und Hausbesuche werden bei Bedarf auch andernorts, zum Beispiel in Adenau, Berg, Polch oder an den Integrationskursorten, angeboten.

Schlechte Infrastruktur führt zu fehlender Mobilität

Die Infrastruktur der Freizeit-, Schul- und Ausbildungsangebote ist, mit Ausnahme der Rheinschiene, als eher schlecht zu bezeichnen. Die fehlende Mobilität schafft bei einem eher seltenen und zudem teuren Öffentlichen Personennahverkehr Abhängigkeiten zu Ehrenamtlichen, die Einkaufsfahrten oder Fahrten zu Ärzten und Behörden übernehmen. In allen Sozialräumen sind Ehrenamtliche aktiv; teilweise in Netzwerken organisiert, teilweise eigenständig. Sie kooperieren mit dem JMD und anderen für junge Zugewanderte relevante Einrichtungen.

Die Trägerlandschaft für migrationsspezifische Integrationsmaßnahmen ist insgesamt größer geworden und wächst weiter. Durch weitere, neue Fördermittel von Bund, Land, Kommune und Kirche entstehen auch weiterhin unter anderem Deutschsprachförderangebote und Berufsintegrationsprojekte. Im vergangenen Jahr gab es zehn Jugendintegrationskurse statt der fünf im Jahr 2015 und erstmalig auch am Standort Mayen.

Benennung konkreter Ziele fällt oft schwer

Bei den Integrationskursen und Jugendintegrationskursen konnte festgestellt werden, dass es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern oft schwerfällt, konkrete Ziele nach dem Kurs zu benennen, da das Vertrauen in die eigene Sprachkompetenz nicht groß ist. Viele sehen die Prüfung als entscheidenden Faktor fürs „Weitermachen“. „Erst die Prüfung – dann sehe ich weiter“, lautet ihr Grundsatz, ähnlich wie es auch einheimische Schulabgänger handhaben: „Erst das Abitur – dann sehen wir weiter“.

Die im Jahresbericht genannten Fallzahlen sind beeindruckend: Im Jahr 2016 konnten die JMDlerinnen mit ihrem Beratungsangebot 615 junge Menschen mit Migrationshintergrund aus 41 verschiedenen Ländern und 37 ihrer Familienangehörigen erreichen. Über 56 Gruppenangebote – unter anderem Elternarbeit, Begleitung Jugendintegrationskurse, interkulturelle Trainings, Vorträge und Referate – konnten zusätzlich 24 junge Migrantinnen und Migranten, 72 zugewanderte Elternteile, 33 junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sowie etwa 204 Ehrenamtliche und Multiplikatoren und Multiplikatorinnen erreicht werden.

An die Grenzen des zeitlich Machbaren gestoßen

Ruth Fischer: „Durch die starke Zunahme an Klientinnen und Klienten, 49 Prozent mehr als im Vorjahr, den vermehrten Anfragen von Ehrenamtlichen und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie dem erhöhten Bedarf an Austausch ist es uns zur Zeit nicht möglich, den JMD mit allen bisherigen Angeboten weiterzuführen.“ Mit 223 jungen Menschen im Case Management plus 428 Beratungsfällen stießen die JMD-Mitarbeiterinnen an die Grenzen des zeitlich Machbaren.

Um die Qualität zu wahren, wird es bei gleichbleibender oder steigender Anzahl von Klientinnen und Klienten eher weniger Begleitung im Case Management und mehr Beratungsfälle geben. Die Schulung und Begleitung von Ehrenamtlichen wird weitergeführt, wobei über neue Themen nachgedacht wird, die in Abstimmung mit weiteren Akteuren umgesetzt werden können.

Die statistische Auswertung der betreuten Personen bestätigte, dass die meisten Betreuten aus Syrien kommen, nämlich 404 Personen. Rang 2 belegten Zuwanderer aus weiteren asiatischen Ländern – insbesondere aus Afghanistan – mit 62 Personen. Platz 3 teilen sich Zuwanderer aus afrikanischen Ländern – insbesondere aus Eritrea und Somalia – und aus den EU-Staaten mit jeweils 57 Personen. Vorderasien ist sowohl im Kreis Ahrweiler mit 65 Prozent als auch im Kreis Mayen-Koblenz mit 79 Prozent und in der Stadt Mayen mit 60 Prozent das Hauptherkunftsgebiet. Die Zuwanderung aus der ehemaligen UdSSR spielt in allen drei Gebieten keine Rolle.

Weiterer Höchststand an Neuzugängen

Fast zwei Drittel der vom JMD betreuten Personen (426) leben im Kreis Ahrweiler. Bemerkenswert für 2016 ist der Anstieg von Betreuten auf dem Gebiet des Kreises Mayen-Koblenz in den Verbandsgemeinden Maifeld, Mendig und Vordereifel um 75 Prozent, da aufgrund der angespannten Wohnraumsituation Asylbewerber nicht mehr ausschließlich in der Stadt Mayen untergebracht werden können. Zum anderen trägt auch die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen – Mitarbeit in den Netzwerken, Schulungen, Präsenz im Café International – dazu bei, dass neu Zugewanderte beim JMD ankommen. 62 Prozent der Betreuten hatten 2016 erstmalig Kontakt zum JMD, ein weiterer Höchststand an Neuzugängen innerhalb eines Jahres.

Den kostenlosen Jahresbericht gibt es als Download auf der Caritas-Homepage: migration.caritas-rhein-mosel-ahr.de.

(V.l.) Sonja Lauterbach, Eva Pestemer, Ania Siwik und Ruth Fischer vom Jugendmigrationsdienst (JMD) im Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. unterstützen Migrantinnen und Migranten im Kreis Ahrweiler, in der Stadt Mayen sowie in den Verbandsgemeinden Maifeld, Vordereifel und Mendig.Foto: privat

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