Derzeit gibt es allerdings weder einen Bebauungsplan noch einen Bestandsschutz

Ahrweiler: Campingplatz am Ahrtor soll an alter Stelle wieder aufgebaut werden

Ahrweiler: Campingplatz am Ahrtor soll an alter Stelle wieder aufgebaut werden

Der Campingplatz am Ahrtor in Ahrweiler soll an der alten Stelle wieder aufgebaut werden, dafür schaffte der Stadtrat jetzt die Voraussetzungen.

13.07.2022 - 11:02

Ahrweiler. „Dieser Beschluss ist keine endgültige Vorwegnahme einer künftigen Nutzung des kompletten Bereichs zwischen der Ramersbacher Straße, der Brückenstraße und der Ahr, aber es ist eine planerische Aussage der Stadt“, machte Bürgermeister Guido Orthen (CDU) klar, dass der einstimmig gefasste Beschluss des Stadtrats zur Aufstellung eines Bebauungsplans „Campingplatz Am Ahrtor“ ein Leeraufstellungsbeschluss sei, der derzeit keinen Inhalt habe und auch jederzeit zurückgenommen werden könne. Der leere Bebauungsplan sei allerdings erforderlich, um dem Betreiber des Campingplatzes am Ahrtor die Möglichkeit zu eröffnen, seinen bei der Flutkatastrophe nahezu vollständig zerstörten Campingplatz wieder aufzubauen.

Gerade entlang der Ahr habe dieses Schicksal zahlreiche Campingplätze ereilt. Diese spielten jedoch bei der touristischen Entwicklung und Wiederbelebung des Ahrtals als Tourismusdestination eine wichtige Rolle. Deshalb habe die SGD Nord sämtliche Campingplatzstandorte entlang der Ahr und innerhalb des neuen Überschwemmungsgebiets der Ahr überprüft und dabei festgestellt, dass es für den Campingplatz am Ahrtor aufgrund des Zerstörungsgrades keinen Bestandschutz gebe. Für einen eventuellen Wiederaufbau sei also das Einholen einer Baugenehmigung Pflicht.


Wiederaufbau an gleicher Stelle städtebaulich sinnvoll


Bislang gebe es jedoch keinen Bebauungsplan für den bisherigen Standort, und eine derartige Nutzung könne dort laut Baugesetzbuch auch nicht zugelassen werden. Deshalb sei die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich, wenn die Stadt dem Campingplatz eine Zukunft gewähren wolle. Die Stadtverwaltung sehe eine derartige touristische Nutzung im Stadtgebiet als notwendig an und beurteile den bisherigen Standort und damit den Wiederaufbau an nahezu gleicher Stelle als städtebaulich sinnvoll: „Der Standort ist durch seine Lage in fußläufiger Entfernung zur Altstadt Ahrweiler und damit zu weiteren touristischen Nutzungen sowie Versorgungs- und Freizeiteinrichtungen attraktiv. Die Lage in Ahrnähe steigert gleichermaßen die Attraktivität, die Erschließung ist vorhanden“, so Orthen.

Sowohl die SGD Nord wie auch die Kreisverwaltung hätten eingesehen, dass es nicht zumutbar sei, den Wiederaufbau der Campingplätze an teilweise sehr zeitaufwendige Bebauungsplanverfahren zu binden. Deshalb soll als Übergangslösung zunächst von der Kreisverwaltung als zuständiger Baugenehmigungsbehörde eine Duldung der Nutzung und der dafür notwendigen baulichen Maßnahmen ausgesprochen werden. So könne mit dem Wiederaufbau begonnen werden, bevor etwaige Bebauungsplanverfahren abgeschlossen seien. In den Duldungsanträge des Campingplatzbetreibers müssten jedoch ganz konkrete Angaben zum Hochwasserschutz und zu Evakuierungsplänen gemacht werden, die dann später in die Bebauungspläne eingearbeitet werden könnten. So hätten die Betreiber zeitnah eine ausreichende Investitionssicherheit. Allerdings müsse der Stadtrat durch das Aufstellen eines Bebauungsplans signalisieren, dass er zumindest mittel- bis langfristig Planungsrecht für einen Campingplatz schaffen wolle, was er auch einstimmig tat. JOST

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K. Schmidt:
Der Grafschafter Rat hat sich inzwischen doch recht einheitlich dagegen ausgesprochen, irgendwo größere Gewerbeansiedlungen zu planen. Auch die CDU scheint zumindest vorerst mal verstanden zu haben, dass ein bisschen mehr Ländlichkeit in den Dörfern gewünscht wird. Und die FDP träumt nun trotzdem von...
K. Schmidt:
Manche Sätze davon könnten genauso aus einem Interview vor einem Jahr stammen. Wir brauchen Sonderlösungen, dies und das bremst... Das kann man natürlich nicht alles auf Frau Weigand schieben, was sich im letzten Jahr alles noch nicht getan hat, aber man kann schon feststellen: Viel handfestes, greif-...
Wilhelm Wundertsich:
Angespannte Personalsituation - das glaube ich gerne. Umso verwunderlicher, dass es sich die Kreisverwaltung trotzdem erlaubt, extra durch das Innenministerium RP zur temporären Unterstützung angefordertes Personal aus einer naheliegenden Bundesbehörde mit einem Federstrich abzulehnen. Da kann man leider...
K. Schmidt:
Urlaub am Meer, Ausflüge in die Eifel, diverse Mittelgebirgsstandorte, ja selbst in Bayern trifft man als Tourist auf Windkraftanlagen. Aber in Ahrweiler wird der Tourismus zusammenbrechen, wenn der Strom zur Beleuchtung des Rotweines nicht einfach nur aus der Steckdose kommt, sondern auch sichtbar...
Sabine Weber-Graeff:
Die Bürger Ahrweilers haben den Bau,so glaube ich,noch garnicht auf dem Radar.Die Offenlegung der Pläne wurde taktisch geschickt in die Sommerferien gelegt,vermutlich um einer Vielzahl von Einwendungen entgegenzuwirken.Was diese Pläne für die touristische Infrastruktur hier bedeuten,läßt sich nur erahnen.Stammgäste...
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